Die Unglücksbrücke von Genua ist endgütig Geschichte | Aktuell Europa | DW | 28.06.2019
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Italien

Die Unglücksbrücke von Genua ist endgütig Geschichte

Die Morandi-Brücke brauchte nach der Sprengung nur sieben Sekunden, um sich in einen gigantischen Schuttberg zu verwandeln. Doch die klaffende Wunde Genuas wird erst mit der neuen Brücke von Architekt Piano verheilen.

9.37 Uhr: Der Sprengstoff wird gezündet (Foto: AFP/V. Pinto)

9.37 Uhr: Der Sprengstoff wird gezündet

Zehn Monate nach dem verheerenden Einsturz der Autobahnbrücke in Genua sind die beiden noch stehenden riesigen Pfeiler gesprengt worden. Die Sprengung wurde um 09.37 Uhr im Beisein der italienischen Vize-Regierungschefs Matteo Salvini und Luigi Di Maio ausgelöst. Die rund 4500 Tonnen schweren Beton- und Stahlkonstruktionen stürzten innerhalb von sieben Sekunden in sich zusammen. 

Zahlreiche Bewohner der italienischen Hafenstadt verfolgten das Schauspiel vor Ort. Im Fernsehen war zu sehen, wie nach mehreren dumpfen Knallgeräuschen die Brückenreste zu Boden gingen und Staubwolken über der Stadt aufstiegen. Es brach langer Applaus aus. Wasserkanonen bespritzten die Baustelle, um zu verhindern, dass zu viel Staub aufwirbelt. Für die Großaktion, die nach der Tragödie im vergangenen Sommer für Genua auch große symbolische Bedeutung hat, mussten knapp 4000 Anwohner ihre Häuser verlassen. Etwa 400 Sicherheitskräfte sollten Plünderungen in der zwischenzeitlich verlassenen Gegend verhindern. Mehrere Straßen wurden gesperrt.

Das war's. Nun müssen nur noch 4500 Tonnen Beton und Stahl abtransportiert werden (Foto: AFP/V. Pinto)

Das war's. Nun müssen "nur" noch 4500 Tonnen Beton und Stahl abtransportiert werden

Die viel befahrene, fast 1200 Meter lange Morandi-Brücke war am 14. August 2018 auf einer Länge von 200 Metern eingestürzt und hatte 43 Menschen in den Tod gerissen, darunter vier Kinder. Dutzende Menschen wurden verletzt, und zahlreiche Anwohner mussten in der Folge ihre Häuser räumen. Experten hatten nach dem Unglück erklärt, der Einsturz sei wegen der vielen baulichen Mängel an der Spannbetonbrücke vorhersehbar gewesen. Die italienische Justiz ermittelt in dem Fall gegen eine Reihe von Beschuldigten und gegen die Betreiberfirma Autostrade per l'Italia (Aspi).

Genuas Bürgermeister Marco Bucci mit einer Comupteranimation der von Architekt Renzo Piano entworfenen neuen Brücke (Foto: Getty Images/AFP/A. Leoni)

Genuas Bürgermeister Marco Bucci mit einer Comupteranimation der von Architekt Renzo Piano entworfenen neuen Brücke

Die Abrissarbeiten der Überreste des Viadukts sind seit Februar im Gange. Der Bau einer neuen Brücke hat begonnen. Den Wiederaufbau leitet Stararchitekt Renzo Piano, der aus Genua stammt. Verkehrsminister Danilo Toninelli zufolge soll die neue Brücke im April 2020 eingeweiht werden.

sti/as (afp, dpa)