DFB-Team: Besser Tore schießen als rechnen | Sport | DW | 15.11.2019
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EM-Qualifikation 2020

DFB-Team: Besser Tore schießen als rechnen

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft tritt zu ihren letzen beiden EM-Qualifikationsspielen an. Mit einem Sieg gegen Weißrussland könnte diese perfekt sein - auch wenn nicht alle Spieler dies wissen.

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Das Team von Jogi Löw hat es nicht mehr weit

Die Stimmung ist locker und gelöst. Die Nationalmannschaft geht geradezu heiter und beschwingt in die letzten beiden EM-Qualifikationsspiele gegen Weißrussland an diesem Samstag in Mönchengladbach und Nordirland am Montag in Frankfurt. Die beiden Gegner dürften schließlich kaum mehr als kleine Hürden auf dem Weg zur direkten Qualifikation darstellen. Da fällt es auf den ersten Blick auch nicht weiter ins Gewicht, wenn weder Joshua Kimmich noch Timo Werner so ganz genau wissen, mit welchen Ergebnissen sich die DFB-Elf nun endgültig für das Turnier im kommenden Sommer qualifiziert hat.

"Das war nicht das Thema, weil ich alles auf Weißrussland fokussiert habe. Wir müssen das Spiel machen, drei Punkte holen. Dann sieht man, wie die Konstellation ist", sagte Bundestrainer Joachim Löw und wollte das Thema möglichst schnell abbügeln. Wer nicht darüber spricht, der kann das Thema auch nicht weiter vertiefen. Doch tief in sich drin dürfte sich auch der 59-Jährgie darüber geärgert haben, dass seine Spieler nicht so genau wissen, wie es um den Erfolg der eigenen Mannschaft steht. Schließlich ist eine intensive Vorbereitung sowie die Ernsthaftigkeit im Umgang mit den anstehenden Aufgaben eine Grundvoraussetzung, um erfolgreich sein zu können. Zu oft sind haushohe Favoriten schon im letzten Moment gescheitert, als dass man beide Partien auf die leichte Schulter nehmen könnte.

Verlorenes Vertrauen zurückgewinnen

DFB-Angreifer Timo Werner bei der Pressekonferenz vor Weißrussland (picture-alliance/dpa/M. Becker)

DFB-Angreifer Timo Werner bei der Pressekonferenz vor Weißrussland

Ein Sieg im Mönchengladbacher Stadion würde dem Nationalteam die EM-Teilnahme 2020 vorzeitig sichern, wenn zeitgleich Nordirland nicht gegen Holland gewinnt. Im Gegensatz zu seinen Spielern konnte der Bundestrainer diese Gleichung herleiten. Und selbst wenn die Qualifikation bereits gegen die Weißrussen geschafft werden sollte, hat Löw klare Vorgaben an die Spieler gerichtet. "Die Spiele, das ist unser Anspruch, die wollen wir gewinnen, um einen positiven Abschluss zu haben", so Löw. "Man kann aber nicht erwarten, dass man jeden Gegner aus dem Stadion schießt. Das geht heute nicht mehr."

Aber ein souverän herausgespielter Erfolg würde wohl nicht nur den Bundestrainer beruhigen. Schließlich geht es für das Team momentan nicht nur um die Teilnahme am EM-Endturnier. Es ist vielmehr auch eine Möglichkeit, den Umbruch innerhalb der Mannschaft weiter voranzutreiben und diese besser einzuspielen. Zudem geht es auch darum, das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Spieler zu verbessern. Nach der desolaten WM 2018 in Russland und weiterer Pleiten in der Folge hat dieses doch enorm gelitten, was vor allem die geringer gewordenen Zuschauerzahlen in den Stadien zeigen.

Mit diesen Unsicherheiten im Gepäck blickt der Bundstrainer deshalb auch vorsichtig und zurückhaltend in die nähere Zukunft. "Wir gehören nicht zu den Topfavoriten", sagte Löw sieben Monate vor Turnierstart, aber: "Mit der Mannschaft ist einiges möglich, daran müssen wir arbeiten, daran müssen wir glauben."   

Ginter zum Abwehrchef aufgestiegen

Matthias Ginter (M.) beim Ball-Training im DFB-Team (picture-alliance/M. Gilliar)

Matthias Ginter (M.) beim Ball-Training im DFB-Team

In den nächsten Tagen muss Löw aber erst einmal improvisieren. Gesucht wird noch aufgrund der langen Verletztenliste ein Verteidiger neben dem unerwartet zum Abwehrchef aufgestiegenen Weltmeister von 2014, Matthias Ginter. Leverkusens Jonathan Tah soll spielen, sofern seine muskulären Probleme im Hüftbereich kein Hindernis mehr darstellen. Ansonsten kommt der junge Freiburger Robin Koch zu seinem zweiten Länderspieleinsatz, da der Berliner Niklas Stark nach seinem Nasenbeinbruch noch kein Kandidat für die Startformation ist.

Und die Rechenkünste der DFB-Spieler dürften bei einem Erfolg in Mönchengladbach ohnehin keine große Rolle mehr spielen. Matthias Ginter weist nur nochmal vorsorglich darauf hin, dass sich die Spieler auf ihre wesentlichen Aufgaben konzentrieren sollen. "Um den Timo mache ich mir keine Sorgen. Der soll Tore schießen, dass wir gewinnen", sagte der Defensivspezialist.  

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