Duell der Zukunft: Verstappen und Leclerc liefern sich heißes Rennen in Silverstone | Sport | DW | 14.07.2019
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Formel 1

Duell der Zukunft: Verstappen und Leclerc liefern sich heißes Rennen in Silverstone

Während sich Lewis Hamilton wie erwartet den Sieg in England holt, liefern sich Max Verstappen und Charles Leclerc ein spannendes Duell, das die Formel 1 in Zukunft prägen könnte: Beide fahren am Limit.

Formel 1 Grand Prix in Silverstone Sieger Hamilton (Reuters/M. Childs)

Doppelsieg für Mercedes - dahinter lauert Jungspund Charles LeClerc (r.)

Schaut man sich die Sieger der bisherigen Rennen an, so gibt es nur wenig Abwechslung: Neun der zehn Rennen gewann Mercedes, (Lewis Hamilton 7 / Valteri Bottas 2), nur vor zwei Wochen stand ein anderer Fahrer ganz oben auf dem Treppchen: Max Verstappen von Red Bull im österreichischen Spielberg.

In Silverstone dann wieder das alte Bild: Mit seinem Rekord beim Großen Preis von England holte sich Hamilton den Heimsieg vor seinem Teamkollegen Bottas, mit dem er sich immerhin zu Beginn ein heißes Duell lieferte, das den Mercedes-Verantwortlichen den Schweiß auf die Stirn getrieben haben dürfte.   

Doch richtig heiß wurde es kurz dahinter. Charles Leclerc im Ferrari, der auf Rang drei fuhr, und Verstappen (5.), lieferten sich die Fortsetzung des in Spielberg begonnen Duells. Was die beiden 21-jährigen Vollblutfahrer rundenweise zu bieten hatten, das machte wohl allen Rennsportfans Freude.

In Österreich hatte sich Verstappen den so lange führenden Leclerc mit einem höchst umstrittenen Manöver zwei Runden vor dem Rennende geschnappt, wurde dafür aber nicht bestraft. Das wiederum fachte den Kampfgeist des  Ferrari-Fahrers mächtig an: "In diesem Moment war es natürlich frustrierend. Wenn ich jetzt darauf zurückblicke, bin ich glücklich, dass wir so Rennen fahren konnten." Er werde seine Aggressivität anpassen, kündigte Leclerc an. Der Monegasse sollte Wort halten.

Vettel verursacht Crash

Selbst in der Boxengasse lieferten sich beide Piloten ein Rennen, als sie zeitgleich raus wollten: Verstappen drängte sich vorbei, hatte dann aber auf der Strecke keinen Grip und musste Leclerc beim ersten Versuch passieren lassen. Doch der Zweikampf ging weiter.

Formel 1 Grand Prix in Silverstone Verstappen und Leclerc (REUTERS)

Selbst in der Boxengasse ging es zur Sache

Obwohl Silverstone nicht gerade dafür geeignet ist, an besonders vielen Stellen zu überholen, versuchte es Verstappen wieder und wieder. Nicht nur in den DRS-Zonen, sondern vor jeder Kurve. Die Safety-Car-Phase beendete diese Druckphase, der Boxenstop von Leclerc beförderte Verstappen nach vorn. "Wie zur Hölle habe ich meine Position verloren?", schimpfte Leclerc über Funk, wurde aber gleich vom Team beruhigt: "Bleib konzentriert, das Rennen ist noch lang."

Am Ende war es ein erfahrener Pilot, der den Kampf zugunsten von Leclerc entschied: Sebastian Vettel leistete sich einen folgenschweren Fehler, der Verstappen den dritten Platz kostete. Vettel rauschte in Verstappen rein, nachdem der ihn überholt hatte - der Deutsche Vettel stand zu spät auf der Bremse. Vettel musste daraufhin an die Box und kassierte eine Zehn-Sekunden-Strafe, das spielte für das sportliche Abschneiden des Ferraris aber keine Rolle mehr (15.).

Formel 1 Grand Prix in Silverstone Verstappen und Leclerc (REUTERS)

Max Verstappen (l.) fährt in Silverstone mit der James-Bond-Version seines Red Bull - und das Auto übersteht den Crash mit Vettel fast unbeschadet

Verstappens Auto war pünktlich zum Heimrennen des Sponsors Aston Martin und zum 1007. Formel-1-Rennen der Geschichte im James-Bond-Look lackiert worden. Und getreu diesen Mottos hielt es den Crash aus, auch wenn der Niederländer im Anschluss berichtete: "Dass ich das Auto zum Finish gebracht habe, ist unglaublich. Mein Sitz hat gewackelt, der Unterboden ist kaputt, ich bin in den Kurven von links nach rechts geflogen."

Konkurrenten seit der Kart-Zeit

Der ewige Zweikampf mit Leclerc ist damit nur verschoben. In den sozialen Medien kursiert derzeit ein Video von 2012, als sich beide Konkurrenten bei einem Kart-Rennen in de Quere kommen und Leclerc Verstappen von der Strecke stößt. Von der Kart-Serie bis in die Formel 1 hat sich die Rivalität nicht verändert. Auch wenn beide beteuern, reifer mit der Situation umzugehen, merkte man in Silverstone deutlich, dass da richtig Feuer drin ist.

"Das war das Rennen, das ich am meisten genossen habe in meiner Formel-1-Karriere", sagte Leclerc. "Ich bin sehr glücklich über den Zweikampf, den wir auf der Strecke hatten. Das letzte Rennen hat mir die Augen geöffnet, wie weit man gehen kann. Es ist super für die Formel 1, weiter am Limit zu kämpfen."

Diese beiden Jungspunde sorgen für Spannung, für Dramatik und für ein Zukunftsversprechen. Denn beide Piloten werden der Formel 1 noch lange erhalten bleiben und weiter für Unterhaltung im manchmal eintönigen Rennalltag sorgen.

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