Echo: Trotz Antisemitismusvorwürfen dürfen Farid Bang und Kollegah antreten | Musik | DW | 06.04.2018
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Musik

Echo: Trotz Antisemitismusvorwürfen dürfen Farid Bang und Kollegah antreten

Toleranz gegenüber Auschwitz-Vergleichen? Trotz einer zweifelhaften Textstelle im Song "0815" bleibt das Album der beiden Rapper für den Musikpreis nominiert. Das hat der Ethikrat des Echo entschieden.

"Mein Körper definierter als von Auschwitz-Insassen" heißt es im Song "0815". Kollegah und Farid Bang dürfen trotz dieser Textzeile beim Echo antreten. Der Ethik-Beirat des Preises hat sich mehrheitlich gegen einen Ausschluss der Künstler entschieden, wie der Bundesverband Musikindustrie in Berlin mitteilte.

Der BVMI hatte nach einem Bericht der BILD-Zeitung den siebenköpfigen Ethik-Beirat eingeschaltet. Es handele sich um einen "absoluten Grenzfall zwischen Meinungs- und Kunstfreiheit und anderen elementaren Grundrechten", sagte der Vorsitzende des Beirats, der ehemalige CDU-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Börnsen.

"Ausschluss von Farid und Kollegah nicht der richtige Weg"

Die Wortwahl einiger Texte, etwa in "0815" sei "provozierend, respektlos und voller Gewalt", betonte er. Erst vor wenigen Tagen hatte die CDU dazu aufgefordert, Judenhass nicht zu tolerieren.

Konzert von Kollegah und Farid Bang in Berlin (picture-alliance/Eventpress Hoensch)

Nicht zimperlich in ihren Texten: Kollegah und Farid Bang in Berlin auf der Bühne

"Nach intensiver und teilweise kontroverser Diskussion sind wir dennoch mehrheitlich zu dem Ergebnis gekommen, dass ein formaler Ausschluss nicht der richtige Weg ist", sagte Börnsen.

Den Ethik-Beirat beim Echo gibt es seit 2013. Er wurde damals gegründet, um zu überprüfen, ob Texte der Band "Frei.Wild" rechtsextremistische Motive verbreiteten. Nach einer Kontroverse um die Südtiroler Band wurde die Nominierung zurückgezogen und "Frei.Wild" von der Liste der Nominierten gestrichen.

Der Echo wird jährlich seit 1992 von der Deutschen Phono-Akademie, dem Kulturinstitut des Bundesverbandes Musikindustrie, vergeben. Die Verleihung findet am kommenden Donnerstag in Berlin statt.

so/pg (dpa, epd)

 

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