DW Akademie in Bolivien | Lateinamerika | DW | 20.05.2019
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Lateinamerika

DW Akademie in Bolivien

Gesellschaftliche Teilhabe und Qualifizierung stehen im Mittelpunkt der Arbeit der DW Akademie in Bolivien, zum Beispiel durch eine duale Ausbildung für Journalisten.

Die Medienlandschaft in Bolivien ist stark polarisiert und teilt sich tendenziell in zwei politische Lager: das der regierungstreuen und das der regierungskritischen Medien. Unabhängige, faire und ausgewogene Berichterstattung, auf deren Basis sich die Bevölkerung beispielsweise bei Wahlen eine Meinung bilden kann, gibt es kaum.

Unser Engagement

Schwerpunkt der Arbeit der DW Akademie in Bolivien sind unsere Bemühungen um eine stärkere Teilhabe der Bevölkerung, insbesondere vernachlässigter städtischer Randgebiete, an den gesellschaftlichen Entwicklungsprozessen. Unerlässlich ist dafür die Schaffung von Räumen, die es den Bürgern ermöglichen, sich aktiv am öffentlichen Diskurs zu beteiligen und ihre Meinung zu äußern.

Gemeinsam mit der Stiftung UNIR Bolivia und mit Unterstützung des Radionetzwerks Aruskipawi (was in der lokalen Sprache Aymara "Dialog" bedeutet) fördert die DW Akademie den gesellschaftlichen Austausch in der Stadt El Alto.

Dort veranstalten die Radiostationen eine Reihe öffentlicher Dialogveranstaltungen zu verschiedenen Themen, die von traditionell benachteiligten Gruppen wie Frauen oder Jugendlichen als relevant erachtet werden.

Die Journalistinnen und Journalisten des Radionetzwerks Aruskipawi spielen dabei eine ganz entscheidende Rolle: Sie sind Mediatorinnen und Mediatoren in einer polarisierten Gesellschaft, indem sie die sachliche Auseinandersetzung mit dem Thema und den  Austausch fördern. Die öffentlichen Dialoge werden jeweils von einem der Sender des Netzwerks vorbereitet, moderiert, ausgestrahlt und über Social-Media-Kanäle zur Verfügung gestellt.

Gleichzeitig widmet sich die DW Akademie der Schaffung nachhaltiger Strukturen für die berufliche Bildung von Medienschaffenden in Bolivien. Mit dem Programm ProPeriodismo hat die DW Akademie gemeinsam mit der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und lokalen Partnern zwischen 2013 und 2018 internationale Standards für die Ausbildung von Journalistinnen und Journalisten etabliert.

Im Rahmen des Projekts wurde zusammen mit der Journalismus-Stiftung Fundación para el Periodismo eine duale Journalistenausbildung mit Schwerpunkt Crossmedia ins Leben gerufen. Egal ob Datenjournalismus, Mobile Reporting oder Investigativrecherche: Die Nachwuchsjournalisten erhalten durch die duale Ausbildung – die Erste dieser Art in Lateinamerika – eine professionelle Berufsvorbereitung. Viele der Absolventen haben heute leitende Positionen in den Medien oder arbeiten selbst als Trainer für nachfolgende Generationen.

Den lokalen Partner Centro de Producción Radiofónica (Zentrum für Radioproduktion, CEPRA) in Cochabamba unterstützte die DW Akademie im Rahmen von ProPeriodismo bei der Erstellung der innovativen virtuellen Lehrplattform VirDual. Sie ermöglicht lokalen Journalisten, sich neue Kompetenzen im Bereich Radio anzueignen. 

Seit 2019 unterstützt die DW Akademie die lokalen Partner FPP und CEPRA außerdem bei der Konzipierung kollaborativer Innovationslabs ("Co-Laboratorios"). Hier treten Medienschaffende und Vertreterinnen und Vertreter der Bevölkerung in Dialog und  diskutieren gemeinsam, was Journalisten berücksichtigen müssen, um ihre Zielgruppen besser zu erreichen.

 

Mittelgeber: Bundesministerium für Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ)

Ländermanager: Vera Freitag

Einsatzorte: La Paz, Cochabamba, El Alto

Partner vor Ort: Fundación UNIR Bolivia, Red de Radios Aruskipawi, Fundación para el Periodismo (FPP),  Centro de Producción Radiofónica (CEPRA).

Schwerpunkte: Gesellschaftliche Teilhabe, Medienkompetenz, Mitsprache benachteiligter Bevölkerungsgruppen, partizipative Medienangebote, Duale Journalismusausbildung, Professionalität und wirtschaftliche Nachhaltigkeit des Mediensektors, Qualifizierung.

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