Die Schwächen der anderen WM-Topteams | Fußball | DW | 26.06.2018
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12. WM-Tag

Die Schwächen der anderen WM-Topteams

Packt es Deutschland ins WM-Achtelfinale? Sicher kann man sich da nicht sein. Aber auch Spanien und Portugal schlittern an den Rand des Ausscheidens. Die "Übermannschaft" des Turniers in Russland ist noch nicht gefunden.

Es ist unerhört: nicht mal eine Viertelstunde ist gespielt in Kaliningrad zwischen Spanien und Marokko. Da wollen sich zwei Weltmeister den Ball zuspielen. Andres Iniesta schlampert seinen Pass auf Sergio Ramos, der zuckt und geht dann doch nicht hin. Stattdessen spritzt Khalid Boutaib dazwischen, rennt 40 Meter weit und schiebt die Kugel durch die Beine von Spaniens Keeper David De Gea zur überraschenden 1:0-Führung ein. Der geneigte Fußball-Fan staunt: so viel Nachlässigkeit, so viel Platz zum Kontern - das hat man bisher nur von der hart kritisierten deutschen Elf gegen Mexiko gesehen. Nun entpuppt sich also auch Spanien, die kombinationssichere Ballmaschine mit erfahrenen Weltklassespielern, als äußerst verwundbar. Und es kommt noch dicker. Marokkos En Nesyri steigt höher als die Kopfballtürme Ramos und Gerard Piqué und köpft zur erneuten Führung (81.) ein. Spanien muss in dieser Sekunde um das Weiterkommen bangen und schafft es am Ende dann doch noch durch einen späten Treffer von Iago Aspas (90.+1). Eines steht fest: souverän war das nicht.

Der große Ronaldo scheitert vom Punkt

Russland WM 2018 l Iran vs Portugal 0:1 - verschossener Elfmeter von Ronaldo (Getty Images/C. Mason)

Relativ leichte Beute: Irans Beiravand hält Ronaldos Elfmeter

Während die Spanier mit den bereits ausgeschiedenen Marokkanern große Mühe haben, spielt sich zur gleichen Zeit in Saransk ebenfalls ein Drama ab. Europameister Portugal führt 1:0 gegen den Iran. Weltfußballer Ronaldo richtet sich die Frisur. Er steht zum Elfmeter bereit, den er selbst herausgeholt hatte. Eigentlich eine sichere Sache. Doch diesmal nicht, Ronaldo zielt nicht genau genug. Irans Keeper Alireza Beiranvand taucht in die richtige Ecke und hält den Ball. Es ist der erste verschossene Elfmeter in Portugals WM-Historie. "Superman" Ronaldo schrumpft auf Normalmaß. Die passiv agierende Europameistermannschaft um ihn herum auch, denn in der Nachspielzeit kommt der Iran erst per schmeichelhaftem Handelfmeter zum 1:1 (1:0)-Endstand, hätte aber danach auch noch den Sieg davontragen können. Doch Vahid Amiri scheitert knapp. Auch hier steht fest: souverän war das nicht.

Die Brasilianer streiten sich 

Russland WM 2018 l Brasilien vs Costa Rica - verpasste Torchance Neymar (Reuters/C. G. Rawlins)

Fiel durch Kapriolen auf: Brasiliens Neymar

Und die Anderen? Brasilien ist von "souverän" auch noch so weit entfernt wie der Zuckerhut von der Zugspitze. Gegen Costa Rica murmelt sich die Selecao mit zwei Treffern in der Nachspielzeit durch. Neymar und Kapitän Thiago Silva haben sich öffentlich in der Wolle. Die hochgehandelten Franzosen sind zwar schon nach zwei Partien im Achtelfinale, berauscht hat die Elf aber auch nicht. Weder beim etwas glücklichen 2:1 gegen Australien, noch beim knappen 1:0 gegen Peru. Die vom Kroos-Hammer euphorisierte, aber doch nicht immer sattelfeste deutsche Elf ist also in guter Gesellschaft bei dieser WM. Was nicht ist, kann ja noch werden. 

Verdammt gut schlagen sich derweil gleich mehrere Geheimfavoriten: Kroatien, Belgien, Uruguay und England sind die Teams, die bisher die besten Auftritte abgeliefert haben. Die Three Lions allerdings gegen Gegner, die nicht zur Weltelite gehören. Es wird spannend zu sehen, wie weit ihre Reise geht. Unbesiegbar, nein, unbesiegbar wirken auch sie nicht.

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