Die Weltpresse feiert AKK | Aktuell Deutschland | DW | 08.12.2018
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Internationale und deutsche Pressestimmen

Die Weltpresse feiert AKK

"Kronprinzessin der Kanzlerin" und "Konsens-Kandidatin" - in Zeiten, in denen Populisten Erfolge feiern, stieß die Wahl von Annegret Kramp-Karrenbauer zur neuen CDU-Chefin im Ausland auf Interesse. Eine Auswahl.

"New York Times"

"Annegret Kramp-Karrenbauer, die neue Führungsperson von Deutschlands bedeutendster Partei und wahrscheinlich zukünftige deutsche Kanzlerin, klingt oft wie die derzeitige (Kanzlerin). Das ist ihre größte Stärke und größte Schwäche. Zu einer Zeit, da Wähler anderswo in Europa und der Welt nach radikalem Wechsel rufen und sich populistischen - oft männlichen - Führern zuwenden, die einfache Antworten auf komplexe globale Probleme, versprechen, stimmte Deutschlands größte politische Partei am Freitag für das Gegenteil: eine Frau folgt einer anderen Frau mit einem nuancierten politischen Programm, das vor allem Kontinuität und Stabilität verspricht."

"Le Figaro" aus Paris

"Eine Frau aus dem Westen nach einer Frau aus dem Osten, eine Katholikin nach einer Protestantin.
Selbst wenn Annegret Kramp-Karrenbauer etwas konservativer als Angela Merkel ist und ihre Biographie deutliche Unterschiede zu Merkels aufweist, haben die Delegierten der CDU die Kontinuität einem Bruch vorgezogen. Die Kanzlerin ist beruhigt. AKK ist ihre Kronprinzessin." 

"El País", Madrid

"Sie trägt einen unendlichen Namen und eine lange Karriere auf ihren Schultern. Annegret Kramp-Karrenbauer war die Kandidatin des Konsens'. Sie hat die Delegierten nicht in Enthusiasmus versetzt, 
doch ein großer Teil der Partei spürt, dass er mit ihr leben kann. Sie ist konservativ, allerdings in Maßen. Sie setzt auf Kontinuität, aber nicht ganz und gar."

Die "Presse" aus Wien

"Am Ende scheiterte Merz nur knapp. Doch die Partei votierte für eine Fortsetzung des Merkelianismus, für die grün angehauchte Mitte. Die AfD wird es freuen. Ein beachtliches Ergebnis erzielte der Dritte im Bunde, Gesundheitsminister Jens Spahn, mit 15 Prozent im ersten Durchgang. Er hielt die vielleicht beste Rede. (...) Saarlands Ex-Ministerpräsidentin ging in ihrer emotionalen Ansprache an die Grenzen ihrer rhetorischen Fähigkeiten, Merz blieb darunter. Das gab den Ausschlag. Die Art und Weise, wie die CDU ihre neue Führung kürte, war beeindruckend. In einem fairen Wettstreit auf hohem Niveau warben drei respektable Persönlichkeiten um die Gunst der Delegierten (...). Schon vor Auszählung der Stimmen hat es deshalb einen Sieger gegeben: die CDU. Ihr nützte die Zwischenmobilisierung, sie legte in Umfragen wieder zu."

"Nürnberger Nachrichten" 

"Zusammenführen. Und zusammen führen' hieß das Motto des Hamburger Parteitags. Und es hat wohl, gerade angesichts des Wahlergebnisses, selten ein treffenderes Motto gegeben. Denn genau das ist nun die allererste Aufgabe für Annegret Kramp-Karrenbauer: Sie muss eine Partei zusammenführen, durch die etliche Risse gehen. Und dann muss sich zeigen, wie die Doppelspitze Merkel-AKK funktioniert. Ob sie Schwung in die blass wirkende GroKo bringt. Ob sie mit handfester Politik überzeugt und nicht nur mit schönen Reden. Das wird die noch größere Herausforderung als das Zusammenführen und zusammen führen."

"Die Welt"

"Mit Kramp-Karrenbauer folgt nun erstmals in einem großen Land der westlichen Welt eine Frau auf eine Frau an der Spitze einer Regierungspartei. Damit könnte erstmals im Westen auf eine Regierungschefin eine weitere Frau an der Regierungsspitze folgen. In den USA können sie von solcher Perspektive nur träumen. Wer einen Beweis dafür sucht, wie weit vorne Deutschland in manchen Fragen weltweit liegt, findet mit dem Hamburger Ergebnis einen Beweis dafür."

"Kieler Nachrichten"

Das knappe Votum illustriert, wie wenig Zutrauen die Partei in die Fähigkeit Kramp-Karrenbauers hat, die CDU zu versöhnen und verlorenes Terrain bei den Wählern zurückzugewinnen. Als Kanzlerin müsste sie Deutschland einen, nichts weniger als das. Was aber ist da ihr Angebot? Was genau will sie der Alternative für Deutschland entgegensetzen? Das blieb Hamburg leider offen. Wenn sich die Deutschen nach diesem Parteitag aussuchen sollten, ob Spahn, Merz oder Kramp-Karrenbauer ins Kanzleramt einziehen sollten - sie würden sich wohl für Robert Habeck entscheiden.

nob/stu/kk (dpa, afp)