Digitalisierung bestimmt Didacta 2019 | Deutschlehrer-Info | DW | 28.02.2019
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Deutschlehrer-Info

Digitalisierung bestimmt Didacta 2019

Am 23. Februar ist die Bildungsmesse Didacta in Köln zu Ende gegangen. Rund 100.000 Besucher konnten sich dort über Trends im Bildungsbereich informieren. Ein wichtiges Thema: die Digitalisierung an Schulen.

Vom 19. bis zum 23. Februar 2019 fand in Köln die Didacta, die weltweit größte Messe für den Bereich Bildung, statt. Dort präsentierten 915 Unternehmen aus 53 Ländern, was es Neues in der Welt der Pädagogik und des Lernens in Kindergarten, Schule, Hochschule und Beruflicher Bildung gibt. Nach Veranstalterangaben sorgten rund 100.00 Besucherinnen und Besucher für zufriedene Gesichter bei den Veranstaltern, ein deutliches Plus im Vergleich zum Vorjahr. Schwerpunktthema an Ständen und bei Veranstaltungen war die Digitalisierung.

Digitalisierung: ja – aber wie?

Genau in die Zeit der Didacta fiel der Beschluss des Bundestages, eine Gesetzesänderung für die Digitalisierung an Schulen auf den Weg zu bringen. Fünf Milliarden Euro sollen vom Bund für die digitale Ausstattung der Schulen fließen. Technisch ist – wie auf der Didacta deutlich wurde – bereits vieles möglich: Grundschulkinder können zum Beispiel mit dem Tablet im Märchenwald auf digitale Entdeckungsreise gehen und dabei etwas über geometrische Formen lernen. Ältere Kinder haben mithilfe von Virtual-Reality-Brillen die Möglichkeit, Grabkammern im alten Ägypten zu erkunden.

Trotzdem sind für die meisten Schulen solche Lernszenarien wohl noch Zukunftsmusik. Neben der technischen Ausstattung hapert es nach Einschätzung von Experten vor allem an einer entsprechenden Qualifikation der Lehrkräfte. „Digitale Technik allein macht noch keinen besseren Unterricht“, findet auch der Präsident des Didacta Verbands, Wassilios Fthenakis. „Wir benötigen geeignete pädagogisch-didaktische Konzepte, die den sinnvollen Einsatz neuer Technik überhaupt ermöglichen.“ Dabei dürften digitale und analoge Angebote nicht als Gegensatz gesehen, sondern müssten produktiv miteinander verknüpft werden, so Fthenakis.

Julia Knopf von der Universität des Saarlandes, die die Sonderschau „Digitale Innovationen“ auf der Didacta mitkonzipiert hat, findet: „Es gibt bislang nur vereinzelt konkrete Konzepte für die Arbeit mit digitalen Materialien für die einzelnen Unterrichtsfächer. Jeder Lehrer braucht aber für sein Fach, für seine Altersstufe, für die Kompetenzen, die er gerade fördern möchte, ein Beispiel – sonst macht er es nicht.“ Ihrer Meinung nach reicht es nicht, die technische Ausstattung anzuschaffen oder ein allgemeines Medienkonzept zu erstellen. Wichtig seien flächendeckende und kontinuierliche Weiterbildungen. 

Ideen für heterogene Klassen

Neben Vorschlägen für den Einsatz von digitalen Medien im Unterricht, wurden auf der Didacta unter anderem auch Ideen für den Umgang mit heterogenen Klassen präsentiert. Der Beltz Verlag hat in seinem Verlagsprogramm zum Beispiel Klassenlektüre für den Deutschunterricht in zwei Sprachversionen. Bücher wie „Anton taucht ab“ und „Mein Sommer mit Mucks“ können von Kindern mit Förderbedarf im sprachlichen Bereich in einfacher Sprache auf A2/B1 Niveau gelesen werden. Die anderen Kinder können sich mit der Originalausgabe beschäftigen. Auch die dazugehörigen Begleitmaterialien gibt es in drei Niveaustufen.  Auf diese Weise können Schülerinnen und Schüler mit unterschiedlichen Lesekompetenzen gemeinsam unterrichtet werden.

Auch andere Verlage begegnen dem Problem wachsender Heterogenität im Klassenzimmer mit didaktisierten Lesetexten. „Deutsch – leichter lesen“ heißt zum Beispiel eine Lesereihe des Klett-Verlags, in der sprachlich entlastete Versionen von Kinder- und Jugendbuchklassikern veröffentlicht werden. Ein Glossar mit Erklärungen, Hintergrundinformationen und Übungen helfen den Kindern dabei, die Texte besser zu verstehen. Die Lesekompetenz leseungewohnter Schüler der Sekundarstufe 1 kann ab Ende März 2019 mit der Reihe „Schlau mit Blau“ gefördert werden. 

Sehr zufriedener Geschäftsführer

Der Geschäftsführer des Didacta Verbandes, Reinhard Koslitz, zeigte sich erfreut, dass „so viele neue Ideen und Impulse für die Besucherinnen und Besucher geliefert wurden wie nie zuvor.“ Und, so Koslitz: „Diese kommen immer stärker auch aus dem Ausland. Ein Beweis ist der gestiegene Anteil internationaler Aussteller.“ Die nächste Didacta findet im kommenden Jahr vom 24. bis zum 28. März in Stuttgart statt.

sts/wa (mit KNA, dpa)

 

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