DW Akademie in Libyen | Afrika | DW | 24.05.2018
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Afrika

DW Akademie in Libyen

Die DW Akademie fördert in Libyen die Produktion unabhängiger Nachrichten aus allen Regionen des Landes.

Libyen befindet sich seit 2014 in einer extrem angespannten politischen Situation. Das Land ist zerrissen durch die starke militärische Präsenz unterschiedlicher Milizen-Verbände, die sich vor dem Hintergrund ihrer Stammeszugehörigkeit und regionaler Herkunft positioniert haben. Die Spannungen eskalierten im Sommer 2014 in Tripolis: Der internationale Flughafen wurde vollständig zerstört und das neu gewählte Parlament (House of Representatives HoR) wurde gezwungen, in die östlichste Stadt des Landes, Tobruk, zu fliehen. Seitdem hat sich die ehemals auf das Gebiet von Tripolis beschränkte Konfrontation zwischen den Milizen auf das ganze Land ausgedehnt. Die prekäre Sicherheitssituation überlagert das gesamte gesellschaftliche und politische Leben und hat unmittelbare Auswirkungen auf den Mediensektor.

Die staatlichen Medienhäuser wurden von Milizen besetzt und in Folge auf Anordnung der Regierung an der Ausstrahlung gehindert, der Satellitenzugang abgeschaltet. Private Medien werden, falls kritisch in ihrer Berichterstattung, besetzt und geplündert. Diese Situation hat drastische Einschränkungen der Rechte auf Informationszugang und Meinungsfreiheit für die libysche Bevölkerung zur Folge, insbesondere da eine landesweite Berichterstattung seit Sommer 2014 nicht mehr stattfindet. So bietet beispielsweise derzeit kein landesweit empfangbares Programm eine politische Berichterstattung über die Arbeit von Parlament und Regierung. Auch in den Regionen Libyens ist der Informationszugang für die dortige Bevölkerung nur unzureichend gewährleistet. Zwar stellen Regionalsender lokale Informationen fast überall zur Verfügung. Diese Sender sind aber wiederum ein Spiegel – manchmal auch ein Sprachrohr – der Politik des machthabenden Stammes in der Region. Zurzeit gibt es keine verlässlichen Nachrichten aus Libyen, die Bevölkerung wird nur unzureichend informiert und der Staat ist nicht in der Lage, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass den Bürgern ein pluralistisches Medienangebot zur Verfügung steht.

Unser Engagement

Die DW Akademie ist seit September 2011 durchgehend in Libyen aktiv. Anlässlich der ersten Parlamentswahl 2012 führte die DW Akademie ein Projekt zu Wahlberichterstattung und politischer Kommunikation in verschiedenen Gebieten Libyens durch. Von 2013 bis 2016 wurde das EU-Projekt "Media in Libya – Stability through Structure" durchgeführt. Anfang 2018 hat ein neues von der EU finanziertes Dreijahresprojekt begonnen: "Media in Libya – Stability through Reconciliation". Das übergeordnete Ziel besteht darin, das Recht auf Zugang zu Informationen für die Menschen in Libyen zu fördern. Um die Versöhnung und den konstruktiven Dialog voranzutreiben, müssen alle gesellschaftlichen Gruppen einbezogen werden. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf ethnischen Minderheiten, Frauen und Jugendlichen. Es finden Weiterbildungsmaßnahmen für Journalisten insbesondere lokaler Medien statt. Beratungen von Behörden und Ministerien zu Medienregulierung und Selbstregulierung stärken die Entwicklung eines gesetzlichen Rahmens des libyschen Mediensystems. Ziel ist es, eine starke Kooperation zwischen regionalen Medien und lokalen Regierungsstrukturen zu fördern.

Mittelgeber: EU Kommission, Auswärtiges Amt (AA)

Einsatzorte: seit 2014 Tunis und Instanbul; bis 2014 Tripolis, Ghariyan, Nalut, Yifren, Zuwara, Zawiya, Misrata, Sebha, Murzuk, Bengasi, Bayda

Partner vor Ort: Libyan Cloud News Agency, Libyan Blogger Network

Schwerpunkte: Mediengesetze/ Medienrecht, Stärkung öffentlich-rechtlicher Medien, Medienselbstregulierung und journalistische Ethik, Mitsprache benachteiligter Bevölkerungsgruppen, Konflikt und Medien/ konfliktsensible Berichterstattung, Professionalität und Netzwerke im Journalismus

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