Einheimische und Touristen suchen Schutz vor Vulkan auf Bali | Aktuell Asien | DW | 28.11.2017
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Vulkanausbruch

Einheimische und Touristen suchen Schutz vor Vulkan auf Bali

Der Vulkan Agung auf Bali steht kurz vor dem Ausbruch. Die Bewohner Balis und Urlauber kämpfen mit den Auswirkungen. Während die einen eine Unterkunft suchen, wollen die anderen ihre nicht verlassen.

Indonesien Vulkan Agung (Reuters/J. Christo)

Einheimische fürchten um ihr Vieh, wenn sie ihr Zuhause verlassen

Tausende Urlauber versuchen auf der indonesischen Insel Bali eine Unterkunft zu finden. Das wird wegen des befürchteten Ausbruchs des Vulkans Agung zunehmend schwieriger, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet.

Die Urlauber sitzen fest, der internationale Flughafen der Inselhauptstadt Denpasar bleibt weiter geschlossen - wie inzwischen mitgeteilt wurde, mindestens bis noch Donnerstagmorgen (Ortszeit). Nach Angaben der Flughafenbehörde muss sichergestellt sein, dass auf den Start- und Landebahnen keine Asche liegt. Befürchtet wird, dass Vulkanasche die Triebwerke der Flugzeuge beschädigen könnte.

Ob und wann der Vulkan ausbricht, weiß niemand, aber eine heftige Eruption werde immer wahrscheinlicher. Der indonesische Vulkanforscher Gede Suantika sagte der Deutschen Presse-Agentur, die Aktivität des Berges habe eine kritische Phase erreicht. 

Indonesien Vulkan Agung (Reuters)

Touristen versuchen am Ngurah Flughafen an Informationen zu kommen

Insgesamt sind laut indonesischen Behörden etwa 60.000 Flugpassagiere betroffen. Der Gouverneur und die Tourismusbehörde der Provinz Bali riefen dazu auf, Urlauber kostenlos ein Zimmer zur Verfügung zu stellen. Laut AFP kamen aber nur wenige Hoteliers dem Aufruf nach, einige gewährten jedoch Preisnachlässe. Auf Bali halten sich derzeit mindestens 5500 deutsche Urlauber auf. 

Weil der Flughafen auf Bali geschlossen ist, sollen außerdem Hunderte Touristen auf dem Landweg mit Bussen zum Flughafen von Surabaya auf der indonesischen Hauptinsel Java gebracht werden. 

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Bali: Angst vor Vulkan-Katastrophe

Bali lockt jedes Jahr Millionen von Touristen aus aller Welt an. Das Auswärtige Amt in Berlin riet Reisenden, sich mit ihren Fluggesellschaften und Reiseanbietern in Verbindung zu setzen.

Auf der Webseite der deutschen Botschaft in Indonesien heißt es, deutschen Staatsangehörigen werde dringend empfohlen, sich in die Krisenvorsorgeliste einzutragen, um im Notfall eine schnelle Kontaktaufnahme zu ermöglichen.

Angst um Haus und Hof

Gleichzeitig wurden 100.000 Anwohner aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen. Allerdings sind schätzungsweise nicht einmal die Hälfte dieser Aufforderung nachgekommen. 70.000 Menschen sollen sich noch im Gefahrengebiet aufhalten. Viele befürchten, dass ihre Häuser geplündert und ihr Vieh gestohlen werden, wenn sie ihre Region verlassen. 

Der Vulkan Agung stößt seit einigen Tagen eine Rauch- und Aschewolke aus, am Montag stieg die Wolke 3400 Meter hoch in den Himmel. Die Behörden riefen deshalb bereits die höchste Warnstufe aus. Die Sperrzone wurde von sieben auf zehn Kilometer im Umkreis des Vulkans erweitert.

Beim bislang letzten Ausbruch von Agung waren 1963 fast 1600 Menschen ums Leben gekommen. Im September war der Vulkan nach über fünfzig Jahren wieder aktiv geworden, schon damals wurde die höchste Warnstufe ausgerufen. 140.000 Menschen wurden seinerzeit in Sicherheit gebracht. Ende Oktober hatte die Aktivität des Agung vorübergehend wieder abgenommen.

lih/se (afp,dpa)

 

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