Elvis, der Soldat | Musik | DW | 01.10.2013
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Musik

Elvis, der Soldat

Vor 55 Jahren trat ein ganz besonderer US-Soldat seinen Wehrdienst in Deutschland an: Elvis Presley war schon damals Rockstar. Während seiner Soldatenzeit hinterließ er auch musikalische Spuren.

Als der 23-jährige Elvis Aaron Presley am 1. Oktober 1958 mit seinem Seesack über der Schulter von Bord ging, bereiteten Hunderte überwiegend weiblicher Fans dem frischgebackenen GI aus Übersee einen herzlichen Empfang. Spätestens seit seinem ersten Millionenseller "Heartbreak Hotel" waren auch deutsche Teenager dem "King" rettungslos verfallen.

Elvis Presley hatte die Musik revolutioniert, indem er weißen Country mit schwarzem Blues verband; sein wilder Hüftschwung veranlasste die amerikanischen Sittenwächter zu wütenden Protesten und brachte die Fans zum Rasen. Und keiner konnte mit Schmachtsongs wie "Love me tender" oder "Don't" so schön Frauenherzen zum Schmelzen bringen wie der King; kein Wunder, dass auch die deutschen Fräuleins Elvis reihenweise zu Füßen lagen.

Belagert von Fans

Am 1. Oktober 1958 erreichte Elvis Presley mit dem Zug das beschauliche Städtchen Friedberg, wo er seinen Militärdienst ableisten sollte. Allerdings genoss Soldat Presley bei seinen Vorgesetzten einige Privilegien. So blieb er nur ein paar Tage in der Kaserne und zog dann in ein Hotel ins nahe gelegene Bad Nauheim um; auch der Vater des Sängers, seine Großmutter sowie zwei Leibwächter nisteten sich dort ein. Das "Elvis-Zimmer" Nr. 10 ist bis heute original erhalten.

Später mietete der Clan ein Haus an. Dort wurde er Tag und Nacht von Fans belagert, die sich ein Autogramm ihres Idols erhofften. Zusätzliche Arbeit gab es immer wieder für die Näherinnen der US-Armee, weil vorwitzige Verehrerinnen ihm das Armeeabzeichen von der Jacke rissen. Der King nahm es gelassen, hatte für jeden ein nettes Wort und scherzte vor allem gern mit Kindern.

Elvis Presley (M), eingekelilt zwischen Fans (Foto: dpa/lhe)

Wo Elvis Presley auch auftauchte, bedrängten ihn die Fans

Lockeres Soldatenleben

GI Elvis musste nur eingeschränkt Soldatenpflichten nachkommen, lieber widmete er sich schnellen Autos und hübschen Frauen oder besuchte seinen Rocker-Kollegen Bill Haley bei dessen Auftritt in Frankfurt. 1959 fand Presley in Deutschland sein persönliches Glück: Er lernte die damals erst 14-jährige Soldatentochter Priscilla Beaulieu kennen und lieben, die ein paar Jahre später seine Frau werden sollte.

Auch fürs Musikmachen blieb GI Elvis genug Zeit. Für das Plattencover von "A Big Hunk o' Love" wählte sein Manager die Burgpforte Bad Nauheims als Hintergrundmotiv; noch heute lassen sich Elvis-Fans auf den Spuren ihres Idols gern hier ablichten. In Deutschland entstanden auch zwei der dreißig Nr. 1 Hits des Kings: "One night" und "A fool such as I".

Zwar war es dem King während seiner Militärzeit untersagt, Konzerte zu geben, aber ein Mal soll er eine Ausnahme gemacht haben. Zwei Stunden lang sang er in einer Pension in Grafenwöhr für den Besitzer und das Personal, weil er hier mit seinem Vater und seinen Freunden vier Tage lang inkognito wohnen durfte und mit Schnitzel und Pfannkuchen verwöhnt wurde.

Unvergessen in Hessen

Presleys Militärzeit in Friedberg dauerte bis zum 2. März 1960. Er flog zurück in die Heimat und kehrte nie zurück. Im Gepäck hatte er das populäre deutsche Volkslied "Muss i denn zum Städtele hinaus". In Elvis englischer Version trat es als "Wooden Heart" seinen Siegeszug um die Welt an.

Elvis Presley starb am 16. August 1977, doch in Bad Nauheim und Friedberg lebt der King weiter. Seit 2002 wird in seinem "European home" alljährlich im Sommer das "European Elvis Festival" veranstaltet. Gäste aus aller Welt feiern die Legende mit Cadillac-Corsos, Imitatoren und natürlich viel Rock'n Roll.

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