Die Letzten ihrer Art - Kampf um Afrikas Nashörner | Nahaufnahme - Die aktuelle Reportage | DW | 28.02.2022
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Nahaufnahme

Die Letzten ihrer Art - Kampf um Afrikas Nashörner

Jeden Tag töten Wilderer in Südafrika mindestens ein Nashorn. Ihr Horn ist auf dem Schwarzmarkt heiß begehrt, es ist mehr wert als Gold. Anti-Wilderei-Einheiten rüsten auf: mit Nachtsichtgeräten, Drohnen und Wärmebildkameras. Es herrscht Krieg.

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Der Kruger-Nationalpark im Nordosten von Südafrika ist mit einer Fläche von rund 20.000 Quadratkilometern eines der größten Wildschutzgebiete Afrikas. Es ist der Ort in Südafrika, wo die meisten Breitmaulnashörner in freier Wildbahn leben - und der Ort, wo die meisten Nashörner von Wilderern abgeschlachtet werden. Das Problem liegt auf der Hand: Die Fläche ist riesig, die Zahl der Ranger im Verhältnis gering. Hinzu kommt die Armut in den vielen Dörfern, die an den Park angrenzen. Wer den Kampf um die Rettung der Nashörner gewinnen will, der muss ihn hier gewinnen. Vince Barkas glaubt nicht, dass das jetzige System, Nashörner zu schützen, funktioniert. Er arbeitet seit 30 Jahren im Schutz von Wildtieren, 1992 gründete er "Protrack", eine Anti-Wilderei-Truppe. Sie ist im Greater Kruger im Einsatz - privaten Wildtier-Reservaten, die an den Kruger-Nationalpark angrenzen. In all den Jahren, die er den Job macht, habe sich nichts geändert, Aufrüsten hin oder her, wir brauchen neue Wege, sagt er: "Wir haben Wilderer erschossen, festgenommen, verprügelt, wir haben alles getan, aber wir haben uns nie zusammengesetzt und miteinander geredet." Reden statt schießen? Vince Barkas glaubt daran. Er hat sich zusammen mit seinem Sohn Dylan auf den Weg nach Mosambik gemacht. Von dort kommen viele der Wilderer, die im Kruger-Nationalpark Nashörner töten. Ihr Ziel ist Massingir. Barkas hat vor einigen Jahren begonnen, erste Kontakte zu den Wilderern dort aufzubauen. Das Problem wurzele bereits im Konzept des Wildtierschutzes, sagt er: "Wir haben Wildtiere zu einer Sache für reiche Weiße gemacht, wo Weiße jagen, in Lodges gehen und Reservate besitzen. Und wir haben schwarze Menschen außen vorgelassen, auf der anderen Seite des Zauns. Diesen Ansatz müssen wir ändern.” Die Reportage geht der Frage nach, warum die seit Jahrzehnten praktizierte Art und Weise, Wildtiere zu schützen, nicht funktioniert - und welche Alternativen es gibt.