Ecuadors Präsident: Assange bleibt ein Problem | Amerika - Die aktuellsten Nachrichten und Informationen | DW | 30.05.2018
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Südamerika

Ecuadors Präsident: Assange bleibt ein Problem

In einem Exklusiv-Interview mit der Deutschen Welle bestätigt der Präsident Ecuadors, dass Julian Assange immer noch in der Londoner Botschaft wohnt. Er sei aber von aller Kommunikation abgeschnitten.

Ecuador Interview mit Präsident Lenin Moreno (Presidencia de Ecuador)

Der Präsident Ecuadors Lenín Moreno im Gespräch mit DW-Autorin Jenny Pérez

Lenín Moreno mag es barock. Der Präsident Ecuadors hat die barocke Kirche "Iglesia de la Compañía" für das Interview mit der Deutschen Welle ausgesucht. Ein Thema unter anderem: Julian Assange in seinem Londoner Exil. Moreno bestätigt, dass der Fall Assange nach wie vor ein Problem für sein Land sei, "aber Ecuador wird sein Recht auf Asyl weiter respektieren, wenn er unsere Spielregeln anerkennt." So sollte sein Asylstatus nicht dazu dienen, politisch zu diskutieren oder sich gar in die Politik befreundeter Staaten einzumischen, sagte der Präsident. "Aus diesem Grund haben wir ihn von aller Kommunikation abgeschnitten", sagt er.

Gleichzeitig bestätigte der ecuadorianische Präsident, dass die Idee, Julian Assange die ecuadorianische Staatsbürgerschaft anzubieten, aus dem Außenministerium gekommen sei. "Das hat Außenministerin María Fernanda Espinosa verfügt - ich gehe nicht in allen Punkten konform mit dieser Entscheidung, aber ich respektiere sie", sagt der Präsident. Lenín Moreno weist eine Einmischung oder einen Druck aus den USA oder von anderen Regierungen im Fall Assange zurück.

An die Adresse des venezolanischen Amtskollegen Nicolás Maduro gerichtet, sagte Moreno: "Ich bin gegen jeden, der sich in die Macht verliebt." Dies sei eine Respektlosigkeit. Auf die Frage, ob er eine Resolution zur Verurteilung der venezolanischen Regierung vor der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) unterstützen würde, sagte Moreno, eine solche Verurteilung müsse gut begründet werden. "Wir haben protestiert, wir haben unsere Meinung über die geringe Beteiligung der Opposition bei den Wahlen zum Ausdruck gebracht", sagt der Präsident. Zuvor hatten ihm ecuadorianische Medien vorgeworfen, er habe sich nicht klar genug gegen den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro positioniert.

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