DW Akademie in Bangladesch | Asien | DW | 05.06.2018
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Asien

DW Akademie in Bangladesch

In Bangladesch unterstützt die DW Akademie die engere Verzahnung von journalistischer Lehre an den Hochschulen des Landes mit der Medienindustrie. So soll die journalistische Berichterstattung verbessert werden.

Die Berichterstattung in Bangladesch ist extrem politisch aufgeladen und polarisierend: Entweder unterstützen die Medien die regierende Partei, oder sie stehen auf Seiten der Opposition. Es gibt praktisch keinen unabhängigen, überparteilichen Journalismus. Wirtschaftliche Interessen der Unternehmensgruppen hinter den Medien bestimmen, über welche Themen berichtet wird. Der staatliche Rundfunk unterliegt der direkten Kontrolle durch das Informationsministerium. Übergriffe und Einschüchterungsversuche bis hin zu Folter und Mord gefährden eine kritische Berichterstattung. Seit August 2015 wurden fünf Blogger brutal ermordet. Sie hatten sich kritisch über den zunehmenden religiösen Extremismus geäußert und waren als "atheistisch" gebrandmarkt.  Selbstzensur ist bei Journalistinnen und Journalisten weit verbreitet. 2014 wurde ein neues Mediengesetz verabschiedet. Dieses schränkt nach Ansicht von Medienvertretern, Oppositionspolitikern und der Nichtregierungsorganisation "Transparency International" die Pressefreiheit weiter ein. Die Bevölkerung kann daher ihr Recht auf freien Zugang zu Informationen nur teilweise wahrnehmen.

Unser Engagement

Die DW Akademie unterstützt in Bangladesch die Professionalisierung der journalistischen Lehre an Universitäten. Dazu gehört auch die Verzahnung der Journalistik-Institute mit der Medienindustrie des Landes. Langfristiges Ziel ist die Verbesserung der journalistischen Berichterstattung. Die DW Akademie arbeitet mit den beiden größten Regionaluniversitäten Rajshahi und Chittagong zusammen.

Gleichzeitig fördert die DW Akademie ein Netzwerk von bangladeschischen Universitäten. Dieses Netzwerk tauscht sich aktiv über Trends und Best Practices in der journalistischen Lehre aus. Mit der Nichtregierungsorganisation "Article 19" wird an einer Online-Plattform gearbeitet, die allen Journalistinnen und Journalisten in Bangladesch Hintergrundinformationen zu sensiblen Themen wie Medienethik, Digitale Sicherheit und rechtlichen Rahmenbedingungen liefern soll.

Seit 2018 arbeitet die DW Akademie auch mit geflüchteten Rohingya und bildet diese in Zusammenarbeit mit dem Community Radio Naf zu Camp-Reportern aus. Seit August 2017 sind mehr als 700.000 Rohingya aus Myanmars Westen in das benachbarte Bangladesch geflohen. Die Rohingya sind ein Volk, das weder Myanmar noch Bangladesch als seine Bürger anerkennt. Sie werden verfolgt und getötet, ihre Dörfer niedergebrannt. Die Vereinten Nationen sprechen von "ethnischen Säuberungen" an den Rohingya in Myanmar.

Der Großteil der Flüchtlinge wohnt derzeit in Flüchtlingscamps, wo sie Schutz und eine Basisversorgung von Hilfsorganisationen und den bangladeschischen Behörden erhalten. Im Flüchtlingslager Kutupalong in der Nähe von Cox's Bazar arbeiten die Rohingya und Ehrenamtliche des Community Radios Naf mit Unterstützung der DW Akademie an Beiträgen und einer gemeinsamen Sendung.

Mittelgeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ), Auswärtiges Amt (AA)

Ländermanagerin: Priya Esselborn

Einsatzorte: Chittagong, Dhaka, Rajshahi, Cox's Bazar

Partner vor Ort: University of Chittagong, University of Rajshahi, Article 19, Community Radio Naf, The Daily Star, bdnews24.com, Channel i, Radio Today, Bangladesh Community Radio Association (BCRA)

Schwerpunkte: Qualifizierung, Gesellschaftliche Teilhabe, Mitsprache benachteiligter Bevölkerungsgruppen, (lokale) partizipative Medienangebote und Bürgermedien, Journalismusausbildung/ Curricculaentwicklung, Geschäftsmodelle und wirtschaftliche Nachhaltigkeit, Professionalität und Netzwerke im Journalismus

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