Dutertes Sohn nach Drogenschmuggel-Vorwürfen zurückgetreten | Aktuell Asien | DW | 26.12.2017
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Philippinen

Dutertes Sohn nach Drogenschmuggel-Vorwürfen zurückgetreten

Der philippinische Präsident Duterte lässt einen blutigen Drogenkrieg ohne Rücksicht auf Menschenrechte führen. Nun ist ausgerechnet sein Sohn nach Vorwürfen des Drogenschmuggels als Vize-Bürgermeister zurückgetreten. 

Der älteste Sohn des philippinischen Präsidenten Rodrigo Duterte ist wegen einer Reihe von Skandalen von seinem politischen Amt zurückgetreten. Er trete wegen "unglücklicher Ereignisse" in seinem Leben als Vize-Bürgermeister von Davao zurück, kündigte Paolo Duterte (Artikelbild) an.

Zur Begründung nannte der 42-Jährige den gegen ihn erhobenen "rufschädigenden" Vorwurf, er sei in den Drogenschmuggel verwickelt, sowie den öffentlich ausgetragenen Streit mit seiner Tochter.
 

Präsident Rodrigo Duterte (picture-alliance/dpa/A. Favila)

Präsident Rodrigo Duterte

Der Präsidentensohn musste sich im September im Senat wegen angeblicher Begünstigung von Drogenschmuggel aus China verantworten. Der Präsidentensohn war zudem vergangene Woche in die Schlagzeilen geraten, als er die offizielle Facebook-Seite des Bürgermeisterbüros der Hafenstadt Davao nutzte, um eine Schimpftirade auf seine Teenager-Tochter Isabelle loszulassen.

Sie hatte sich zuvor in sozialen Netzwerken über ihren Vater beschwert. Er bescheinigte seiner Tochter, sich "blamiert" zu haben, führte dies aber nicht näher aus. Isabelle hatte Anfang Dezember mit Fotos von sich in Designer-Kleidung für Aufsehen gesorgt. Die Äußerungen der beiden sind nicht mehr im Netz zu finden. 

Bereits Anfang des Jahres hatte ein Senator der Opposition Duterte vorgeworfen, den Schmuggel von Crystal Meth aus China begünstigt zu haben. Später wies Duterte die Anschuldigungen in einer Senats-Anhörung von sich.

Polizisten sperren im nach einer Schießerei mit zwei Toten den Tatort ab (Archivbild)(Getty Images/D. Tawatao)

Polizisten sperren nach einer Schießerei mit zwei Toten den Tatort ab (Archivbild)

Sein Vater, Präsident Rodrigo Duterte, führt einen gnadenlosen Anti-Drogen-Kampf, der immer wieder für Kritik aus dem Ausland sorgt. Er billigt ausdrücklich die Tötung von Kriminellen aus dem Drogenmilieu. Seinem Feldzug sind seit seinem Amtsantritt Ende Juni 2016 bereits mehr als 3000 Menschen zum Opfer gefallen. Kritiker weltweit werfen ihm vor, Drogendealer und -konsumenten ohne Prozess ermorden zu lassen.

Aus dem Präsidentenbüro wurde der Rücktritt von Paolo Duterte zunächst nicht kommentiert. Der Vater wolle zunächst mit seinem Sohn sprechen, hieß es. Die Bürgermeisterin von Davao ist Präsident Dutertes Tochter Sara. Die Familie kontrolliert die Politik in Davao seit mehr als 20 Jahren. Der Präsident war selbst jahrelang Bürgermeister der Hafenstadt im Süden des Landes. 

stu/jj (afp, dpa)

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