Elaine Thompson-Herah siegt über 100 Meter - Bronze für deutsche Judoka | Sport | DW | 31.07.2021
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8. Olympia-Tag in Tokio

Elaine Thompson-Herah siegt über 100 Meter - Bronze für deutsche Judoka

Es war vor dem Rennen nur fraglich, welche der schnellen Frauen aus Jamaika den Olympiasieg über 100 Meter erringen würde. Schöner jubelte die deutsche Judo-Staffel, die sich am 8. Wettkampftag Bronze holte.

Wer geglaubt hatte, dass die drei Sportlerinnen aus Jamaika sich nach dem Zieleinlauf über 100 Meter der Frauen in den Arm fallen würden, hatte seine Rechnung wohl ohne den Begriff "Rivalinnen" gemacht. Ohne die Konkurrenz, die augenscheinlich unter den Spitzensprinterinnen herrscht. Ein kühles Tätscheln für die alte und neue Olympiasiegerin musste reichen. Corona-Abstand war da nicht der Grund. 

Elaine Thompson-Herah aus Jamaika heißt die alte und neue Königin im Sprint. Die 29-Jährige stellte mit ihrer Zeit von 10,61 Sekunden einen neuen olympischen Rekord auf und nahm schon beim Zieleinlauf ihren Jubel auf, der dann - auf dem Rücken liegend - zunächst gar kein Ende nehmen wollte. Zuvor hatte sie der Landsfrau Shelly-Ann Fraser-Pryce auf der zweiten Hälfte den Traum vom dritten Olympiasieg nach 2008 und 2012 abgenommen. Der 34-Jährigen blieb Silber, die Bronzemedaille ging an die dritte Landsfrau, die 27 Jahre alte Shericka Jackson. 

Erste Dopingfälle der Spiele

Die Deutschen Alexandra Burghardt und Tatjana Pinto waren im Halbfinale ausgeschieden. Nicht am Start war auch die nigerianische Weltklasse-Sprinterin und Weitspringerin Blessing Okagbare, die bei einer Trainingskontrolle am 19. Juli positiv auf das menschliche Wachstumshormon getestet und suspendiert wurde. Auch der kenianische Sprinter Mark Odhiambo wurde gesperrt. In seiner Dopingprobe war ein anaboles Steroid nachgewiesen worden. Es waren die ersten beiden Dopingfälle der Spiele von Tokio.

Wechselbad der Staffel

Erst ausgeschieden, dann doch für's Finale qualifiziert, dann gepatzt - für die deutsche Staffel war die olympische Mixed-Premiere über 4x400 Meter in mehrfacher Hinsicht denkwürdig. Nach einem verpatzten Wechsel inklusive Sturz kamen Marvin Schlegel (Chemnitz), Corinna Schwab (Chemnitz), Nadine Gonska (Mannheim) und Manuel Sanders (Dortmund) mit weitem Rückstand auf den Rest des Feldes nur auf Platz neun. Olympiasieger wurde Polen in 3:09,87 Minuten. 

Tokio 2020 | Mixed-Staffel 4x400 m | Deutsches Team stürtzt

Blöd: da liegt der Stab auf der Bahn - und gehört da keinesfalls hin

 "Es ist schwer in Worte zu fassen, gefühlt hatte Nadine schon den Stab, dann ist ein Bein dazwischen gekommen", sagte die untröstliche Schwab. Sanders meinte: "Wir hatten harte 24 Stunden, sind vielleicht schon ein bisschen angeschlagen in das Rennen gegangen." Er spielte damit darauf an, dass die Deutschen nach der vorübergehenden Disqualifizierung des US-Teams und der Dominikanischen Republik für den Endlauf zunächst zugelassen waren. Dann landeten sie - nachdem jene Disqualifizierungen aufgehoben wurden - nur auf Platz neun. Nach einem Protest des Deutschen Leichtathletik-Verbandes aber konnte das Quartett doch im Endlauf antreten.  

Nochmal Bronze für "Team D"

Die deutschen Judoka Sebastian Seidl, Anna-Maria Wagner, Dominic Ressel und Theresa Stoll holten bei der Olympia-Premiere des Mixed-Teamwettbewerbs im "kleinen Finale" gegen die Niederlande Bronze. Die Deutschen gewannen mit 4:2.

"Wir hatten heute den Spirit, den wir brauchen, um bombenstark zu sein. Wir haben gezeigt, was wir drauf haben", sagte Seidl in der ARD. Ressel zeigte sich ebenfalls euphorisch: "Es fühlt sich unfassbar geil an. Nicht nur wir sechs haben die Medaille geholt, sondern das ganze Team. Es ist ein Teamerfolg, und den feiern wir auch."

Tokio 2020 - Judo Theresa Stoll Sanne Verhagen

Theresa Stoll (in weiß) bleibt oben

Im Teamwettbewerb, bei dem pro Runde bis zu je drei Männer und Frauen für eine Mannschaft auf die Matte gehen, hatten die Deutschen zum Auftakt das Flüchtlingsteam des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) mit 4:0 besiegt und im Viertelfinale gegen Japan mit 2:4 verloren. Durch ein 4:2 über die Mongolei in der Hoffnungsrunde qualifizierten sie sich noch für einen der Bronze-Kämpfe.

Zwei Weltrekorde im Schwimmbecken

Am vorletzten Wettkampftag der Beckenschwimmer gab es im Tokyo Aquatics Centre zwei Weltrekorde: Über 100 Meter Schmetterling siegte der Amerikaner Caeleb Dressel in neuer Weltbestzeit von 49,45 Sekunden vor dem Ungarn Kristof Milak und holte damit seine dritte Tokio-Goldmedaille. Rund eine Stunde später verfehlte Dressel die vierte mit der 4x100 Meter Mixed-Lagenstaffel auf Rang fünf deutlich.

Tokio 2020 | Schwimmen

Caeleb Dressel freut sich über sein drittes Gold in Tokio und den neuen Weltrekord

Großbritannien um Brustschwimm-Wunder Adam Peaty siegte in 3:37,58 Minuten und stellte damit einen neuen Weltrekord auf. Es war insgesamt die fünfte Weltbestmarke im Olympiabecken von Tokio.

Für Schwimmerin Sarah Köhler, die über 1500 Meter Freistil Bronze gewonnen hatte, reichte es über 800 Meter Freistil nicht zu einer zweiten Medaille. Die 27-Jährige belegte am Ende Platz sieben. Köhler schlug nach 8:24,56 Minuten an und blieb damit mehr als acht Sekunden über ihrem deutschen Rekord. "Die Endzeit ist natürlich mehr als eine Enttäuschung für mich", sagte Köhler. "Ich bin von Anfang an nicht mitgekommen." Gold gewann die Amerikanerin Katie Ledecky vor der zweimaligen Tokio-Olympiasiegerin Ariarne Titmus aus Australien. Es war Ledeckys insgesamt siebter Olympiasieg. Über 200 Meter Rücken holte sich Kaylee McKeown aus Australien Gold.

Ausgelaugter Djokovic verliert Bronze-Match

Tokio 2020 | Tennis | Novak Djokovic

Von den Mühen gezeichnet: Novak Djokovic

Am Ende des Spiels um den dritten Platz gab der Serbe Novak Djokovic noch einmal alles, letztlich aber konnte er die Niederlage gegen den Spanier Pablo Carreno-Busta nicht mehr abwenden. Mit 4:6, 7:6 (6:8) und 3:6 musste sich die Nummer eins der Tennis-Weltrangliste geschlagen geben. Im entscheidenden Spiel wehrte Djokovic die ersten vier Matchbälle erfolgreich ab, bevor dem 30-jährigen Spanier schließlich der noch fehlende Punkt gelang. Djokovic war frustriert und ließ seiner schlechten Laune im dritten Satz freien Lauf: Einen Schläger zerhackte er auf dem Boden, einen zweiten pfefferte er auf die leere Tribüne.

Djokovic, der im Halbfinale an Alexander Zverev gescheitert war, hat in dieser Saison bei den Australian Open, den French Open und in Wimbledon triumphiert. Den Grand Slam kann der Topstar mit dem Titel bei den US Open im September noch perfekt machen. Zuletzt gelang es dem Australier Rod Laver 1969, die vier wichtigsten Tennis-Turniere in einem Kalenderjahr zu gewinnen. Für den Golden Slam hätte Djokovic zusätzlich Olympia-Gold gebraucht. Damit bleibt Steffi Graf die bisher Einzige im Tennis, die einen Golden Slam schaffte. 1988 gelang dem früheren deutschen Superstar dieses Kunststück.

Triathlon-Staffel: Favoriten vorne

Für die deutschen Triathleten Laura Lindemann, Jonas Schomburg, Anabel Knoll und Justus Nieschlag fehlte nicht viel: Die deutsche Mixed-Staffel kam bei der olympischen Premiere des Mixed-Wettbewerbs auf Platz sechs. Gold ging nach 1:23,41 Stunden im sogenannten "Supersprint-Format" an Großbritannien vor den USA und Weltmeister Frankreich. Damit waren die favorisierten Nationen am Ende vorne.

Tokyo Olympics | Triathlon

Die Briten Alex Yee, Georgia Taylor-Brown, Jonathan Brownlee und Jessica Learmonth (v.r.n.l.) holen Gold

Lindemann, die im Einzel Achte geworden war, hatte als erste Starterin noch als Zweite an Schomburg übergeben, der die Mannschaft immerhin im Kampf um Bronze hielt. Weiter nach vorne ging es aber nicht mehr. Im Ziel hatten die deutschen Triathleten nach jeweils 300 Metern Schwimmen, 6,8 Kilometern Radfahren und 2 Kilometern Laufen 36 Sekunden Rückstand auf das Podest.

Basketballer trotz Niederlage im Viertelfinale

Die deutschen Basketballer stehen erstmals seit 1992 wieder in einem olympischen Viertelfinale. Nach 76:89-Niederlage des Teams von Bundestrainer Henrik Rödl gegen Australien machte ein 84:119 von Tschechien gegen Gold-Favorit USA den Einzug in die Runde der besten Acht perfekt. Die Auswahl des Deutschen Basketball Bunds ist einer der beiden besten Gruppendritten.

Tokio - 2020 - Basketball

Moritz Wagner (l.) und seine Mitspieler stehen in der ersten K.o.-Runde des olympischen Turniers

Gegen die favorisierten Australier war Andreas Obst mit 17 Punkten bester deutscher Werfer. Insgesamt leistete sich das deutsche Team zu viele Ballverluste und vor allem in der entscheidenden Phase des Schlussviertels zu viele Fehlwürfe.

Hockey: Niederlage gegen Niederlande

Für die deutschen Hockey-Damen war das letzte Vorrundenspiel die erwartet schwere Aufgabe. Die favorisierten Niederländerinnen wurden diesen Erwartungen gerecht und schlugen das Team des Deutschen Hockey-Bundes mit 3:1. Lediglich Sonja Zimmermann konnte gegen die Weltmeisterinnen nach einer Strafecke verwandeln. Allerdings hatte sich die von Trainer Xavier Reckinger betreute Mannschaft schon für das Viertelfinale qualifiziert - nun am Montag gegen Argentinien.

Vielseitigkeitsreiter Jung auf Goldkurs

Mit einer hervorragenden Vorstellung in der Dressur hat sich der dreimalige Vielseitigkeits-Olympiasieger Michael Jung zum Topfavoriten auf Einzel-Gold aufgeschwungen. Gleichzeitig hat er auch die deutsche Equipe wieder auf Medaillenkurs gebracht. Jung sammelte an seinem 39. Geburtstag mit Chipmunk nur 21,10 Strafpunkte im Dressurviereck und übernahm die Führung im Einzelklassement. In der Team-Konkurrenz liegt Deutschland nach der ersten von drei Teilprüfungen nur 2,10 Punkte hinter Großbritannien auf Rang zwei.

Tokio 2020 - Pferdesport Dressur

Seine bisherigen Olympiasiege errang Michael Jung auf Sam - folgt nun der erste große Titel mit Chipmunk?

"Ich bin erstmal überglücklich", sagte Jung und lobte seinen 13-jährigen Wallach: "Chipmunk ist in super Form, er hat mir schon die letzten Wochen ein super Gefühl gegeben. Das beruhigt einen natürlich auch als Reiter." Bleiben Jung und Chipmunk am Sonntag auf der anspruchsvollen Geländestrecke und im abschließenden Springen auf ihrem hohen Niveau, wird Jung als erster Vielseitigkeitsreiter überhaupt zum dritten Mal Einzel-Olympiasieger - und das sogar nacheinander.

Unruh ausgeschieden, Lessmann aussichtsreich

Bogenschütze Florian Unruh hat im Einzelwettbewerb die ersehnte Medaille verpasst. Der 28-Jährige verlor im Viertelfinale mit 4:6 gegen Mauro Nespoli aus Italien. Nach seinem überraschenden Erfolg über Doppel-Olympiasieger Je-Doek Kim aus Südkorea galt der Ehemann von Deutschlands Top-Bogenschützin Lisa Unruh als heißer Anwärter auf eine Medaille. Allerdings konnte er gegen Nespoli seine starke Leistung aus dem Achtelfinale nicht bestätigen.

Jolyn Beer hat die erste Olympia-Medaille für die deutschen Schützen in Tokio verpasst. Die 27-Jährige verspielte im Finale auf der Asaka Shooting Range ihre gute Ausgangsposition und wurde im Dreistellungskampf mit dem Kleinkalibergewehr Sechste. Sie hatte sich als Dritte qualifiziert und zwischenzeitlich im Finale auf Rang zwei gelegen. Gold mit olympischem Rekord holte sich die Schweizerin Nina Christen.

Lara Lessmann ist bei der olympischen Premiere des BMX-Freestyle solide in den Wettkampf gestartet. Die 21-Jährige belegte mit insgesamt 69,70 Punkten den sechsten Platz. Die Bestwertung der Jury im Ariake Urban Sports Park erhielt Weltmeisterin Hannah Roberts aus den USA (87,70). Die Medaillenentscheidung fällt am Sonntag.

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