DW Akademie in Burkina Faso | Afrika | DW | 24.05.2018
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Afrika

DW Akademie in Burkina Faso

Um den Zugang zu Information und die kritische Auseinandersetzung mit Medien zu stärken, fördern wir den journalistischen Nachwuchs, die Medienkompetenz von Jugendlichen und nachhaltige Strategien für Community Radios.

Seit dem Volksaufstand Ende Oktober 2014 hat sich die burkinische Medienlandschaft verändert. Nach der Flucht des langjährigen Präsidenten Blaise Compaoré begannen die Medien, ihre neuen Freiheiten zu nutzen.

2015 hat das damalige Übergangsparlament den Pressekodex modifiziert. Die neuen Gesetze beinhalten die offizielle Anerkennung des Rechtsstatus der einzelnen Medien, die Steuerbefreiung für Pressematerial und -ausrüstung sowie die Erhöhung staatlicher Subventionen für private wie staatliche Medien. Die wichtigste Reform bezieht sich auf die Aufhebung der Freiheitsstrafe für Medienschaffende bei Pressedelikten.

Jedoch geht die Abschaffung der Gefängnisstrafe mit einer drastischen Erhöhung der Geldbußen bei Pressedelikten einher. Die hohen finanziellen Strafen bedrohen die Existenz von nationalen Medienunternehmen und führen zu einer Einschränkung der Meinungsfreiheit sowie dem Fortbestand der Selbstzensur.

Die Entwicklung der Medienlandschaft unter dem im Dezember 2015 neugewählten Staatspräsidenten Roch Marc Kaboré ist ungewiss. Die prekäre Sicherheitslage in Burkina Faso - rund 100 islamistische Terroranschläge in den letzten drei Jahren - erschwert die Arbeit der Journalisten.

Im Vorfeld der Wahlen 2020 mischt sich die staatliche Behörde zur Medienregulierung, der Conseil Supérieur de la Communication (CSC), zunehmend in die Arbeit der Medienhäuser ein. Der CSC ist zudem wegen Korruption stark in die Kritik geraten. Das Kommunikationsministerium wahrt nicht immer Neutralität. Darüber hinaus werden Journalistinnen und Journalisten weiterhin schlecht bezahlt und sind so auf Bezahlberichterstattung angewiesen.

Zeitungen werden in Burkina Faso nur von einer kleinen intellektuellen Elite gelesen. Auch wenn die Nutzung des Internets stetig steigt, bleibt das Radio – insbesondere in ländlichen Regionen – das wichtigste Medium. Weite Teile der Bevölkerung – besonders Frauen und Bewohner der ländlichen Regionen – können ihr Recht auf umfassende und ausgewogene Information über öffentliche Belange immer noch kaum wahrnehmen.

Unser Engagement

Um die Qualität der privaten und alternativen Medienangebote zu stärken, konzentriert sich das Engagement der DW Akademie besonders auf die Unterstützung des journalistischen Nachwuchses und auf eine nachhaltige Strategieentwicklung von Community Radios.

Gemeinsam mit der Jugendorganisation "EducommunicAfrik" entwickelt die DW Akademie zudem ein Media and Information Literacy (MIL)-Curriculum, um der Radikalisierung von Jugendlichen durch extremistische Propaganda und Desinformation entgegenzuwirken. Die Projekte in Zusammenarbeit mit verschiedenen Lokalradios zielen auf einen gestärkten Zugang zu Information und auf eine verbesserte Hörerbeteiligung ab und vernetzen Journalisten über die Landesgrenzen (Mali und Niger) hinaus.

In gemeinsam mit dem Journalistennetzwerk "Réseau d’Initiatives de Journalistes" (RIJ) organisierten Workshops werden Themen wie Terrorismus oder Migration konfliktsensibel aufbereitet. Im Kontext der Professionalität und wirtschaftlichen Nachhaltigkeit des Mediensektors in Burkina Faso berät die DW Akademie verschiedene Medienhäuser in ihrer Organisations- und Finanzstruktur. Um vermehrt lokale Trainer und Berater aus Burkina Faso, Mali und Niger als Medientrainer einzusetzen, werden spezifische Fortbildungen mit den Schwerpunkten konfliktsensible Berichterstattung, Mobile Reporting und Fact-Checking durchgeführt.

Mittelgeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

Ländermanagerin: Carine Debrabandère

Einsatzorte: Ouagadougou, Ziniaré, Ouahigouya, Banfora, Fada N’Gourma

Partner vor Ort: La Voix du Paysan, Radio Vénégré, Radio Munyu, Radio Tin Tua, EducommunicAfrik, Réseau d’Initiatives de Journalistes (RIJ, Ouagadougou), Réseau des journalistes sensibles aux conflits (Niamey, Niger), Réseau SKBo (Sikasso, Mali), Centre National de Presse-Norbert Zongo


Schwerpunkte: Gesellschaftliche Teilhabe, Professionalität und wirtschaftliche Nachhaltigkeit des Mediensektors, Mitsprache benachteiligter Bevölkerungsgruppen, (lokale) partizipative Medienangebote und Bürgermedien, Konflikt und Medien/ konfliktsensible Berichterstattung, Geschäftsmodelle und wirtschaftliche Nachhaltigkeit, Professionalität und Netzwerke im Journalismus, Media and Information Literacy (MIL)

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