Elf Todesopfer bei Hochhausbrand in Tschechien | Aktuell Europa | DW | 08.08.2020
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Tschechische Republik

Elf Todesopfer bei Hochhausbrand in Tschechien

In der Stadt Bohumin bricht im 11. Stock eines Plattenbaus Feuer aus. Verzweifelte Menschen springen in die Tiefe. Am Ende ist es die schlimmste Brandkatastrophe in Tschechien seit 1990. Ein Verdächtiger wird gefasst.

Tschechien I Brand in Bohumin (picture-alliance/dpa/CTK/V. Prycek)

Die Feuerwehr im Löscheinsatz in der tschechischen Stadt Bohumin

Bei einem Brand in einem Hochhaus im Osten Tschechiens sind mindestens elf Menschen ums Leben gekommen, darunter drei Kinder. Das sagte ein Feuerwehrsprecher nach Angaben der Nachrichtenagentur CTK. Zehn Bewohner und drei Einsatzkräfte seien verletzt worden. Unter den Todesopfern seien fünf Menschen, die in Panik aus einem Fenster im zwölften Stock gesprungen seien, sagte ein Feuerwehrsprecher am Samstag. Feuerwehrchef Vladimir Vlcek sagte, es sei tragisch, dass nur Sekunden bis zum Aufblasen des Sprungpolsters gefehlt hätten. Mit elf Toten ist es die schlimmste Brandkatastrophe in der Geschichte des Landes seit 30 Jahren.

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Hochhausbrand im Osten Tschechiens

Das Feuer war am späten Nachmittag in einer Wohnung im 11. Stock des 13-stöckigen Plattenbaus in der Stadt Bohumin (Oderberg) an der Grenze zu Polen ausgebrochen. Die Ermittler gingen davon aus, dass der Brand absichtlich gelegt worden sei, sagte Innenminister Jan Hamacek im Fernsehsender CT. "Wahrscheinlich handelte es sich um einen Nachbarschaftsstreit, der seit langem andauerte", berichtete der Sozialdemokrat. Ein Verdächtiger sei vorläufig festgenommen worden. Auch die Polizei geht von Brandstiftung aus, wie Polizeichef Tomas Kuzel im tschechischen Fernsehen sagte.

Großaufgebot beim Rettungseinsatz

Nach Angaben der Feuerwehr breiteten sich die Flammen ungewöhnlich schnell aus. Das könnte auf einen Brandbeschleuniger wie Benzin hindeuten. "Es finden intensive Ermittlungen zu den Umständen und Ursachen dieses tragischen Ereignisses statt", teilte eine Polizeisprecherin mit. Die Feuerwehr war mit einem Großaufgebot und mehreren Spezial-Drehleitern vor Ort. Auch ein Rettungshubschrauber war im Einsatz.

Augenzeugen berichteten tschechischen Medien, dass verzweifelte Menschen bei der Flucht vor Rauch und Flammen aus dem Fenster gesprungen seien. "Ich habe zwei Menschen auf der Fensterbank sitzen sehen, die gebrannt haben. Dann ist einer von ihnen gesprungen - weiter konnte ich nicht mehr zusehen", sagte eine Frau der Onlineausgabe der Zeitung "Pravo". Ein Kriseninterventionsteam soll sich um die Zeugen des Unglücks kümmern.

Bohumin liegt rund 300 Kilometer östlich von Prag und hat knapp 21.000 Einwohner. Die Industriestadt ist ein bedeutender Bahnknotenpunkt. Erst im vorigen Dezember waren bei einer Explosion und einem Brand in einem Plattenbau in Presov im Nachbarland Slowakei acht Menschen ums Leben gekommen.

kle/bru (dpa, afp)