DFB-Team: Mit älteren Spielern ″seriös″ gegen Estland | Sport | DW | 12.10.2019
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EM-Qualifikation

DFB-Team: Mit älteren Spielern "seriös" gegen Estland

In der EM-Qualifikation muss die deutsche Fußball-Nationalmannschaft in Estland antreten. Bundestrainer Joachim Löw verändert die Startelf und setzt auf einige Rückkehrer, die um einiges älter sind als ihre Vertreter.

Man nennt es wohl eine Pflichtaufgabe: Spiele, wie die anstehende Partie der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in Tallinn gegen Estland am Sonntagabend (Anstoß 20:45 Uhr MESZ, ab 20:30 Uhr im DW-Audio-Livestream), sind Spiele, die vom hohen Favoriten Deutschland gewonnen werden müssen. Es sind aber auch Spiele, die für den vermeintlich unterlegenen Gegner eine besonders hohe Motivation beinhalten, dem "Großen" eins auszuwischen. DFB-Kapitän und -Torhüter Manuel Neuer hat etliche solcher Spiele absolviert - meistens mit dem besseren Ausgang für die eigene Mannschaft.

Dementsprechend weiß die Nummer eins des FC Bayern, die in Estland zum 91. Mal für Deutschlands A-Mannschaft zwischen den Pfosten stehen wird, worauf es ankommt: "Ich erwarte eine hochkonzentrierte Vorstellung von uns", sagte Neuer und klang schon fast wie ein Spielanalytiker oder Taktiktrainer. "Wir brauchen gegen Mannschaften wie die Esten eine gute Raumaufteilung und ein gutes Passspiel. Wir brauchen bewegliche offensive Akteure, weil sie tief verteidigen werden. Wir wollen so schnell wie möglich zum Torerfolg gelangen und auf die Siegerstraße kommen."

Löw erwartet seriöses Spiel

Auch Bundestrainer Joachim Löw glaubt daran, dass der Weg zum Erfolg gegen die Esten mehr oder weniger nur von der eigenen Stärke abhängt. "Das Spiel muss über die Konzentration gewonnen werden", forderte Löw und warnte: "Es wird aber kein Selbstläufer. Wir dürfen uns in der Gruppe überhaupt keine Punktverluste mehr leisten. Daher erwarte ich, dass die Mannschaft das Spiel seriös angeht."

Fussball Laenderspiel - Deutschland-Peru 2-1 | Joachim Löw und Ilkay Gündogan (picture-alliance/SvenSimon/F. Hoermann)

Wieder von Anfang an dabei: Joachim Löw setzt gegen Estland auf Ilkay Gündogan

Neuer wird gegen die Esten wieder ins Tor zurückkehren, nachdem sein Vertreter Marc-André ter Stegen am vergangenen Mittwoch beim Testspiel gegen Argentinien seinen Einsatz bekam und eine gute Leistung zeigte. Als zweiten Rückkehrer nannte Löw Manchester Citys Mittelfeldspieler Ilkay Gündogan, der zuletzt angeschlagen war und wegen einer Muskelverletzung gegen Argentinien fehlte. Allerdings könnte die Rückkehr Gündogans bedeuten, dass für Kai Havertz zunächst kein Platz in der Mannschaft ist. Der 19-Jährige hatte gegen die Argentinier zum ersten Mal in der Startelf gestanden und mit einem Tor und einer Vorlage nachhaltig auf sich aufmerksam gemacht.

Jugendwahn im DFB-Team

Es sei beeindruckend, wie er den Ball annehme und mitnehme und gleich etwas nach vorne machen könne, ohne das Spiel zu verlangsamen, lobte Neuer den Leverkusener. "Er bringt eine gute Leistung, wenn er spielt und wird sich in den nächsten Jahren noch weiterentwickeln. Das lässt uns alle positiv in die Zukunft schauen."

Überhaupt macht der 33-jährige Neuer derzeit eine neue Erfahrung im DFB-Team, weil er wegen zahlreicher verletzungsbedingter Absagen mit vielen sehr jungen Mitspielern bei der Nationalmannschaft zusammen ist. "Es ist schon eine Umstellung, ich bin der älteste mit 33 Jahren", sagte Neuer, fühlte sich in der verjüngten Umgebung aber dennoch nicht unwohl. "Es ist spannend, neue Jungs und die neue Generation kennen zu lernen. Es ist auch motivierend, zu sehen, wie die an die Sachen rangehen. Man versucht ihnen als älterer Spieler dabei zu helfen, sich zu entfalten und Verantwortung zu übernehmen. Aber es sind alle Top-Jungs."

Fussball Laenderspiel | Deutschland - Argentinien - Kai Havertz, Robin Koch und Luca Waldschmidt (picture-alliance/SvenSimon/A. Waelischmiller)

Gegen Estland erstmal wieder auf die Bank? Die "jungen Wilden" Havertz, Koch und Waldschmidt (v.l.n.r.)

Gleichwohl wird das Durchschnittsalter der Nationalelf gegen Estland im Vergleich zum Argentinien-Spiel wieder etwas steigen. Neuer (33), Gündogan (28) und auch Dortmunds Marco Reus (30) gehören eher zu den "Alten" im DFB-Dress. Für sie werden definitiv ter Stegen und wahrscheinlich Havertz (19) und Julian Brandt (23) weichen müssen. Mit Luca Waldschmidt könnte ein weiterer 23-Jähriger durch den gleichaltrigen und wieder genesenen Timo Werner ersetzt werden. Insgesamt wird also alles ein wenig älter. Ob "älter" dann auch - entsprechend der Forderung Löws - "seriöser" bedeutet, werden die 90 Minuten von Tallinn zeigen.

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