Doppelmörder stirbt auf elektrischem Stuhl | Aktuell Amerika | DW | 02.11.2018
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Todesstrafe

Doppelmörder stirbt auf elektrischem Stuhl

Seit 2013 war in den USA kein Verurteilter mehr durch Stromstöße hingerichtet worden. Nun wurde wieder ein Todesurteil auf dem elektrischen Stuhl vollstreckt - auf Wunsch des Delinquenten.

Hinrichtungskammer in einem US-Gefängnis / Symbolbild (M. Simons/Getty Images)

Hinrichtungskammer in einem US-Gefängnis

Erstmals seit fünf Jahren ist in den Vereinigten Staaten ein Häftling mit dem elektrischen Stuhl hingerichtet worden. Das Todesurteil gegen den wegen Doppelmordes verurteilten Edmund Zagorski wurde in einem Hochsicherheitsgefängnis in Nashville vollstreckt, wie die Behörden des US-Bundesstaates Tennessee mitteilten.

34 Jahre Todeszelle

Zagorski war schuldig gesprochen worden, 1983 zwei Männer ermordet zu haben. Er hatte sie mit dem Versprechen in ein Waldgebiet gelockt, ihnen Marihuana zu verkaufen.

Eigentlich hätte der 63-Jährige bereits im vergangenen Monat mit einer Giftspritze exekutiert werden sollen. Die Hinrichtung wurde aber kurzfristig ausgesetzt, nachdem Zagorski gefordert hatte, stattdessen auf den elektrischen Stuhl zu kommen. In Tennessee haben vor 1999 zum Tode verurteilte Häftlinge das Recht, sich zwischen den Hinrichtungsmethoden zu entscheiden.

Zagorskis Anwälte hatten argumentiert, bei der Giftspritze würden ihrem Mandaten zehn bis 18 Minuten Leid drohen - beim elektrischen Stuhl lediglich 15 bis 30 Sekunden. Die für Hinrichtungen in den USA genutzten Giftcocktails stehen in der Kritik, weil das enthaltene Betäubungsmittel Midazolam offenbar nicht stark genug ist, um den Todeskandidaten Schmerzen zu ersparen.

Seit dem Jahr 2000 wurden in den USA nur bei 14 von rund 900 Hinrichtungen elektrische Stühle verwendet. Von derartigen Exekutionen gab es immer wieder schockierende Schilderungen.

wa/ie (afp, ap)

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