Elektro-Lkw für die Städte, Diesel für die Autobahn | Wirtschaft | DW | 19.09.2018
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IAA Nutzfahrzeuge

Elektro-Lkw für die Städte, Diesel für die Autobahn

Schwere Laster mit Waren auf der Autobahn, Kleintransporter in den Städten, Stau und Konsum - all das verbirgt sich hinter dem Wort "Nutzfahrzeuge": Die Branche trifft sich gerade in Hannover zu ihrer wichtigsten Messe.

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Serienreife E-Vans auf der IAA

Allein in Deutschland rollen jährlich Transporte mit 4,6 Milliarden Tonnen Waren über Straßen und Schienen und schippern über die Flüsse. Fast vier Fünftel davon steckt in Lastwagen. Diese LKW werden immer größer und schneller, und es werden mehr und mehr. Allein in den ersten acht Monaten des Jahres wurden in Deutschland 250.700 Nutzfahrzeuge neu zugelassen - ein Plus von vier Prozent. 

Dass das zur Belastung von Straßen und Umwelt wird, kann man riechen. Deshalb sind Motoren, die nicht wie meist noch durch Diesel angetrieben werden, das große Thema bei der IAA Nutzfahrzeuge, der Weltleitmesse der Branche, die am Mittwoch in Hannover startet. Sechs von zehn Ausstellern auf der IAA kommen aus dem Ausland, insgesamt sind es mehr als 2100 Firmen aus rund 50 Ländern.

"Strategischer Auftrag"

"Im Mittelpunkt stehen Digitalisierung, Vernetzung, automatisiertes Fahren, Elektromobilität und urbane Logistik", kündigt Bernhard Mattes an. In einer Zeit des stetig wachsenden Online-Handels werde die effiziente und emissionsfreie Lieferung bis zur Haustür zum "strategisch wichtigen Auftrag" an die gesamte Logistik- und Transportbranche. Mattes wird es wissen, er ist Präsident des deutschen Verbandes der Automobilindustrie (VDA).

Deutschland Elektromobilität | StreetScooter von der Post (DW/G. Rueter)

Elektro-Transporter von der Post - gesehen in Köln

Elektro-Transporter in Serienreife sollen in Hannover zu sehen sein, auch Stadtbusse und mittelschwere Lastwagen mit E-Antrieb. Auf der Langstrecke stößt der Elektroantrieb aber vor allem für schwere Transporter schnell an seine Grenzen, meinen Experten wie der Branchen-Fachmann Stefan Bratzel. Als Ersatz könnten Antriebe dienen, die Flüssiggas (LNG) als alternativen Kraftstoff nutzen.

E-Transporter werden trotz allem "auf breiter Front" Fahrt aufnehmen, so die Erwartung des VDA. Sie seien emissionsfrei, leise, ihre Batterien ließen sich in kurzer Zeit wieder aufladen - und sie böten Reichweiten zwischen 120 und 200 Kilometern. 

E-Transporter im Stadtverkehr

Fast alle großen Hersteller präsentieren marktreife E-Transporter für kurze Strecken im Stadtverkehr. Der rasant steigende Onlinehandel lässt den Warenverkehr weiter wachsen, und damit nimmt auch der Bedarf an Transportern zu - und zwar emissionsfrei, da die Ballungsräume noch immer unter Luftverschmutzung leiden. Dieselfahrverbote für manche Städte schrecken auch die Lastwagen-Branche auf.

LKW Auf Automesse (picture-alliance/dpa/J. Stratenschulte)

Bestimmen weiterhin den Fern-Lastverkehr: Schwere Brummis mit Dieselmotor

Im Schwerlastverkehr bis 40 Tonnen dürfte der Diesel nach Branchenangaben dagegen auch in den nächsten Jahren der vorherrschende Antrieb bleiben. Den Spritverbrauch und damit den CO2-Ausstoß versuchen die Hersteller durch aerodynamische Verbesserungen, etwa Trailer mit Heck- oder Seitenflossen, zu senken.

Die Nutzfahrzeughersteller präsentieren weltweit steigende Absatzzahlen. Die Märkte hätten in den ersten sieben Monaten etwa in China um acht Prozent und in den USA sogar um 18 Prozent zugelegt, teilte der Branchenverband VDA in Hannover mit. Auch in Brasilien, Indien oder Russland zieht die Nachfrage nach Lastern an. Krisenländer wie Argentinien und Türkei bringen hingen auch die LKW-Branche dort auf Talfahrt. Schon fast obligatorisch in diesen Zeiten die Warnung vor einem Handelskrieg: Er sei zutiefst beunruhigt über den um sich greifenden Nationalismus in den USA und anderen Orten, der den Welthandel einschränke, so sagt es Daimler-Trucks-Chef Martin Daum. "Ich kann nur hoffen, dass dieser Virus nicht überhand nimmt."

ar/hb (rtr, dpa) 

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