Dicke Luft in Melbourne: Die Australian Open und die Buschbrände | Sport | DW | 14.01.2020
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Australian Open

Dicke Luft in Melbourne: Die Australian Open und die Buschbrände

"Ich dachte, ich bin krank" - die Feuer rund um Melbourne machen den Tennisstars der Australian Open zu schaffen. Eine Teilnehmerin gibt nach einem Hustenanfall auf. Experten warnen vor einer "immensen Gefährdung".

"Es war wirklich schlimm. So etwas habe ich noch nie erlebt, ich hatte wirklich Angst, dass ich kollabiere", sagte Dalila Jakupovic nach ihrem ersten und letzten Spiel bei den Australian Open 2020. Die Slowenin gab ihre Erstrundenpartie in der Qualifikation nach massiven Atemproblemen auf. Die 28-Jährige hatte im Match gegen die Schweizerin Stefanie Vögele beim Stand von 6:4, 5:6 einen schweren Hustenanfall und gab auf. Danach klagte sie, es sei "nicht fair", dass die Spielerinnen und Spieler unter solchen Bedingungen antreten müssten. "Das ist nicht gesund für uns. Ich war überrascht, ich dachte, wir würden heute nicht spielen. Aber wir haben kaum eine Wahl", sagte Jakupovic.

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Jakupovic wurde von einer Betreuerin vom Platz geführt, im Nacken hatte sie ein Handtuch mit Eisbeuteln. Sie betonte, dass sie weder an Asthma noch sonst unter Atemproblemen leide.

Husten und Atemprobleme

Rund um Melbourne brennen zahlreiche Buschfeuer, das sorgt für eine schlechte Luftqualität in der Stadt. Den Bewohnern der Millionen-Metropole im Südosten Australiens wurde wegen der rekordverdächtig schlechten Luft geraten, drinnen zu bleiben. Doch die Athletinnen und Athleten der Australian Open sollen spielen, während ein Rauch-Schleier über der Stadt liegt. Der erste Tennis-Tag im Melbourne Park begann aufgrund der schlechten Luft zunächst mit einer Verspätung von anderthalb Stunden, dann gaben die Verantwortlichen grünes Licht - und ernteten Kritik.

Ein Showmatch in Melbourne im Vorfeld des Grand-Slam-Turniers zwischen der deutschen Spielerin Laura Siegemund und der einstigen Weltranglisten-Erste Maria Scharapowa aus Russland wurde vorzeitig beendet. "Beide Spielerinnen haben den Rauch gespürt, deswegen beenden wir das Match an diesem Punkt", sagte der Schiedsrichter beim Stand von 7:6, 5:5 aus Siegemunds Sicht. "Ich habe gemerkt, dass ein bisschen Husten hochkam am Ende des zweiten Satzes. Ich dachte, ich bin krank", sagte Scharapowa am Dienstag.

Lungenspezialist der Charité warnt

Auch die frühere Wimbledonfinalistin Eugenie Bouchard klagte nach ihrem Erstrundensieg über leichte Atemprobleme und Schwindel. Die Kanadierin nahm sich mehrere Behandlungspausen, hielt aber durch. "Ich hatte das Gefühl, dass sich die Bedingungen während des Matches verschlechtert haben", sagte Bouchard. Die Spiele des Hauptfeldes sollen am kommenden Montag beginnen. Experten warnen vor den Folgen von Aktivität in einem solchen Umfeld: Rauch plus Hitze sei "eine immense gesundheitliche Gefährdung", sagte der Lungenspezialist Leif Sander von der Charité in Berlin.

jw/sn (mit sid/dpa)

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