DW Akademie im Libanon | Nahost/Nordafrika | DW | 22.05.2019
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Nahost/Nordafrika

DW Akademie im Libanon

Im Libanon schafft die DW Akademie Raum für Dialog und Austausch zwischen unterschiedlichen Gesellschaftsgruppen, vor allem für Jugendliche und Flüchtlinge.

Die libanesische Mediengesetzgebung gilt als relativ liberal, insbesondere im Vergleich zu den Nachbarländern. Die Medienlandschaft spiegelt zugleich die gesellschaftliche Teilung in zahlreiche konfessionelle Gemeinschaften. Medien sind meist Sprachrohr einer politischen oder religiösen Partei – sie werden nicht selten für diskriminierende Botschaften und Propaganda missbraucht. Damit heizen sie politische und gesellschaftliche Spannungen weiter an. Dagegen sind die rund eine Million syrischen Flüchtlinge, die in den kleinen Staat geflohen sind, medial kaum vertreten.

Im Schatten des Syrien-Konflikts kommt es immer wieder zu Drohungen und Gewalt gegen Journalisten. In den sozialen Netzwerken ist eine aggressive Sprache weit verbreitet. Cybermobbing und Hasssprache im Netz sind auch hier die Schattenseiten der globalen Kommunikation – und Nährboden für reale Gewalt. Extremistische Kommentare finden einen Raum, der weitgehend frei von wirksamen sozialen Kontrollen ist. Andererseits nutzt auch eine starke Zivilgesellschaft die sozialen Netzwerke, um sich Gehör zu verschaffen.

Unser Engagement

Die DW Akademie unterstützt im Libanon den Austausch zwischen unterschiedlichen Gesellschaftsgruppen, vor allem für Jugendliche und Flüchtlinge. Schwerpunkt ist die fachliche Begleitung der Nichtregierungsorganisation ARCPA/AL-JANA. Seite Ende 2018 entwickelt Al-JANA die Community-Plattform Campji weiter, die Geflüchteten eine Stimme gibt. 

Daneben fördert die DW Akademie vom Libanon aus eine nachhaltige digitale Medienlandschaft in der Region. Mit der libanesischen NRO Maharat Foundation hat sie das so genannte Digital Media Viability Lab gegründet.

Ziel ist es, innovative Medien mit Qualitätsanspruch in der arabischen Welt zu stärken. Zusammen mit der Partnerorganisation bildet die DW Akademie Medienberater aus Marokko, Tunesien, Ägypten, Jordanien, dem Irak und dem Libanon aus. Sie sollen unabhängige, meist digitale Medieninitiativen unterstützen, tragfähige Geschäftsmodelle zu entwickeln. Workshops zu Qualitätsjournalismus und internationale Fachtagungen ergänzen die Aktivitäten. Darüber hinaus werden mit dem Kooperationspartner American University Beirut und anderen Journalismusinstituten in der gesamten Region Prototypen für eine konfliktsensible, digitale Journalismus-Ausbildung entwickelt und getestet.

In einem EU-finanzierten Projekt hat die DW Akademie zusammen mit der Jesus and Mary School, der Jugend-NRO Permanent Peace Movement und der Media and Digital Literacy Academy of Beirut (MDLAB) die Medien- und Informationskompetenz (Media and Information Literacy, MIL) von Schülerinnen und Schülern und jungen Erwachsenen gefördert. Es geht darum, Falschinformation im Netz zu erkennen und verantwortungsbewusst darauf zu reagieren. Die Projektmanager haben Materialien und Programme entwickelt, um eine kritische Mediennutzung zu vermitteln. Das Programm wurde im März 2019 abgeschlossen.

Mittelgeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Europäische Union (EU)

Program Director: Mona Naggar

Einsatzorte: Beirut, Bekaa, Mount Lebanon, Saida, Tripoli

Partner vor Ort: Maharat Foundation, American University Beirut, Jesus and Mary School, Permanent Peace MovementMedia and Digital Literacy Academy of Beirut (MBDLAB) der Lebanese American University

Schwerpunkte: Gesellschaftliche Teilhabe, Zugang zu Informationen, Capacity Building, Professionalisierung, Journalismus-Ausbildung, Media Viability, Media and Information Literacy

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