Die Deutschen - Bismarck | Alle multimedialen Inhalte der Deutschen Welle | DW | 17.06.2018
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Die Deutschen - Bismarck

Preußens Ministerpräsident Otto von Bismarck ebnete den Weg zum deutschen Nationalstaat. Zum ersten Mal in ihrer Geschichte leben die Deutschen vereint in einem Land mit einer gemeinsamen Hauptstadt: Berlin. Und Bismarck wird neuer Reichskanzler.

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Mitte des 19. Jahrhunderts: Noch immer sind die Deutschen nicht in einem Staat geeint. Der preußische Ministerpräsident Otto von Bismarck will das ändern. Nicht mit Parlamenten oder durch Mehrheiten, sondern wie er sagt, "mit Blut und Eisen". Deutschland besteht in dieser Zeit aus über 30 unabhängigen Staaten, die sich im Deutschen Bund zusammengeschlossen haben. Den Ton geben die Großmächte Österreich und Preußen an. Als sich Preußen die Herzogtümer Schleswig und Holstein gegen Österreichs Willen einverleiben will, kommt es zur Machtprobe. Wer hat das Sagen in Deutschland? Österreich oder Preußen? Die Entscheidung ob Krieg oder Frieden fällt am 14. Juni 1866 in Frankfurt am Main, dem Sitz des Deutschen Bundes. Österreichs Antrag, das Bundesheer gegen Preußen mobil zu machen, wird angenommen. Preußen betrachtet diese Abstimmung als Kriegserklärung und erklärt seine Mitgliedschaft im Bund für nichtig. Das bedeutet das Ende des Deutschen Bundes, weil die Staaten das tun, was der Bund verhindern sollte: Krieg gegeneinander führen. Österreichs Armeen werden geschlagen. Deutschland und Österreich gehen fortan getrennte Wege. Österreich wird förmlich aus der deutschen Geschichte gedrängt. Der Sieg über Österreich macht Bismarck zum Triumphator. Sein Sieg ist dem preußischen Vaterland ein Denkmal wert: Die Siegessäule in Berlin. Der Norddeutsche Bund von 1866 - unter preußischer Führung - ist die Vorstufe zum geeinten Deutschland wenige Jahre später. Die südlichen Länder wie Bayern, Baden und Württemberg bleiben zunächst außen vor. Das ändert sich mit dem Krieg gegen Frankreich 1870. Der gemeinsame Gegner schmiedet die Deutschen zusammen und eint die Nation. Im Januar 1871 hebt Bismarck - im Schloss von Versailles - den preußisch-deutschen Nationalstaat aus der Taufe. Zum ersten Mal in ihrer Geschichte leben die Deutschen vereint in einem Nationalstaat mit einer gemeinsamen Hauptstadt: Berlin. Bismarck ist "Reichskanzler" des neuen Deutschen Reiches. Die Gesamtbilanz von Bismarcks Innenpolitik fällt gemischt aus. Auf der einen Seite stehen die Schaffung einer modernen Volksvertretung sowie der Beginn des Sozialstaats mit Kranken-, Unfall- und Rentenversicherung. Auf der anderen Seite kämpft Bismarck gegen Sozialdemokratie und katholische Kirche.