Emmanuel Macron droht Syrien mit Luftschlägen | Aktuell Welt | DW | 13.02.2018
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Syrien-Krieg

Emmanuel Macron droht Syrien mit Luftschlägen

Die Warnungen des französischen Staatschefs werden lauter: Falls das Assad-Regime C-Waffen einsetze, reagiere Paris. Macron weiß dabei eine Supermacht hinter sich.

Frankreich hat erneut mit Luftangriffen in Syrien gedroht für den Fall, dass es gesicherte Beweise für den Einsatz von Chemiewaffen gegen Zivilisten in dem Bürgerkriegsland gibt. Man werde an dem Ort zuschlagen, von dem solche Angriffe ausgingen oder von wo aus sie organisiert würden, sagte Staatschef Emmanuel Macron (Archivbild) vor Journalisten in Paris. "In diesem Punkt haben wir eine rote Linie gezogen - und ich bekräftige diese hiermit."

Derzeit lägen den französischen Geheimdiensten jedoch keine gesicherten Beweise für Giftgasangriffe auf die syrische Zivilbevölkerung vor. "Sobald der Beweis erbracht wird, werde ich tun, was ich gesagt habe", versicherte Macron. Zugleich erneuerte er seinen Vorschlag, eine internationale Syrien-Konferenz einzuberufen. Diese solle möglichst "in der Region" stattfinden.

Damaskus leugnet konsequent

In den vergangenen Jahren gab es Berichte über Dutzende Chemiewaffen-Einsätze in Syrien. Einige von ihnen wurden inzwischen von UN-gestützten Inspekteuren verifiziert und syrischen Regierungstruppen zugeschrieben. Das Regime in Damaskus bestreitet den Einsatz von Chemiewaffen allerdings rundweg.

Syrienkonflikt Gas-Protest (Getty Images/S.Al-Doumy)

"Assad sieht keine roten Linien - nur grünes Licht": Protest eines Krankenhausmitarbeiters im Raum Damaskus nach einem Giftgasangriff im April

Am Freitag hatte sich Macron in einem Telefonat mit Russlands Präsident Wladimir Putin besorgt gezeigt im Hinblick auf mehrere mutmaßliche Chlorgas-Einsätze im syrischen Bürgerkrieg. Aktivisten zufolge wurde die Rebellenhochburg Ost-Ghuta seit Anfang des Jahres dreimal mit dieser Substanz angegriffen. Russland ist die wichtigste Schutzmacht des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad.

USA halten Optionen offen

Bereits Anfang des Monats war aus Regierungskreisen in Washington verlautet, die USA behielten sich die Möglichkeit eines Militärangriffs vor, sollte die syrische Regierung erneut Giftgas einsetzen. US-Präsident Donald Trump schließe in dieser Hinsicht nichts aus, hieß es. Im vergangenen Jahr hatten die USA einen syrischen Luftwaffenstützpunkt mit Raketen beschossen, nachdem die von Rebellen gehaltene Stadt Chan Scheichun mit Chemiewaffen angegriffen worden war.

jj/mak (dpa, afp, rtr)