Dieselaffäre: Porsche-Manager verhaftet | Wirtschaft | DW | 20.04.2018
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Automobilbranche

Dieselaffäre: Porsche-Manager verhaftet

Erst durchsuchte die Staatsanwaltschaft Büros von Porsche, nun wurde ein Manager des Sportwagenherstellers verhaftet. Er soll eine Schlüsselrolle in der Diesel-Affäre haben.

Im Zusammenhang mit dem Diesel-Abgasskandal bei Volkswagen ist ein Porsche-Manager von der Staatsanwaltschaft Stuttgart in Untersuchungshaft genommen worden.

Darüber informierte Porsche-Vorstandschef Oliver Blume die Mitarbeiter am Freitag in einem Schreiben. Es bestehe Verdunkelungs- und Fluchtgefahr, bestätigte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Der Autobauer, der zum Volkswagen-Konzern gehört, weist die Vorwürfe zurück.

Ermittlungen auch gegen aktiven Vorstand

Die Ermittlungen wegen des Verdachts des Betruges und der strafbaren Werbung richten sich gegen drei Beschuldigte. Neben dem jetzt inhaftierten Manager sind auch ein aktuelles Vorstandsmitglied sowie ein ehemaliger Mitarbeiter im Visier der Ermittler. Hintergrund sind mögliche Manipulationen der Abgasreinigung von Dieselautos.

"Die Staatsanwaltschaft wirft den drei Beschuldigten und Porsche vor, wir hätten Kenntnis davon gehabt, dass in diesen Motoren unzulässige Steuerungsgeräte verbaut gewesen seien", schrieb Blume an die Mitarbeiter. "Wir weisen diesen Vorwurf zurück und tun unser Möglichstes, um alles in Ordnung zu bringen."

Die Spur führt zu Audi

Am Mittwoch hatten 33 Staatsanwälte und 160 Polizisten mehrere Standorte von Porsche durchsucht und dabei Unterlagen und Daten von Computern sichergestellt.

Auch die Konzernschwester Audi war betroffen. Audi versorgt Porsche mit Dieselmotoren, weil der Sport- und Geländewagenbauer selbst keine entwickelt und produziert.

Bereits seit September 2017 sitzt ein früher für Audi als Motorenentwickler tätiger ehemaliger Porsche-Vorstand in Untersuchungshaft.

Porsche-Chef Blume rief die Beschäftigten auf, sich von den Berichten über die Vorwürfe nicht verunsichern zu lassen. "Meine Vorstandskollegen und ich tun alles dafür, um den Sachverhalt so schnell wie möglich aufzuklären", betonte er.

bea/ul (dpa, reuters, afp)

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