DOK Leipzig 2018 startet mit Film über Gorbatschow | Filme | DW | 29.10.2018
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Film

DOK Leipzig 2018 startet mit Film über Gorbatschow

"Fordert das Unmögliche" lautet das Motto des 61. Festivals für Dokumentar- und Animationsfilm. 306 Filme aus 50 Ländern erwarten die Besucher, den Auftakt macht Werner Herzogs Porträt "Meeting Gorbachev".

Zur Eröffnung des DOK Leipzig an diesem Montagabend (29.10.2018)  hat sich mit Werner Herzog ein prominenter Gast angesagt. Der 76-jährige deutsche Starregisseur, der sich international u.a. mit dem Meisterwerk "Fitzcarraldo" einen Namen gemacht hat, will höchstpersönlich bei der Premiere seines Films "Meeting Gorbachev" dabei sein.

Zusammen mit Co-Regisseur André Singer hat Herzog ein Porträt des früheren sowjetischen Präsidenten Michail Gorbatschow geschaffen. Das Staatsoberhaupt hatte als letzter Machthaber der Sowjetunion den Lauf der Geschichte des 20. Jahrhunderts maßgeblich beeinflusst. "Meeting Gorbachev"  passt perfekt zum diesjährigen Festival-Motto "Fordert das Unmögliche", denn kaum jemand konnte sich in den 1980er Jahren vorstellen, dass der Eiserne Vorhang je fallen würde.

Umbrüche im Fokus 

Auch viele andere Filme im DOK-Leipzig-Programm rücken historische und gesellschaftliche Umbrüche und die damit verbunden Hoffnungen und Ängste in Deutschland, Europa und der ganzen Welt in den Fokus. So schauen sie unter anderem auf die sexuelle Revolution in den späten 1960ern, auf die Digitalisierung der Welt mit all ihren Auswirkungen oder auf die Migration an der Grenze zwischen den USA und Mexiko.

Dok-Festivalleiterin Leena Pasanen (picture-alliance/dpa/J. Woitas)

Festivalleiterin Leena Pasanen

Sie begleiten Fahrradkuriere in Paris bei ihrem Kampf gegen Ausbeutung und begeben sich auf die Spuren der Gräueltaten des NSU (Nationalsozialistischer Untergrund).

Es sei bewundernswert, betonte Festivalleiterin Leena Pasanen schon im Vorfeld, wie mutig die Filmemacher und Filmemacherinnen in diesem Jahrgang seien. "Sie blicken kritisch auf die Welt" und wollen sich nicht damit abfinden, "dass sich ihre Heimatländer in Orte verwandeln, in denen sie nicht mehr leben wollen."

Schwerpunkt: Litauen

Jedes Jahr rückt DOK Leipzig, nach dem International Documentary Film Festival (IDFA) in Amsterdam das zweitgrößte Dokumentarfilmfestival Europas, außerdem das filmische Schaffen eines Landes ganz besonders ins Rampenlicht. 2018 fiel die Wahl auf Litauen - das passt auch zum Eröffnungsfilm: Das Ende der Sowjetunion war der Beginn einer neuen Freiheit für Litauen. Doch die Angst vor Russland ist in dem Land immer noch präsent. Festivalleiterin Leena Pasanen zeigt sich beeindruckt von den Werken der jungen Filmemacher, die sich mit der schwierigen Lebenssituation in Litauen auseinandersetzen.

 Frauenquote und höhere Preisgelder

Immer wieder wurde in Filmkreisen über die mangelnde Anzahl von Werken von Frauen bei Festivals debattiert; bei der 61. DOK Leipzig hat man daher erstmals eine Frauenquote von 40 Prozent eingeführt. Von den insgesamt 121 Dokumentarfilmen und 39 Animationsfilmen, die um die "Goldenen Tauben" konkurrieren, stammen 50 Prozent von Regisseurinnen - damit wurde die Quote sogar überschritten.

Filmstill - American Passages (Dok Leipzig)

Szene aus Ruth Beckermanns filmischen Reisetagebuch: "American Passages"

Zwar werden 2018 knapp 40 Filme weniger gezeigt als im Vorjahr, dafür aber dürfen sich die diesjährigen Preisträger über gestiegene Prämien in Höhe von mehr als 78.000 Euro freuen. Im Rahmen des Festivals werden insgesamt 22 Preise vergeben.

Kino mal umsonst 

Nicht nur in zahlreichen Kinosälen, sondern auch in der Osthalle des Leipziger Hauptbahnhofs werden Filme gezeigt: Sie verwandelt sich während des Festivals in einen temporären Kinosaal. Filmfans kommen hier auf ihre Kosten, ohne Eintritt bezahlen zu müssen.

suc/ka (dok-leipzig/LVZ)

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