Drei Raumfahrer von ISS zurückgekehrt | Wissen & Umwelt | DW | 17.04.2020
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Internationale Raumstation

Drei Raumfahrer von ISS zurückgekehrt

Immer ist es für Astronauten ein Risiko, die Erde zu verlassen. Diesmal war es auch gefährlich, nach Hause zu kommen. Zwei US-Amerikaner und ein Russe sind unter strengsten Schutzvorkehrungen gelandet.

Raumfahrerin Meir mit Sojus-Kapsel von ISS zurückgekehrt (picture-alliance/dpa/Roscosmos/A. Shelepin)

US-Astronautin Jessica Meir kurz nach der Landung in Kasachstan

Nach mehreren Monaten auf der Internationalen Raumstation ISS sind drei Raumfahrer mitten in der Corona-Krise wieder auf der Erde angekommen. Die Sojus-Kapsel mit den beiden US-Astronauten Jessica Meir und Andrew Morgan sowie dem russischen Kosmonauten Oleg Skripotschka setzte pünktlich um 7.16 (MESZ) in der kasachischen Steppe auf, wie in einer Live-Übertragung der US-Raumfahrtbehörde NASA zu sehen war.

Alle seien "sicher zurück", twitterte die NASA. Meir und Skripotschka waren seit September rund 400 Kilometer über der Erde im Einsatz, Morgan bereits seit Juli. Eine Verschiebung der Rückreise wegen der Pandemie auf einen anderen Zeitpunkt hatte die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos ausgeschlossen.

Die Raumfahrer erwartete in der Steppe rund 150 Kilometer südöstlich der Stadt Scheskasgan im zentralasiatischen Kasachstan Frühlingswetter: Bei strahlendem Sonnenschein war die Kapsel an einem riesigen Fallschirm zur Erde gesegelt.

Sojus MS-11-Kapsel bei Landung (Foto: Getty Images/AFP/A. Nemenov)

Eine Sojus-Kapsel auf dem Rückweg zur Erde (Archivbild vom Juni 2019)

Die Rückreise lief nach Plan, wie es hieß. Nach der Bergung der Kapsel wurden die Heimkehrer von Spezialteams versorgt. Nur ausgewählte Mitarbeiter mit Mundschutz und Handschuhen durften ihnen aus der Sojus MS-15 helfen, der Rest musste einen Sicherheitsabstand einhalten. Alle seien vorab auf das Coronavirus getestet worden, teilte Roskosmos mit.

Ärzte werden die Rückkehrer nach ihrer Ankunft beobachten. So solle das Risiko reduziert werden, dass die durch ihre Zeit in der Schwerelosigkeit geschwächten Rückkehrer sich anstecken, hieß es. Noch an Bord der ISS hatte sich Astronautin Meir Gedanken darüber gemacht, wie es sein würde, nach Hause zu kommen und ihre Familie nicht umarmen zu dürfen. "Ich glaube, ich werde mich isolierter fühlen als hier", sagte sie.

Kasachstan Baikonur ISS-Raumfahrer vor Start am Kosmodrom (Foto: Reuters/Roscosmos)

Halten nun auf der ISS die Stellung: Cassidy, Iwanischin, Wagner (Archivbild, v. l. n. r.)

Auf der ISS halten nun zunächst drei Raumfahrer weiter die Stellung. Vor dem Abdockmanöver hatte Skripotschka die Verantwortung für die Station an seinen Kollegen Christopher Cassidy übergeben. Der

US-Astronaut und die beiden Russen Anatoli Iwanischin und Iwan Wagner sind erst in der vergangenen Woche unter beispiellosen Sicherheitsvorkehrungen zur ISS gereist. Wegen der Corona-Pandemie mussten sie vor ihrer Abreise mehrere Wochen in strenger Quarantäne verbringen.

jj/sam (dpa, afp)

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