DW Akademie in der Mongolei | Asien | DW | 05.06.2018
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Asien

DW Akademie in der Mongolei

Mongolische Journalisten wollen frei von politischen und wirtschaftlichen Partikularinteressen berichten. Die DW Akademie unterstützt sie im Streben nach Medienunabhängigkeit.

450 Medien versorgen 3 Millionen Mongolen

Die Zahl privater Medien in der Mongolei ist seit 1990 explosionsartig gewachsen. Die mongolische Bevölkerung ist mit 450 Medien publizistisch überversorgt. Das Internet ist die wichtigste Informationsquelle für die Menschen  in der Hauptstadt Ulan Bator und den ländlichen Provinzen.

Doch die Mehrheit privater Medieneigner ist wenig an ausgewogener Berichterstattung interessiert.  Kampagnenjournalismus und politisches Agenda-Setting stehen hoch im Kurs. Die Durchschnittsgehälter der Branche sind so niedrig, dass Journalist/innen in prekären Verhältnissen leben und bezahltem Journalismus nachgehen. Gewerkschaftliche Vertretungen gibt es bisher nicht.

Intransparenz der Besitzverhältnisse

28 Jahre nach dem Ende des Kommunismus wirkt sein Erbe im mongolischen Mediensektor nach. Verflechtungen zwischen Journalistinnen und Journalisten und den politischen oder wirtschaftlichen Eliten des Landes bestehen fort. Die Meinungs- und Informationsfreiheit wird zwar gesetzlich garantiert, im Alltag ist sie aber stark eingeschränkt. Regierungsmitglieder besitzen teils direkt, teils indirekt Medien und greifen immer wieder in die Freiheit der Presse ein.

Rechtsunsicherheit – Journalisten unter Druck

Wer kritisch berichten will, wird oftmals unter Druck gesetzt oder wegen Diffamierung angezeigt. Das 2017 erlassene Ordnungswidrigkeitsgesetz überträgt die Verantwortung für die Verfolgung von Ehrendelikten (wie Verleumdung, Beleidigung oder üble Nachrede) an die Polizei. Journalistinnen und Journalisten sind der Willkür der Behörden ausgesetzt. Es drohen Bußgelder in existenzgefährdender Höhe.

Medienselbstregulierung und investigativer Journalismus

Das Engagement der DW Akademie in der Mongolei konzentriert sich auf die Stärkung der Medienunabhängigkeit. 2015 wurde mit Unterstützung der DW Akademie der Media Council of Mongolia (MCM) gegründet. Die NRO setzt Standards der journalistischen Ethik. Die Bevölkerung kann dort bei unlauterer Berichterstattung Beschwerden einreichen. Zudem fördert die DW Akademie das Press Institute of Mongolia (PIM). Gemeinsam mit der DW Akademie hat das PIM Aus- und Fortbildungsprogramme für investigativen Journalismus etabliert und Lehrkräfte dafür ausgebildet.

Seit 2017 findet jährlich eine Konferenz für investigativen Journalismus statt. Dort wird auch der Preis für die beste investigative Recherche ausgelobt. Das Mongolian Centre for Investigative Journalism steht in den Startlöchern und wird von der DW Akademie beim Aufbau seiner Webseite unterstützt. Zur Entwicklung der politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen arbeitet die DW Akademie mit der NRO Globe International Centre (GIC) zusammen.

Mittelgeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ)

Ländermanager: Patrick Benning

Einsatzort: Ulan Bator

Partner vor Ort: Mongolischer Medienrat (MCM), Press Institute of Mongolia (PIM), Globe International Centre (GIC), Mongolian Centre for Investigative Journalism (MCIJ)

Schwerpunkte: Politische und rechtliche Rahmenbedingungen, Qualifizierung, Medienselbstregulierung und journalistische Ethik, Zivilgesellschaftliche Lobby für Meinungsfreiheit, Journalismusausbildung und Curriculaentwicklung, investigativer Journalismus.

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