Eintracht-Chaoten trüben Europa-League-Rekord | Sport | DW | 13.12.2018
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Ausschreitungen in Rom

Eintracht-Chaoten trüben Europa-League-Rekord

Das hat noch kein Bundesliga-Klub geschafft: Mit sechs Siegen beendet Eintracht Frankfurt die Vorrunde der Europa League. Bei Lazio Rom dreht die Eintracht das Spiel - für negative Schlagzeilen sorgen nur die Fans.

72.698 Zuschauer haben im weiten Rund des Stadio Olimpico in Rom Platz, aber mehr als 50.000 der blauen Sitzschalen blieben leer, als Lazio Rom gegen Eintracht Frankfurt zum abschließenden Vorrundenspiel der Europa League antrat. Den Fans der Gästemannschaft - rund 9.000 waren in der "ewigen Stadt" dabei - war das egal: Sie verbreiteten in der trist wirkenden Arena zumindest akustisch Europapokalstimmung und feierten ihr Team so laut und enthusiastisch, dass das Spiel in der Anfangsviertelstunde fast zur Nebensache geriet.

Und im Grunde war es das auch - entscheidend war die Partie schließlich nicht mehr: Frankfurt stand bereits als Gruppensieger fest, Lazio war als Zweiter ebenfalls sicher qualifiziert. Dennoch machte die Eintracht im Regen von Rom mehr nach vorne als die Hausherren, hatten die Kontrolle über das Spiel, die besseren Chancen - und die lauteren Fans.

Brennende Fackeln, Polizei im Innenraum

Doch so stimmungsvoll und begeisternd die Eintracht-Fans am Anfang feierten, so negativ fielen sie in der zweiten Halbzeit auf: Nach dem Führungstreffer durch Joaquin Correa in der 56. Minute schleuderte ein Anhänger der Frankfurter ein brennendes Bengalo über den Zaun in Richtung Seitentribüne. Die Fackel landete brennend in einem Block, der zwar spärlich, aber mit Lazio-Anhängern besetzt war. Zusätzlich zündeten die Frankfurter immer wieder Böller, die laut krachend detonierten. Die ohnehin schon in erhöhter Bereitschaft arbeitenden Sicherheitskräfte hatten jede Menge zu tun. Polizei marschierte im Innenraum auf.

Schon vor der Partie war es zu Ausschreitungen gekommen. Nach Angaben der Polizei waren dabei fünf Eintracht-Fans festgenommen worden, weil sie Knallkörper auf Lazio-Anhänger geworfen hatten. Dabei habe es Verletzte gegeben. Die Nachrichtenagentur Ansa berichtete, rund 300 Fans hätten sich entgegen den Anweisungen der Ordnungskräfte zu Fuß auf den Weg ins Stadion gemacht, Knallkörper und Rauchbomben gezündet sowie Touristen und Anwohner belästigt. Und vor dem Anpfiff sorgten die Frankfurter auch im Stadion für Unmut, weil der gesamte Block Schals mit der Aufschrift "Lazio Merda" (Lazio Scheiße) hochhielt. "Das schadet Eintracht Frankfurt. Das betrübt mich sehr, das macht mich traurig. Wir haben kein gutes Bild abgegeben", kommentierte Vorstandsmitglied Axel Hellmann die Krawalle.

Rekordbilanz

Durch die Unruhe in der Frankfurter Kurve geriet fast wieder zur Nebensache, dass die Eintracht-Profis auf dem Platz einen Gang höher schalteten und das Spiel binnen Minuten drehten.

Fußball | Europa League - Group Stage - Group H - Lazio v Eintracht Frankfurt (Reuters/A. Lingria)

Haller macht das zweite Tor für Frankfurt

Zum Mann des Tages wurde dabei Mijat Gacinovic, der zunächst mit einem wunderschönen Schlenzer in den Winkel das 1:1 erzielte (65.) und kurz danach die entscheidende Vorlage auf Sébastien Haller gab, der das 2:1 für die Gäste machte (71.) - ein Tor zum Rekord.

Denn durch den Erfolg bei Lazio beendete die Eintracht die Europa-League-Vorrunde mit sechs Siegen. Das war zuvor noch nie einem Bundesligaklub gelungen. "Wir haben Geschichte geschrieben. Das haben wir uns gemeinsam verdient", sagte Sportdirektor Bruno Hübner. Die Eintracht also mit lupenreiner Bilanz - die allerdings stark getrübt wurde durch das Verhalten einiger ihrer Anhänger.

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