DJ und Produzent Avicii im Alter von 28 Jahren gestorben | Kultur | DW | 20.04.2018
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Musik

DJ und Produzent Avicii im Alter von 28 Jahren gestorben

Der Schwede zählte zu den weltbesten Produzenten und DJs. Vor vier Jahren brillierte er mit dem Sommerhit "Wake Me Up". Nun wurde Avicii tot im Golfstaat Oman aufgefunden. Die Umstände seines Todes bleiben im Dunkeln.

Tim Bergling, wie der 28-Jährige mit bürgerlichem Namen hieß, sei in Muscat im Oman tot aufgefunden worden, berichtete seine Sprecherin Ebba Lindqvist. Die Familie bat um Rücksichtnahme. Weitere Erklärungen werde es nicht geben.

Avicii zählte zu den erfolgreichsten DJs der Welt. 2012 und 2013 schaffte er es im Ranking des "DJ Magazine" jeweils auf den dritten Platz der besten DJs. Er arbeitete unter anderem mit Jon Bon Jovi, Robbie Williams und Madonna zusammen, sowie mit der britischen Rockband Coldplay und dem französischen DJ und Musikproduzenten David Guetta.

Vor vier Jahren hatte Avicii mit "Wake Me Up" einen Sommerhit gelandet. Es ist - laut dem deutschen Marktforschungsinstitut GfK - der Song mit den zweitmeisten Downloads überhaupt in der Bundesrepublik.

Krank durch Alkohol

Avicii hatte in den vergangenen Jahren offen über seine Gesundheitsprobleme gesprochen - unter anderem über eine zum Teil durch exzessiven Alkoholkonsum verursachte Entzündung der Bauchspeicheldrüse. 2014 hatte er einige Live-Auftritte abgesagt, weil er sich die Gallenblase und den Blinddarm entfernen ließ.

2016 hatte er sich - gerade mal 26 Jahre alt - von seinen Fans verabschiedet. Diese Tour sei seine letzte, schrieb er damals und kündigte an, dass er mehr Zeit für sein Privatleben haben wolle: "Ich habe großes Interesse für verschiedene Dinge, aber zu wenig Zeit, dem nachzugehen." Dem Musikgeschäft blieb er jedoch erhalten.

Auf seiner Homepage ist ein früheres Statement zu lesen, in dem es heißt, er trete zwar nicht mehr live auf - aber: "Das Live-Ende bedeutete nie das Ende von Avicii oder meiner Musik. Stattdessen ging ich zurück zu dem Ort, an dem alles einen Sinn ergab - das Studio." Erst vor wenigen Tagen hatte er bei Facebook geschrieben, er fühle sich geehrt, für die Billboard Music Awards 2018 nominiert zu sein. Auf keinen Fall solle man die Show im Mai verpassen.

"Live-Ende bedeutet nie das Ende von Avicii"

Mit Bestürzung haben Kollegen und Fans des schwedischen DJs und Produzenten auf den Tod des 28-Jährigen reagiert. "Mir fehlen die Worte", schrieb etwa der deutsche DJ Felix Jaehn (23) bei Twitter. Der Franzose David Guetta (50) twitterte, die Welt habe einen unglaublich talentierten Musiker verloren.  "So traurig... So tragisch. Auf Wiedersehen lieber, bezaubernder Tim", schrieb Superstar Madonna. Popstar Charlie Puth zollte Avicii auf Twitter seinen Tribut. "Avicii war ein Genie und ein Musikerneuerer, und ich kann es nicht fassen, dass er nicht mehr unter uns ist." Deadmau5, ein Top-DJ, der sich früher mit Avicii anlegte, äußerte per Twitter sein "aufrichtiges und tief empfundenes Beileid".

Der schwedische Prinz Carl Philip und seine Frau, Prinzessin Sofia, erklärten: "Er machte unsere Hochzeit mit seiner fantastischen Musik unvergesslich." Avicii hatte auf der Hochzeitsparty im Juni 2015 gespielt. Schwedens Ministerpräsident Stefan Löfven postete auf Instagram: "Er war einer von Schwedens größten Musikern der heutigen Zeit."

Der Name Avicii stammt aus dem Sanskrit und geht auf den Buddhismus zurück. Das Wort Avici bezeichnet die tiefste Ebene der Hölle. Aus stilistischen Gründen fügte der Künstler ein zusätzliches "i" hinzu.

sti/rb (afp, dpa)

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