DFB-Team: Lichtblick Havertz, Dämpfer für Müller | Sport | DW | 21.06.2021
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DFB-Team: Lichtblick Havertz, Dämpfer für Müller

Die DFB-Elf bereitet sich im Base Camp auf das EM-Spiel gegen Ungarn vor. Bundestrainer Löw muss nach dem euphorischen Sieg gegen Portugal vermutlich auf Thomas Müller verzichten. Wer ihn ersetzen kann, ist noch unklar.

Der Euphorie über den verdienten 4:2-Sieg gegen Portugal im zweiten EM-Gruppenspiel folgte nur wenige Stunden später der erste Dämpfer. Bei der ersten Trainingseinheit in Herzogenaurach nach dem Spiel musste Bundestrainer Joachim Löw auf einige Stammkräfte verzichten: Mats Hummels, Ilkay Gündogan, Lukas Klostermann, Toni Kroos und Thomas Müller waren nicht auf dem Platz. Besonders die Kapselverletzung am rechten Knie von Müller dürfte Löw Kopfschmerzen bereiten.

Denn der 31-Jährige war einer der Aktivposten im Spiel gegen die Portugiesen gewesen. "Es wird aktuell von Tag zu Tag entschieden, wie wir mit der Verletzung von Thomas Müller umgehen. Es ist noch nicht sicher, ob er für das Spiel gegen Ungarn fit werden wird", gab der DFB am Montag bekannt. Während die restlichen Spieler um Robin Gosens mit einer Runde Fußball-Tennis entspannt in den Arbeitstag starteten, schwitzten Kroos, Klostermann und sogar DFB-Direktor Oliver Bierhoff im Fitnesszelt auf dem Ergometer.

Kai Havertz wie Zinedine Zidane

Es gab aber auch eine gute Nachricht an diesem sonnigen Montagvormittag. Gosens, der gegen Portugal ein herausragendes Spiel abgeliefert hatte, stand auf dem Trainingsplatz. Der 26-Jährige war am Samstag mit Adduktorenproblemen ausgewechselt worden, scheint diese aber überstanden zu haben.

Deutschland München | UEFA EURO 2020 | Portugal vs Deutschland | Robin Gosens

Matchwinner Robin Gosens ist auf der linken Seite gesetzt

Am Regenerationstag hatte Gosens Stabilitäts-und Yogaübungen gemacht, um wieder rechtzeitig fit zu werden. "Ich hänge schon länger damit rum, dass meine Adduktorenein bisschen schmerzen", berichtete der Flügelspieler von Atalanta Bergamo.

Schmerzfrei dagegen war und ist Kai Havertz. Der Offensivspieler stand beim Sieg gegen Portugal ebenfalls im Mittelpunkt und war an drei von vier Toren direkt beteiligt. Nach seinem schwachen Auftritt im ersten Gruppenspiel gegen Frankreich zählte Havertz am Samstag zu den besten Spielern auf dem Platz, was Deutschlands Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus zu einem besonderen Lob motivierte: "Ich vergleiche ihn mit Zinedine Zidane, von den Fähigkeiten her, der Technik, der Übersicht und dem Vorwegnehmen einer Situation", sagte Matthäus im Kicker und ergänzte: "Zidane wirkte nicht schnell, war es aber, wenn er mit dem Ball los ging. Das kann Havertz auch."

Goretzka: "Die Stimmung ist außergewöhnlich"

Der 22-Jährige zählt neben Gosens sicherlich zu den Gewinnern des zweiten EM-Spiels der DFB-Elf. Beide sind auch bei den Fans beliebt - das hilft natürlich dem Selbstbewusstsein und steigert die Nachfrage an den eigenen Trikots. Als Havertz am Samstag einen jugendlichen Fan, der mit Rufen und einem "King Kai" Banner um das Trikot seines Helden gebeten hatte, ausfindig gemacht hatte, erfüllte er ihm gerne diesen Wunsch. 

EM Freundschaftsspiel | Deutschland Lettland Jubel

Für Thomas Müller (2.v.l.) könnte ein Einsatz gegen Ungarn zu früh kommen

Havertz ist mit leichter Verspätung im Turnier angekommen, was Leroy Sané nicht so richtig schmecken dürfte. Sané, der in den vergangenen Wochen eher durch mangelnde Körpersprache als durch Leistung auf dem Trainingsplatz von sich Reden gemacht hat, dürfte vorerst seinen Platz im deutschen Team an Havertz verloren haben. Sané, der innerhalb der Mannschaft nicht gerade zu den Stimmungsmachern gehören soll, wirkt auch in den Trainingseinheiten meist abwesend.

"Danke" an die Fans

Havertz dürfte also auch beim nächsten Duell gegen Ungarn in der Offensive gesetzt sein. Fraglich bleibt, wer einen möglichen Ausfall von Thomas Müller kompensieren könnte. Timo Werner wäre ein Kandidat, der im Training im Gegensatz zu Sané immer mit vollem Einsatz dabei ist. Er könnte die drohende Lücke im Sturm füllen. Ein großer Pluspunkt im Kampf um den Einzug in die nächste Runde dürften die Fans werden. Denn die spätestens durch den Portugal-Sieg entfachte Euphorie überträgt sich auch auf die Mannschaft. "Ich möchte einmal die Gelegenheit nutzen, um Danke zu sagen", so Leon Goretzka auf der Pressekonferenz am Montag.

"Die Stimmung ist wirklich außergewöhnlich. Im Camp bekommt man das nicht so mit, aber wir bekommen von Verwandten und Freunden gesagt, dass das Land Bock auf dieses Turnier hat", sagte der Mittelfeldstratege: "Wir sind froh, dass wir mittlerweile wieder 82 Millionen Bundestrainer und nicht 82 Millionen Virologen haben." Am Mittwoch zeigt sich dann, ob das Team um Joachim Löw die Leistung gegen Portugal bestätigen kann. 

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