Dieselgate: Rückrufe und Stilllegungen | Wirtschaft | DW | 06.06.2018
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Wirtschaft

Dieselgate: Rückrufe und Stilllegungen

Das Kraftfahrt-Bundesamt hat nun offiziell den Rückruf von zehntausenden Audi-Fahrzeugen mit Dieselmotor angeordnet. Erstmals haben städtische Behörden auch einzelne Fahrzeuge mit Abschaltvorrichtung stillgelegt.

Wie ein Sprecher des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) am Mittwoch sagte, sei bei den betroffenen Fahrzeugen der Typen A6 und A7 mit einem Drei-Liter-Dieselmotor eine "unzulässige Abschalteinrichtung" der Abgasreinigung entdeckt worden. 

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Von den genannten Audi-Modellen seien weltweit 60.000 in Betrieb, in Deutschland 33.000, teilte das Verkehrsministerium mit. Audi soll nun die unzulässigen Abschalteinrichtungen aus den Fahrzeugen entfernen. Die Ingolstädter VW-Tochter hatte schon vor einem Monat die Auslieferung neuer Fahrzeuge dieser Typen gestoppt.

Weil der Wagen in Luxemburg seine Emissions-Typgenehmigung erhalten hatte, musste sich das KBA laut Bericht vor dem offiziellen Rückruf mit den Behörden im Nachbarland abstimmen.

Vergangene Woche hatte sich Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) mit Audi-Vorstandschef Rupert Stadler getroffen und über die Dieselmanipulationen gesprochen. Scheuer soll laut Medienberichten "erbost" gewesen sein, weil er die Dieselfahrer zum Umtausch ihrer alten Autos gegen solche der neuen Schadstoffklasse Euro 6 gedrängt hatte - zu dieser Klasse gehören allerdings auch die nun zurückgerufenen Autos.

Aus dem Verkehr gezogen

In München und Hamburg haben die Behörden zum ersten Mal Diesel-Autos mit manipulierter Abgas-Software zwangsweise stillgelegt. Die Besitzer hatten auf die mehrfache Aufforderung zum Update der Motorsteuerung nicht reagiert. In Hamburg wurden zwei Wagen aus dem Verkehr gezogen, in München einer, wie die kommunalen Behörden auf Anfrage mitteilten. Betroffen sind VW- und Audi-Modelle der Baujahre 2009 bis 2014 mit dem "EA 189"-Dieselmotor mit illegaler Abschaltvorrichtung für die Abgasreinigung.

Die Zwangsmaßnahmen treffen die Autobesitzer, die 18 Monate nach der Freigabe der Nachrüstung durch das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) "trotz der mehrfachen Erinnerungen durch den Hersteller nicht an der Rückrufaktion teilgenommen haben", wie eine Sprecherin des bayerischen Verkehrsministeriums erläuterte.

bea/ (dpa, reuters, afp)