Dudenhöffer: ″Elon Musk klingt unglaubwürdig″ | Wirtschaft | DW | 08.08.2018
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Automobilbranche

Dudenhöffer: "Elon Musk klingt unglaubwürdig"

Der Tesla-Chef sollte sich mehr auf das Kerngeschäft als Autobauer konzentrieren, meint der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer im DW-Gespräch. Falsche Ankündigungen könnten teuer werden.

Deutsche Welle: Was halten Sie von Elon Musks Ankündigung, Tesla eventuell von der Börse zu nehmen?

Ferdinand Dudenhöffer: Musk klingt äußerst unglaubwürdig. Denn er muss ja verraten, wer der Finanzier hinter ihm ist, ob er wirklich so viel Eigenkapital zusammen bringt, dass er die Aktien zurück kaufen kann. Falls es keinen Finanzier gibt, dann ist es schnell so wie in vielen anderen Fällen: Nämlich dass der Absender solcher Tweets anschließend nur noch dümmer und unglaubwürdiger dasteht.

Meinen Sie denn, das könnte alles nur ein Trick sein, um den Börsenkurs von Tesla nach oben zu treiben?

Der Börsenkurs ist ja nach oben getrieben worden. Die Börse hat damit reagiert und ich bin sicher, dass die Börsenaufsicht den Fall untersuchen wird. Denn Börsenmanipulation wird in Amerika hart bestraft. Das könnte Tesla und Elon Musk sehr viel Geld kosten.

Es wird sich zeigen, ob er nur rumtweetet oder tatsächlich Finanziers hat, die ihm dieses Rückkaufprogramm ermöglichen. Wenn es nur Bluff ist, kann er damit an der Börse große Schwierigkeiten bekommen.

Nun gab es ja in den letzten Wochen immer wieder Diskussionen um die Produktionsprobleme beim Modell 3, das ein Volumenmodell werden soll und mit dem die Zukunft von Tesla steht und fällt. Will Musk eventuell nur von diesen Problemen ablenken?

Deutschland Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer (picture alliance/dpa/B. Thissen)

Ferdinand Dudenhöffer

Bei Elon Musk weiß man nie, wie er reagiert. Er ist ein sehr emotionaler Mensch. Er hat technisch beeindruckende Dinge geleistet. Er hat halt ein paar Probleme mit der normalen Welt und insbesondere mit der Ökonomie. Da hilft es auch nicht, wenn er kurzfristig mal die Menschheit retten will oder thailändische Schüler, die in Höhlen eingeschlossen sind.

Wenn man auf den Mars fliegen will, wenn man Hyperloops bauen will, dann klingt das zwar nach Glamour. Wenn man aber ein Unternehmen leitet, sollte man sich auf das Kerngeschäft und damit auf das Wesentliche konzentrieren und seine Zeit nicht mit emotionalen Tweets und mit Hirngespinsten verschwenden. Das schadet der Glaubwürdigkeit. Und Glaubwürdigkeit ist das Wichtigste, das man braucht, wenn man stabil mit seinem Unternehmen unterwegs sein will.

Das Gespräch führte Klaus Ulrich.

Prof. Ferdinand Dudenhöffer leitet das Center of Automotive Research (CAR) an der Universität Duisburg-Essen.

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