Ein Drittel der Ehegatten scheitert am Deutschtest | Aktuell Welt | DW | 25.04.2019
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Migration

Ein Drittel der Ehegatten scheitert am Deutschtest

Viele Ausländer, die zu ihrem Ehepartner nach Deutschland ziehen wollen, bestehen einem Medienbericht zufolge die nötige Sprachprüfung in ihrem Heimatland nicht. Die Linke kritisiert die Anforderungen als unrealistisch.

In Deutschland können Einwanderer wie hier in Hamburg ihre Kenntnisse an Volkshochschulen vertiefen

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Im vergangenen Jahr haben mehr als 16.000 ausländische Ehegatten die deutsche Sprachpüfung für den Familiennachzug nicht bestanden. Das berichten die Zeitungen der Funke Mediengruppe unter Berufung auf eine Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken im Bundestag. 

Demnach nahmen 48.130 Menschen an der sogenannte "Deutsch-1-Prüfung" teil. Knapp 16.200, also rund ein Drittel, von ihnen bestanden den Test nicht, der eine Voraussetzung ist, um zum Ehepartner in Deutschland nachreisen zu dürfen.

Die Zahl der Prüfungen bei einreisewilligen Ausländern steigt nach Angaben der Bundesregierung seit Jahren an. 2016 absolvierten noch 37.840 Ehepartner die "Deutsch-1-Prüfung". 2017 waren es schon mehr als 42.000, 2018 dann 48.130. Die Durchfallquote liegt konstant bei einem Drittel, wie die Funke-Zeitungen schreiben.

Besonders aus der Türkei, Russland, Mazedonien und Kosovo, aber auch Thailand, Vietnam und dem Irak absolvieren Ehepartner demnach den Sprachtest, um nach Deutschland nachreisen zu können. 

Vor allem im Irak sei die Durchfallquote bei den Prüfungen hoch. Von 1626 Menschen bestanden laut Bundesregierung 722 den Test. Mehr als die Hälfte (904) fiel demnach durch - und kann zumindest bis zu einer wiederholten und bestandenen Prüfung nicht zum Partner reisen.

Vorbereitung auf Formulare

Die vorgeschriebenen "einfachen Sprachkenntnisse" heißen für das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), dass ein Ausländer simple Sätze im Alltag versteht, sich vorstellen und einkaufen gehen oder nach dem Weg fragen kann. Auch Formulare für die Behörden sollte die Person ausfüllen können. Ausgenommen von dem Test sind den Angaben zufolge neben Personen aus den USA und Israel auch EU-Bürger, hochqualifizierte Erwerbstätige und Selbstständige; Ehepartner von anerkannten Flüchtlingen müssen die Prüfung ebenfalls nicht absolvieren.

Die Linken-Abgeordnete Gökay Akbulut

Die Linken-Abgeordnete Gökay Akbulut

Die Linke im Bundestag kritisierte die Anforderungen an Ausländer beim Ehegatten-Nachzug als "völlig unrealistisch". Die Sprachtests würden dazu führen, dass "Familien immer noch jahrelang voneinander getrennt bleiben", sagte die Linken-Abgeordnete Gökay Akbulut den Funke-Zeitungen. "In Deutschland die Sprache zu lernen, wäre viel leichter, günstiger und weniger belastend für die Betroffenen."

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz (CDU), verteidigte dagegen die 2007 eingeführte Regelung. Es sei richtig, wenn Ausländer schon vor der Einreise "einfache Deutschkenntnisse" mitbringen würden. "Nur so können sie sich hier von Anfang an zurechtfinden und in der Gesellschaft Fuß fassen."

stu/qu (afp, kna)
 

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