EMA untersucht Thrombosen nach Johnson-Impfung | Aktuell Welt | DW | 09.04.2021
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages
Anzeige

Corona

EMA untersucht Thrombosen nach Johnson-Impfung

Bisher stand das COVID-Vakzin von AstraZeneca wegen seltener Blutgerinnsel im Blickpunkt. Jetzt beobachtet die Arzneimittelbehörde das Produkt eines weiteren Herstellers.

USA | Coronavirus | Impstoff von Johnson & Johnson

Spritzen mit dem Vakzin von Janssen, einer Tochterfirma des US-Konzerns Johnson & Johnson (Archivbild)

Die EU-Arzneimittelagentur EMA untersucht nun auch einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Corona-Vakzin des US-Herstellers Johnson & Johnson und Thrombose-Erkrankungen. Drei der vier Fälle seien in den Vereinigten Staaten gemeldet worden, einer im Rahmen einer klinischen Studie an einem nicht genannten Ort. Ein Fall verlief tödlich.

Der Johnson-&-Johnson-Impfstoff wurde Mitte März in der Europäischen Union zugelassen, ist dort aber im Gegensatz zu den USA noch nicht im Einsatz. Die EU-Kommission geht davon aus, dass der Wirkstoff ab übernächstem Montag geliefert wird. Insgesamt sollen im zweiten Quartal 55 Millionen Dosen zur Verfügung stehen. Anders als bei den anderen Vakzinen ist bei dem Produkt von Janssen, einer belgischen Tochterfirma von Johnson & Johnson, nur eine Dosis für einen umfassenden Schutz nötig.

EMA: Mehr Nutzen als Schaden

Erst am Mittwoch hatte die EMA nach erneuter Prüfung von Thrombose-Erkrankungen einen Zusammenhang mit dem Vakzin des britisch-schwedischen Herstellers AstraZeneca bejaht, dessen Verwendung jedoch nicht eingeschränkt. Die gemeldeten Zwischenfälle mit Blutgerinnseln im Gehirn hätten eine Häufigkeit von etwa 1 zu 100.000. Der Nutzen des Wirkstoffs sei daher höher zu bewerten als die Risiken. In Deutschland wurde der Einsatz dieses Vakzins auf Menschen ab 60 Jahren beschränkt.

England | Coronavirus | Impstoff von AstraZeneca

Traten sehr seltene Fälle des Kapillarlecksyndroms nach AstraZeneca-Impfungen auf? (Archivbild)

Inzwischen untersucht die Arzneimittelbehörde auch eine mögliche Verbindung zwischen dem AstraZeneca-Impfstoff und einer weiteren Erkrankung, dem sogenannten Kapillarlecksyndrom. Es gehe um fünf Fälle der auch als Clarkson-Syndrom bekannten, sehr seltenen Gefäßerkrankung, teilte die EMA mit. Dabei ist die Durchlässigkeit der Kapillargefäße zu hoch, sodass Plasma austritt. Die Folge sind Ödeme und ein Abfall des Blutdrucks.

jj/ml (dpa, afp, rtr)