"Dirty Harry": Sturmtief wütet in Südeuropa
Bis zu zehn Meter hohe Wellen und orkanartige Böen: Seit vier Tagen sorgt Sturm "Harry" für Zerstörungen in der Mittelmeerregion. In Spanien kam es durch das Unwetter erneut zu einem tödlichen Zugunfall.

Alarmstufe rot
Verwüstung an der sonst malerischen Promenade von Marsascala auf Malta: Starke Winde und meterhohe Wellen haben diese Yachten zu Fall gebracht. Seit Montag wütet das in Medien als "Dirty Harry" betitelte Sturmtief auf Sizilien, Sardinien, den Balearen, Malta sowie Teilen des spanischen und italienischen Festlandes. In weiten Teilen der betroffenen Gebiete ist Alarmstufe Rot ausgerufen worden.
Bahnunglück bei Barcelona
Zwei Tage nach dem verheerenden Zugunglück in Südspanien mit mindestens 42 Toten sorgte "Dirty Harry" für einen weitern Bahnunfall nahe Barcelona: Eine Stützmauer war während des Sturms auf die Gleise gestürzt und traf auch einen Regionalzug. Der Lokführer starb, mehr als 30 Fahrgäste wurden verletzt. 20 Krankenwagen und Dutzende Rettungskräfte waren an der Unglücksstelle im Einsatz.
Kaputte Küstenpromenade
Das Sturmtief verwüstete Teile der katalonischen Küste, so wie diese Promenade in Badalona. Die Behörden warnten, sich wegen meterhoher Wellen auf keinen Fall Häfen und Stränden zu nähern. Nahe dem Ort Palau-Sator forderte "Harry" ein weiteres Menschenleben: Rettungskräfte fanden einen Toten in einem Auto, das von Wassermassen in einem normalerweise trockenen Flusslauf mitgerissen worden war.
Notstand auf Sizilien
Besonders hart traf das Unwetter die italienische Insel Sizilien: Trümmer und Pflanzenteile liegen am Hafen von Catania. Straßen wurden überschwemmt, der TV-Sender Rai berichtet von "reißenden Wasser- und Schlammströmen". Dutzende Anwohnende mussten von der Feuerwehr gerettet werden. Die historische Hafenstadt rief den Notstand aus; Museen, Parks und die Universität bleiben vorerst geschlossen.
"Gefahren für die öffentliche Sicherheit"
Inzwischen haben die Aufräumarbeiten auf Sizilien begonnen. Dennoch bleiben die Schulen der Insel teilweise geschlossen: "Die Vorhersagen deuten auf starke Winde, Sturmfluten und Bedingungen hin, die konkrete Gefahren für die öffentliche Sicherheit darstellen können", sagte Federico Basile, Bürgermeister von Messina, dem Sender Rai. 20 kleinere sizilianische Orte wurden evakuiert.
Chaos in Catanzaro
Auch auf dem italienischen Festland sorgte "Harry" für Chaos: In Catanzaro, Hauptstadt der Region Kalabrien, wurde die Uferpromenade schwer beschädigt, das Wasser drang auch in die Straßen der Stadt ein. In Kalabrien gilt am Donnerstag bereits den vierten Tag in Folge die höchste Unwetterwarnstufe Rot. Die Behörden registrieren anhaltenden Starkregen und Böen über 120 Kilometern pro Stunde.
"Schwere Zeiten für unsere Stadt"
Gefährliches Motiv: Eine Frau fotografiert die hohen Wellen am Strand von Catanzaro, obwohl Einwohner wie Touristen ihre Häuser nur in dringenden Fällen verlassen sollen. Der Katastrophenschutz spricht wegen des Ausmaßes und der Dauer der Regenfälle von einem "Jahrhundertereignis". Catanzaros Bürgermeister, Nicola Fiorita, erklärte: "Dies sind schwere Zeiten für unsere Stadt."