Doch kein Huthi-Rückzug aus Hudaida? | Aktuell Nahost | DW | 30.12.2018
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Krieg im Jemen

Doch kein Huthi-Rückzug aus Hudaida?

Für die hungernden Menschen im Jemen eine bittere Entwicklung: Anders als verkündet sind die Huthi-Rebellen offenbar doch nicht aus der Hafenstadt Hudaida abgezogen. Wichtige Hilfslieferungen könnten sich so verzögern.

Jemen Hafenstadt Hudaida (picture-alliance/dpa/M. Mohammed)

Verwaiste Hafenanlagen in Hudaida

Der Leiter der UN-Beobachtermission im Jemen, Patrick Cammaert, hat sich enttäuscht über die Entwicklungen um die umkämpfte Hafenstadt Hudaida geäußert. Entgegen der Absprachen sei kein humanitärer Korridor von der Hafenstadt in Richtung der Hauptstadt Sanaa eingerichtet worden, teilten die Vereinten Nationen mit. In einem Treffen mit Vertretern der Huthi-Rebellen habe Cammaert sein Missfallen über diese verstrichene Möglichkeit ausgedrückt, Vertrauen aufzubauen, teilten die UN mit.

Küstenwache aufseiten der Huthis?

Die Huthis hatten zuvor angekündigt, die Kontrolle über die Häfen in Hudaida an die Küstenwache abgegeben zu haben. Zudem hätten Huthi-Kämpfer mit dem Abzug aus der Stadt begonnen. Die international anerkannte Regierung des Jemens dementierte den Abzug jedoch.

Außerdem äußerte sie Kritik daran, dass die Küstenwache künftig die Kontrolle über die Häfen haben soll. Der Küstenwache von Hudaida wird nachgesagt, dass ihre Führung mit den Huthi-Rebellen verbunden ist. "Dieser Schritt mindert die Friedensmöglichkeiten und zeigt deutlich die Intentionen der Milizen und ihren Versuch, das UN-Abkommen aus Schweden zu unterlaufen", sagte der Regierungsvertreter Askar Sail der staatlichen Nachrichtenagentur Saba.

Jemen Huthi-Rebellen übergeben wichtigen Hafen von Hudaida an Küstenwache (Reuters/A. Zeyad)

Die Küstenwache soll die Kontrolle über die Häfen von Hudaida ausüben, doch die Regierung des Jemen traut ihr nicht

Die Hafenstadt am Roten Meer ist extrem wichtig für die Versorgung des Jemens. Knapp 80 Prozent der Hilfslieferungen für das bitterarme Bürgerkriegsland laufen über die Hafenanlagen in Hudaida.

Bei den Friedensgesprächen in Schweden hatten sich die Konfliktparteien unter Vermittlung der Vereinten Nationen auf eine Waffenruhe für Hudaida geeinigt. Die UN hoffen, dass die Mitte Dezember vereinbarten vertrauensbildenden Maßnahmen, zu denen auch ein Gefangenenaustausch gehört, ein erster Schritt in Richtung einer politischen Lösung des Krieges im Jemen sein könnten. Im Januar soll eigentlich in einer weiteren Gesprächsrunde der Rahmen für einen umfassenden Frieden abgesteckt werden.

"Schlimmste humanitäre Katastrophe weltweit"

In dem seit vier Jahren andauernden Konflikt kämpfen schiitische Huthi-Rebellen, die vom Iran unterstützt werden, gegen eine sunnitische Allianz, die von Saudi-Arabien angeführt wird und auf Seiten der international anerkannten Regierung des Jemens steht. Die Huthis haben mittlerweile große Teile des Nordjemens eingenommen.

Jemen - Geflohene Kinder (picture-alliance/dpa/M. Mohammed/XinHua)

Jemens Kinder leiden ganz besonders unter dem Krieg

Die Vereinten Nationen bezeichnen den Krieg im Jemen als derzeit schlimmste humanitäre Katastrophe weltweit und warnten bereits mehrfach vor einer drohenden Hungerkatastrophe. Durch den Krieg ist die Versorgung mit Nahrungsmitteln vielerorts zusammengebrochen: Im Jemen leiden mehr als acht Millionen Menschen Hunger, laut UN-Angaben sind 14 Millionen von Hunger bedroht.

cw/qu (afp, ape, dpa, rtr)

Die Redaktion empfiehlt