DW Akademie in Ghana | Afrika | DW | 04.06.2018
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Afrika

DW Akademie in Ghana

Die DW Akademie unterstützt in Ghana ein Netzwerk von Bürgerradios im ländlichen Raum und qualifiziert Korrespondentinnen und Korrespondenten großer Privatradios.

Ghana belegt aktuell Platz 23 auf der Rangliste der Pressefreiheit der Nichtregierungsorganisation "Reporter ohne Grenzen" – noch vor Großbritannien, Spanien und Frankreich. Das Recht auf freie Meinungsäußerung wird in Ghana nur selten von staatlichen Instanzen eingeschränkt. Ghana verfügt über eine diverse Medienlandschaft mit ca. 350 privaten Radio-Stationen, 80 Bürgerradios und 30 öffentlich-rechtlichen Sendern. Es gibt hunderte Zeitungen und Online-Portale.

Obwohl prinzipiell allen die Möglichkeit zur freien Meinungsäußerung gegeben ist, verläuft der Prozess der Meinungsbildung über Medien nicht optimal. Sehr schwierig ist für Bürger und Medien der Zugang zu Informationen öffentlicher Stellen. Die Informationsfreiheit ist zwar in der Verfassung verankert, es gibt jedoch noch kein Gesetz, das den Zugang der Bevölkerung zu Informationen rechtlich genauer regelt. In der Praxis fordern viele Journalisten dieses Recht auch nicht entschieden genug ein und beschränken sich beispielsweise auf die Wiedergabe von Meinungen bestimmter Parteien.

Kritische Fragen und sorgfältige Recherche sind eine Seltenheit. Eine der Ursachen dafür liegt in der schwachen wirtschaftlichen Position vieler Medien und einem weit verbreiteten System von "Bezahljournalismus" (Journalist/innen erhalten üblicherweise Umschläge mit Geldbeträgen bei Pressekonferenzen). Ein weiterer Grund ist die in der Regel praxisferne Ausbildung der ghanaischen Journalistinnen und Journalisten.

Unser Engagement

Die DW Akademie unterstützt ein Netzwerk von Bürgerradios im ländlichen Raum und qualifiziert Korrespondenten eines großen Privatradios. Dies soll dazu beitragen, dass die Landbevölkerung sich besser informieren und stärker am gesellschaftlichen Dialog teilhaben kann.

Außerdem setzt sich die DW Akademie in Zusammenarbeit mit der Media Foundation for West Africa (MFWA) dafür ein, dass der Zugang zu Informationen von Behörden für Bürger und Medien leichter wird. In einzelnen Distrikten sollen alle Beteiligten gestärkt werden, damit sie das Verfassungsrecht vorbildlich umsetzen können. Auch wird die Suche nach Alternativen zum praktizierten "Bezahljournalismus" angeregt. Zudem setzt sich die DW Akademie in Kooperation mit dem "Ghana Institute of Journalism" (GIJ) und dem "National Film and Television Institute" (NAFTI) für eine praxisnähere Ausbildung von Nachwuchsjournalistinnen und -journalisten ein.

Mittelgeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

Ländermanagerin: Beate Weides

Einsatzorte: Accra, Wa, Twifo Praso, Tema, Ellembelle

Partner vor Ort: Ghana Community Radio Network (GCRN), Joy FM, Media Foundation for West Africa als aktives Mitglied der Coalition on the Right to Information (RTI Coalition), Ghana Institute of Journalism, National Film and Television Institute (NAFTI), Support for Decentralisation Reforms, Programm der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) in Ghana

Schwerpunkte: Gesellschaftliche Teilhabe, politische und rechtliche Rahmenbedingungen, Qualifizierung, Mediengesetze/ Medienrecht, Informationsfreiheit/Zugang zu Informationen von öffentlichen Stellen, zivilgesellschaftliche Lobby für Meinungsfreiheit, Mitsprache benachteiligter Bevölkerungsgruppen, (lokale) partizipative Medienangebote und Bürgermedien, Journalismusausbildung/ Curriculaentwicklung, Geschäftsmodelle und wirtschaftliche Nachhaltigkeit, Professionalität und Netzwerke im Journalismus

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