Eine Reise zu Sonne, Mond und Sternen | Sprachbar | DW | 20.12.2017
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Eine Reise zu Sonne, Mond und Sternen

Die drei Gestirne leuchten nicht nur am Himmel, sondern beeinflussen auch die deutsche Sprache: Ob man jemandem die Sterne vom Himmel holen möchte oder hinter dem Mond lebt, ein sonniges Gemüt kann helfen.

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Eine Reise zu Sonne, Mond und Sternen

Die Sonne, der Mond und die Sterne haben nicht nur Dichter inspiriert, zu Gedichten von Liebe, Sehnsucht, Träumen, Erotik und Leidenschaft. Auch die Alltagssprache macht sich das, was Menschen mit diesen Himmelskörpern verbinden, zueigen. Beleuchten wir einige der bekanntesten Wendungen und Begriffe etwas näher.

Die guten und die schlechten Sterne

Den Anfang machen die Sterne. Mit ihrer Hilfe versuchen die Anhängerinnen und Anhänger der Astrologie, die Zukunft zu deuten und Aussagen über das zu treffen, was die Zukunft uns bringt. Nur wissen wir leider selten im Voraus, ob diese Prophezeiungen wirklich eintreffen, ob ein Vorhaben gelingt oder nicht, ob es „unter einem guten“ oder „einem schlechten Stern steht“.

Acht Neugeborene liegen in einem Krankenhaus in ihren Betten (picture-alliance/dpa/W. Grubitzsch)

Sind wir unter einem guten oder einem schlechten Stern geboren?

Ein geglücktes Vorhaben scheint manchmal von höheren Mächten in die richtigen Bahnen gelenkt worden zu sein. Es stand „unter einem guten Stern“. Andere Unternehmungen sind trotz aller Anstrengungen zum Scheitern verurteilt, „stehen unter einem schlechten Stern“.

Das Gleiche gilt auch für diejenigen, die „unter einem guten“ oder „unter einem schlechten Stern geboren“ sind: Der eine hat Glück und Erfolg im Leben, der andere nicht. Ebenso kann aber auch ein einzelnes Unternehmen unter einem guten oder schlechten Stern stehen.

Die unerreichbaren Sterne

Als unendlich ferne Punkte am Himmel stehen die Sterne auch für ein unerreichbares Glück. Wer sie zu erreichen sucht, dem ist die Enttäuschung sicher. „Die Sterne, die erreicht man nicht. Man freut sich an ihrer Pracht“, mahnte schon Johann Wolfgang von Goethe.

Wider alle Vernunft kann es der Mensch trotzdem nicht lassen, hin und wieder mal „nach den Sternen zu greifen“. Mancher Mensch steckt seine Ziele zu hoch. Er nimmt sich etwas vor, was er nicht erreichen kann. Oder bildlich ausgedrückt: Er „greift nach den Sternen“. So jemand baut sich ein Luftschloss, malt sich in seiner Phantasie etwas aus, das nicht zu verwirklichen und somit zum Scheitern verurteilt ist.

Die Liebe und die Sterne

Weltraum (Fotolia/miket)

Den „Glücksstern“ möchte mancher gern vom Himmel holen

Zumindest soll es aber Leute geben, die allen Ernstes behaupten, jemand habe für sie schon mal „die Sterne vom Himmel geholt“. Die Kraft, die das Unmögliche möglich macht, ist – wie sollte es anders sein – die Liebe. Im Rausch der Gefühle spüren Verliebte ihre Kräfte wachsen und sind bereit, dem geliebten Menschen alles – auch das Unmögliche – zu versprechen.

Sie sind mit anderen Worten bereit, ihm „die Sterne vom Himmel zu holen“. Ob solche Versprechungen dann später auch eingelöst werden, bleibt dahingestellt.

Aber sind wir doch mal ehrlich: Das Leben wäre doch langweilig, wenn wir nicht ab und zu mal ein bisschen übertreiben würden. Auch muss man kein überzeugter Astrologe sein, um daran zu glauben, dass „die Zukunft in den Sternen“ steht. Egal, ob es sich dabei um eine Liebesbeziehung oder ein Vorhaben handelt: Vorhersagen treffen kann niemand.

Der Mond und die Menschen dahinter

Wie die unerreichbaren Sterne hat auch der Mond die Menschen von jeher fasziniert, weil er seine sichtbare Gestalt verändert. Er steht für zyklische Wiederkehr, für Träume und für das Unbewusste. In Redewendungen kommt der Mond allerdings meist nicht so gut weg. Niemand würde sich beispielsweise nachsagen lassen wollen, dass er „hinter dem Mond lebt“.

Jemand, der hinter dem Mond lebt, ist weit weg vom irdischen Geschehen. Klar, dass er nicht viel mitbekommt von dem, was auf der Erde vor sich geht, viele Dinge, die sich neu ergeben haben – wie etwa die Einführung von Computern oder anderen Neuerungen.

Die erzwungene Fahrt zum Mond

Start der Raumfähre Apollo 11 (picture-alliance/dpa)

1969 wurden Menschen zum Mond „geschossen“, in der Hoffnung, dass sie wiederkommen

Ob man ihn dann „auf den Mond schießen“ möchte, soll an dieser Stelle nicht geklärt werden. Sicher ist, dass es Menschen gibt, die uns ganz schön auf die Nerven gehen. Wenn wir uns sehr über sie ärgern, wünschen wir uns mitunter, dass sie aus unserem Blickfeld verschwinden – und zwar so weit wie möglich. Wir würden sie am liebsten „auf den Mond schießen“.

Und wenn man mal unverschuldet zu einem Termin zu spät kommen sollte, kann man immer noch sagen: „Tut mir Leid. Meine Uhr geht nach dem Mond!“, geht völlig falsch und ungenau.

Die Sonne und das Gemüt

Und wie steht’s mit der Sonne und ihrem Einfluss auf die Sprache? Auf unser Wohlergehen hat sie ganz offensichtlich einen unmittelbaren Einfluss. Sie schenkt uns Licht und Energie. Sie steht für Leben und Vitalität. Wenn sie scheint, fühlen wir uns heiter und unternehmungslustig. Die meisten Menschen sind bei Sonnenschein besser gelaunt als bei Regenwetter.

Ein lachender Mann im Regen (Colourbox/Graham Oliver )

Ein sonniges Gemüt – auch im stärksten Regen

Es gibt aber auch Menschen, die „haben“ selbst im dicksten Platzregen „ein sonniges Gemüt“. Die Sonne steht in diesem Bild für Heiterkeit und Fröhlichkeit. Ein Mensch mit einem sonnigen Gemüt hat die Sonne sozusagen im Herzen – eigentlich ja eine bewundernswerte Eigenschaft.

Dennoch gibt es „sonnige Gemüter“, die dann doch zu sorglos sind. Sie gelten als naiv und blauäugig, als Menschen, die den Ernst des Lebens noch nicht erkannt haben.

Die Suche nach dem Glücksstern

Da unsere Uhr nicht nach dem Mond geht, ist die Zeit schon um. Möge alles, was Sie in nächster Zeit vorhaben, unter einem guten Stern stehen. Wer weiß, vielleicht ist ja tatsächlich was dran an der Suche nach dem Glücksstern.

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