Einst Flop, jetzt top: Immobile bestraft BVB | Sport | DW | 20.10.2020
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Champions League

Einst Flop, jetzt top: Immobile bestraft BVB

Torjäger Ciro Immobile führt Lazio Rom zum Champions-League-Sieg gegen seinen Ex-Klub Borussia Dortmund. Für den 30-Jährigen dürfte der Erfolg Genugtuung sein - für die Zeit, in der er sich nicht angenommen fühlte.

Keine sechs Minuten waren gespielt in der Champions-League-Auftaktpartie von Borussia Dortmund bei Lazio Rom, da lag der Ball bereits im Tor des BVB - trocken hineinbefördert aus acht Metern von Ciro Immobile, dem Ex-Dortmunder. In der Saison 2014/15, der letzten des BVB unter Trainer Jürgen Klopp, hatte der Italiener das schwarz-gelbe Trikot getragen. 18,5 Millionen Euro hatte der Bundesligist für den 1,85 Meter großen Stürmer bezahlt, quasi 100.000 Euro pro Zentimeter Immobile.

Der Kauf des damals frisch gebackenen Torschützenkönig der Serie A sollte das Loch stopfen, das der Wechsel von Robert Lewandowski zum FC Bayern im Dortmunder Sturmzentrum gerissen hatte. Doch die Fußstapfen des Polen waren zu groß für Immobile. In 24 Bundesliga-Spielen für den BVB traf er nur dreimal. "Ich glaube, dass ich einfach zu einem ungünstigen Zeitpunkt nach Dortmund gewechselt bin, was die Mannschaft betrifft", sagte Immobile kürzlich der "Sport Bild": "Der BVB wurde mit Jürgen Klopp 2011 und 2012 Meister und danach zweimal Zweiter. Vielleicht war dann die Luft raus."

Goldener Schuh

Die Luft raus war auch schnell im Verhältnis zwischen dem BVB und Immobile. Die Dortmunder waren unzufrieden wegen der Ladehemmung des Torjägers, der Italiener fühlte sich nicht angenommen. Er habe "keine Hilfe bekommen", sagte Immobile später, "weder ich noch meine Familie. Wir haben sehr gelitten." Nach einem Jahr war sein Gastspiel beim BVB beendet, das allseits als großes Missverständnis interpretiert wurde.

Nach einem Abstecher zum FC Sevilla kehrte Immobile 2016 zu seinem alten Verein FC Turin zurück, wo er wieder zu alter Stärke zurückfand. So richtig rund aber läuft es, seit er 2016 zu Lazio kam: 2018 und 2020 wurde Immobile erneut Torschützenkönig der Serie A. In der vergangenen Saison traf er 36-mal und sicherte sich damit zum ersten Mal in seiner Karriere den "Goldenen Schuh" als Europas bester Torjäger.

Mustergültig aufgelegt

"Wir wissen um seine ungemein hohe Qualität im Abschluss", hatte BVB-Verteidiger Mats Hummels, der in Dortmund mit Immobile zusammengespielt hatte, vor dem Champions-League-Auftritt in Rom gewarnt. "Ich glaube, es ist relativ relevant, dass wir ihm nicht allzu viele Chancen geben, weil er vor dem Tor eiskalt unterwegs ist." Genau das demonstrierte Immobile bei seinem Treffer zum 1:0 in der sechsten Minute. Und er ließ es sich auch nicht nehmen, seinen Teil zur endgültigen Entscheidung beizutragen.

Fußball | Champions League | Lazio Rom - Borussia Dortmund | Ciro Immobile

Ciro Immobile (2.v.l.) lässt seinen alten Teamkollegen Mats Hummels (l.) stehen

Als die Dortmunder beim Stand von 1:2 aus ihrer Sicht noch einmal Morgenluft witterten, legte Immobile in der 76. Minute den Ball im Strafraum mustergültig für Jean-Daniel Akpa-Akpro auf, der zum 3:1 (2:0)-Endstand für Lazio traf. Nach dem Spiel wurde Immobile bei Sky Italia noch einmal nach seiner schwierigen Zeit in Dortmund gefragt. "Manchmal", antwortete der Lazio-Kapitän vielsagend, "muss man ein bisschen Geduld mit den Spielern haben."

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