DW Akademie in Afghanistan | Asien | DW | 06.07.2018
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Asien

DW Akademie in Afghanistan

Seit dem Sturz der Taliban 2001 hat sich die Medienlandschaft in Afghanistan rasant entwickelt. Mit zahlreichen neu gegründeten Zeitungen und Zeitschriften, Nachrichtenagenturen, einer Vielzahl von Fernsehsendern und Radiostationen weist das Land eine für die Region hohe Medienvielfalt auf. Diese Entwicklung ist unter anderem durch Hilfsgelder und Projekte der internationalen Gemeinschaft entstanden, die nun im Zuge des internationalen Truppenabzuges zunehmend heruntergefahren werden. Als Konsequenz daraus müssen bereits Sender ihren Betrieb einstellen oder Sendezeit reduzieren. Die Regierung verschärft zudem die Zensur, und die Sicherheitslage für Journalisten hat sich massiv verschlechtert. Deutlich gezeigt hat das unter anderem die Ermordung ausländischer Journalisten im Rahmen der Wahlen 2014. Der lange, konfliktreiche Prozess der Regierungsbildung sowie das Wiedererstarken der Taliban und anderer Terrorgruppen durch das Machtvakuum führten zu vermehrten Anschlägen: die Zukunft Afghanistans bleibt ungewiss.

Unser Engagement
Rund 70 Prozent der afghanischen Bevölkerung ist unter 25 Jahre alt. Daher richtet sich die DW Akademie mit ihrer Arbeit in Afghanistan vor allem an Nachwuchsjournalisten, Journalistik-Dozenten und Redaktionen von Kindersendungen. In Workshops an den Universitäten Kabul, Mazar-i-Sharif und Herat wurde mit Dozenten und Studierenden erarbeitet, wie die Ausbildung praxisnäher, interaktiver und effektiver gestaltet werden kann. Ziel war es, ein universitäres Netzwerk aufzubauen, das sich regelmäßig über Lehrmaterialen, Best practices und Ressourcen austauscht. In Zusammenarbeit mit dem Staatssender Radio Television Afghanistan (RTA) sowie mit einem Netzwerk privater Sender entwickelte die DW Akademie Pilot-Kinderprogramme - unter anderem auch in Zusammenarbeit mit pakistanischen Journalisten, um Kooperationen auf- und gegenseitige Vorurteile abzubauen. Außerdem führte die DW Akademie im Vorfeld der Wahlen 2014 Trainings mit Journalisten aus ländlichen und schwer zugänglichen Regionen durch, um die Teilnehmer in konfliktsensitiver Wahlberichterstattung, Medienethik und professioneller Recherche weiterzubilden. Um das langfristige Überleben und die Vielfalt des Mediensystems zu sichern, beriet die DW Akademie Repräsentanten von Sendern aus dem ganzen Land zu finanzieller Nachhaltigkeit und Marketingstrategien. 2016 plant die DW Akademie ein Austauschprogramm für afghanische und tadschikische Journalisten. Die beiden Nachbarländer Afghanistan und Tadschikistan teilen eine ähnliche Kultur und Sprache, doch es herrscht auch viel Misstrauen.

Mittelgeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Auswärtiges Amt (AA)

Ansprechpartnerin: Priya Esselborn

Einsatzorte: Kabul, Herat und Mazar-i-Sharif

Partner vor Ort: Afghanistan's National Journalists Union (ANJU), Arezu TV, Aria TV, Pajhwok News, Radio Rabea Balkhi, Radio Television Afghanistan (RTA), Saba TV, Universität Balkh in Mazar-i-Sharif, Universität Herat, Universität Kabul, Universität Khost

Schwerpunkte: Gesellschaftliche Teilhabe, Medienkompetenz, partizipative Medienangebote, Journalismusausbildung und Curriculaentwicklung, Professionalität und wirtschaftliche Nachhaltigkeit des Mediensektors

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