Eine echte Gehirnwäsche | Staunen und Wundern | DW | 25.10.2013
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Staunen und Wundern

Eine echte Gehirnwäsche

Mit Gehirnwäsche ist normalerweise psychologische Beeinflussung gemeint. Eine wahrhaftige Reinigung dagegen tut unserem Hirn sehr gut - möglichst sogar eine ausgiebige Dusche täglich, sagen die Forscher.

Grafik eines Gehirns (Foto: Fotolia/Andrea Danti)

Unser Gehirn braucht eine tägliche Reinigung

Unser Körper funktioniert im Grunde wie eine hochkomplizierte Fabrik: In verschiedenen Reaktoren finden ständig Stoffwechsel statt, wobei eine ganze Menge Müll entsteht. In unserem Körper ist dann das lymphatische System gefragt, dass sich um die Entsorgung von Krankheitserregern, Fremdpartikeln oder beispielsweise das Entfernen von Tumorzellen kümmert. Bis ins Gehirn reicht dieser körpereigene Reinigungsservice jedoch nicht. Und das, obwohl gerade dieses das menschliche Organ mit dem stärksten Stoffwechsel ist. Minute für Minute entsorgt es zahlreiche Eiweiße, die den Nervenzellen schaden können.

Reinigung fürs Gehirn

Wie unser Gehirn mit dem ganzen Abfallstoffe umgeht, hat nun ein internationales Wissenschaftlerteam von der University of Rochester Medical Center in den USA herausgefunden. Ihre Forschungsergebnisse haben sie im Science-Magazin veröffentlicht: Denn statt die Abfallstoffe vom lymphatischen System wegschaffen zu lassen, hat unser Hirn seinen ganz eigenen Reinigungsservice: das glymphatische System. Die zentrale Rolle spielen hierbei die Gliazellen, die Hirnwasser und Abfallstoffe unter Druck aus dem Denkorgan pumpen.

Neuronale Zellen (Grafik: Fotolia/psdesign1)

Viele Krankheiten sollen durch Müllablagerungen im Gehirn entstehen können

Schnell geht dieser Prozess allerdings nicht. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass eine vollständige Gehirnwäsche etwa acht Stunden Zeit beansprucht - jeden Tag. Dies findet genau während der Bettruhe statt. Denn wenn wir schlafen, vergrößert sich der Abstand zwischen den Nervenzellen - Nervenwasser kann reibungslos fließen und Abfallstoffe entsorgen. Bei zu wenig Schlaf allerdings, kann der Reinigungsservice seine Arbeit nicht vollständig erledigen, warnen die Forscher. Das könne unser Hirn auf Dauer schädigen. Folgen könnten beispielsweise Krankheiten wie Alzheimer oder Parkinson sein. Denn dazu können die gesundheitsschädlichen Stoffe im Kopf führen - sofern sie nicht entsorgt werden.

Deswegen raten die Wissenschaftler, rechtzeitig ins Bett zu gehen und unserem Gehirn ausreichend Zeit für eine Dusche zu gönnen. Die dauert zwar acht Stunden, ist aber trotzdem umweltfreundlich: Das Abwasser wird gefiltert und recycelt.

WWW-Links