Eine deutsch-englische Freundschaft | Kultur | DW | 10.09.2013
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Kultur

Eine deutsch-englische Freundschaft

Er entstand mitten im 2. Weltkrieg: "Leben und Sterben des Colonel Blimp" von Michael Powell und Emeric Pressburger. Weil ein Deutscher allzu sympathisch dargestellt wurde, wollte Winston Churchill den Film verhindern.

Schon während der Produktion des Films schaltete sich die Politik ein. Man ahnte, dass die Geschichte einer Jahrzehnte währenden Freundschaft zwischen einem britischen und einem deutschen Offizier kontraproduktiv sein könnte inmitten des Bombardements des 2. Weltkriegs. Und so war es ja auch: "Leben und Sterben des Colonel Blimp" ist ein Film, der abseits jeglicher Propaganda satirische Kritik übt an übertriebenen und falsch ausgelegten soldatischen Tugenden und an britischer Hochnäsigkeit. Zudem stellt der Film des Regieduos Powell/Pressburger die Figur eines deutschen Offiziers als Sympathieträger in den Mittelpunkt.

Der Deutsche (wunderbar gespielt von Anton Walbrook) duelliert sich am Anfang mit dem Briten (Roger Livesey, unser Foto), doch daraus entwickelt sich ein lange Freundschaft. Die britischen Propagandastellen konnten die Produktion nicht verhindern. Winston Churchill setzte sich daraufhin persönlich dafür ein, dass "Leben und Sterben des Colonel Blimp" zumindest nicht in den Export ging. Auch wurde die Originalfassung zerschnitten und verkürzt. Nach dem 2. Weltkrieg kursierten lange nur verstümmelte Fassungen dieses Meisterwerks der britischen Filmgeschichte. Bei der letzten Berlinale wurde die aufwendig restaurierte Fassung des Films präsentiert - ein Ereignis. Jetzt liegt "Leben und Sterben des Colonel Blimp" von Michael Powell und Emeric Pressburger auch auf DVD vor (in der Reihe Masterpieces of Cinema bei Koch Media).

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