Dortmund taumelt, aber fällt nicht | Sport | DW | 13.04.2019
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Bundesliga

Dortmund taumelt, aber fällt nicht

Sie wollten sich für die Klatsche in München rehabilitieren, stattdessen quälte sich Borussia Dortmund zu einem schmeichelhaften 2:1 gegen Mainz 05. Zumindest für eine Nacht ist der BVB damit wieder Tabellenführer.

Immerhin das Restprogramm sähe leicht aus, tröstete sich manch ein Dortmunder Anhänger nach der frustrierenden Niederlage in München vergangene Woche. Und tatsächlich, das Heimspiel gegen die Mainzer, die davor sieben ihrer letzten neun Spiele verloren hatten, schien wie gemacht, um die Reputation des eigentlich doch souverän aufspielenden Meisterschaftskandidaten wiederherzustellen. Doch es kam etwas anders.

Denn wenn am Ende der eigene Torwart der beste Mann auf dem Platz war, ist fast immer klar: So richtig war das heute nix. Und das wussten wohl auch diejenigen unter den 81.365 Zuschauern, die es mit den Schwarz-Gelben hielten. Minutenlang ließen die Fans nach Abpfiff ihren Schweizer Keeper Roman Bürki vor der Südtribüne hochleben, der ihnen mit zahlreichen Paraden in der zweiten Halbzeit die drei Punkte gerettet hatte - die wichtigste davon wohl in der 87. Minute, als der Mainzer Ridle Baku nach einer Ecke aus kurzer Distanz dreimal am Dortmunder Torhüter scheiterte.

Fußball - Bundesliga - Borussia Dortmund vs 1. FSV Mainz 05 (picture-alliance/dpa)

Roman Bürki sicherte Dortmund in Durchgang zwei den Sieg

Was der BVB in Durchgang zwei auf den Platz brachte, empfanden wohl die wenigsten Zuschauer als meisterlich. BVB-Kapitän Marco Reus fasste es mit klaren Worten zusammen: "Die zweite Halbzeit war einfach schlecht. Die zweite Hälfte ist für mich einfach unerklärlich, das darf uns nicht passieren, denn Mainz war eigentlich tot."

Tot, nachdem der englische Jungstar Jadon Sancho die Dortmunder mit zwei Toren in der 17. und 24. Minute klar auf Siegeskurs gebracht hatte. Alles sah danach aus, als würde die von Trainer Lucien Favre geforderte Wiedergutmachung nach dem 0:5 in München gelingen. Die Dortmunder tat, was man von ihnen erwartet hatte, spielten souverän. Doch statt das 3:0 oder gar 4:0 hinterher zu schicken, ließ der BVB bereits ab Minute 35 erste Unsicherheiten aufkommen. Karim Onisiwo setzte den Ball in Minute 43 an den rechten Pfosten des Dortmunder Tors.

Dortmund zittert sich über die Ziellinie

In Hälfte zwei schlug das Spiel endgültig um - Dortmund war zunehmend am Schwimmen. Erneut Pfosten von Onisiwo in Minute 62, neun Minuten später ein Mainzer Schuss knapp über das Tor - die Rheinhessen waren am Drücker. Nach dem Anschlusstreffer von Quaison machten die Mainzer munter weiter und waren dem 2:2 nahe. "Ich habe das Gefühl, als sie das 1:2 gemacht haben, waren wir ein bisschen ängstlich", so Roman Bürki: "Wir haben nur noch hinten drin gestanden."

Das aber am Ende immerhin erfolgreich. "Wir haben gewonnen, nur das Ergebnis zählt", gab ein angefressener Lucien Favre nach dem Abpfiff zu Protokoll und machte damit klar, dass seine Lust, sich noch weiter öffentlich mit diesem Spiel und seinem Verlauf zu beschäftigen, sehr eingeschränkt war.

Was bleibt, ist wohl die Erkenntnis für die Dortmunder, dass der Weg zu einer neunten Deutschen Meisterschaft ein steiniger werden dürfte. Er führt über Freiburg, Bremen und Mönchengladbach auswärts sowie Schalke und Düsseldorf zuhause. Dass darunter wohl doch kein leichter Gegner sein wird, das dürfte dem Dortmunder Anhang seit heute klar sein.

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