″Edel-Joker″ Sörloth verhilft Leipzig zum Sieg | Sport | DW | 03.03.2021
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DFB-Pokal, Viertelfinale

"Edel-Joker" Sörloth verhilft Leipzig zum Sieg

RB Leipzig zieht mit einem Sieg gegen den VfL Wolfsburg ins Halbfinale des DFB-Pokals ein. Erneuter Matchwinner: "Edel-Joker" Alexander Sörloth. Auch Holstein Kiel steht im Semifinale.

Es ist ein Titel, der ihm eher nicht gefallen dürfte. Denn Alexander Sörloth macht sich gerade als "Edel-Joker" einen Namen bei RB Leipzig. Wer will als Fußballprofi nicht mit Anpfiff auf dem Platz stehen? Aber im Moment hat der Angreifer eher die Rolle des Ergänzungsspielers - die er aber auf seine ganz eigene, besondere Weise interpretiert. 

Immer wenn Sörloth zuletzt eingewechselt wurde, nahm das Spiel der Sachsen die richtige Richtung. So war es auch im Viertelfinale des DFB-Pokals gegen den VfL Wolfsburg am Mittwochabend. Leipzig siegte - nicht zuletzt aufgrund der Mithilfe des Norwegers mit 2:0 (0:0). Damit ziehen die Sachsen ins Halbfinale ein. 

Sörloth war gerade einmal 120 Sekunden auf den Platz, da schickte der 25-Jährige seinen Kollegen Yussuf Poulsen nach einem kraftvollen Solo sowie einem sehenswerten Pass auf die Reise. Der RB-Angreifer ließ sich die Gelegenheit nicht nehmen und verwandelte zum 1:0 (63.) Kaum also war Sörloth auf dem Platz, da hatte er schon großen Einfluss auf das Offensivspiel seines Teams. 

Schon gegen Mönchengladbach brilliert

Und auch das 2:0 durch Hee-chan Hwang (88.) bereitete Sörloth mit robustem Körpereinsatz und guter Übersicht maßgeschneidert mit einem Querpass in den Strafraum vor. Das genau war die Aufgabe des Angreifers. Das hatte Leipzig-Trainer Julian Nagelsmann genau so bezweckt, denn schließlich hatte er erst einige Tage zuvor gute Erfahrungen mit diesem Schachzug - Sörloth erst später ins Spiel zu bringen - gemacht.

In der Bundesliga, am 23. Spieltag gegen Borussia Mönchengladbach, kam Sörloth unmittelbar nach der Pause beim Stand von 0:2 auf das Feld. Am Ende stand es 3:2 für die Sachsen - und Sörloth hatte wesentliche Offensiv-Akzente für die Leipziger  gesetzt - und mit dem entscheidenden Treffer in der Nachspielzeit die Partie gedreht.  

Körperlich robust und schnell

Seit Mitte September des vergangenen Jahres ist Sörloth in Leipzig, für fünf Jahre hat er dort unterschrieben. 20 Millionen Euro hat RB an Crystal Palace aus der englischen Premier League für den Angreifer überwiesen. Eine große Investition, ein Vertrauensbeweis, der sich nun immer mehr auszuzahlen scheint. Schließlich hatte der Norweger eine längere Eingewöhnungsphase gebraucht. In 21 Einsätzen erzielte er zwei Treffer, kam dabei zumeist von der Ersatzbank. 

"Wir wussten schon, dass er irgendwann die Explosion kommt. Sonst hätten wir nicht so viele Euros in die Hand genommen. Ich hoffe, dass er jetzt total angekommen ist", sagte Nagelsmann über Sörloth.  

Der 25-Jährige ist mit 1,94 Meter und rund 90 Kilogramm eine echte "Kante". Neben seiner körperlichen Robustheit ist Sörloth schnell und technisch durchaus beschlagen. Eine seltene Mischung, die Leipzig für sich nutzen will.

Sörloth soll eine echte Alternative zu Poulsen darstellen und wartet noch auf seinen Durchbruch auf höchster Ebene. Denn weder zuletzt in der Premier League noch in der Bundesliga hat er es zum Stammspieler geschafft.  Mittlerweile scheint er sich immer besser in Leipzig und in der Bundesliga zurecht zu finden. Deshalb würde er wohl gerne so schnell wie möglich das Attribut "Edel-Joker" hin zum Stammspieler verändern.   

Kiel schlägt Essen und steht im Halbfinale

Drei Kieler Spieler klatschen sich ab.

Janni Serra (r.) bringt Holstein Kiel früh mit 2:0 in Front

Holstein Kiels Trainer Ole Werner stieß nach dem 3:0-Erfolg und damit dem Einzug ins DFB-Pokal-Halbfinale nur einen kurzen Jubelschrei aus, der geschlagene Gegner Rot-Weiss Essen haderte mit einem Skandal-Elfmeter. Kiel beendete das Cup-Märchen des Regionalligisten am Mittwoch an der Hafenstraße und erreichte erstmals in der Vereinsgeschichte die Vorschlussrunde des DFB-Pokals.

Die Kieler trafen gegen den forschen Außenseiter mit einem Doppelschlag innerhalb von 113 Sekunden durch Alexander Mühling (26./Foulelfmeter) und Janni Serra (28.). Allerdings war der Elfmeter-Pfiff eine klare Fehlentscheidung.  "Für mich ist das ein Riesen-Skandal", schimpfte Essens Vorstandschef Marcus Uhlig schon zur Pause. Für das dritte Gegentor sorgte Joshua Mees in der 90. Minute.

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