DFB-Spieler machen Schüler glücklich | Sport | DW | 13.11.2018
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Ungewöhnliche Fragerunde

DFB-Spieler machen Schüler glücklich

Das DFB-Team geht zum Jahresabschluss noch einmal demonstrativ in die Fan-Offensive und besucht eine Schule in Leipzig. Dabei werden die Nationalspieler von ihren jugendlichen Anhänger gefeiert und mit Fragen gelöchert.

Während die Fußballanhänger in und um Leipzig sich beim Ticketkauf für das vorletzte Länderspiel des Jahres noch zurückhalten, sind die Nationalspieler von jungen Fußballfans in Leipzig am ersten Tag der Zusammenkunft des DFB-Teams kräftig gefeiert worden. Um ein weiteres Mal die in der WM-Analyse angekündigte und versprochene Fannähe zu demonstrieren, besuchten DFB-Kapitän Manuel Neuer, Lokalmatador Timo Werner sowie Leroy Sané und Julian Brandt 94. Oberschule der sächsischen Stadt und stellten sich den Fragen der Kinder.

Ein Schüler aus der 5. Klasse eröffnete die Runde mit der Frage an Angreifer Sané: "Wie findest Du es, dass Mesut Özil nicht mehr für Deutschland spielt?" Der sonst so reaktionsschnelle Angreifer von Manchester City musste in der mit 200 Schülerinnen und Schülern voll besetzten Aula kurz innehalten. Immerhin ist er mit Özil, der nach der blamablen WM mit vielen Missverständnissen und Vorwürfen aus dem Nationalteam zurückgetreten war, befreundet. "Es ist schade, ich hätte gern noch länger mit ihm zusammengespielt", antwortete Sané dann und schloss an: "Leider ist es so. Es gibt noch weitere gute Spieler, mit denen ich mich gut verstehe und von denen ich viel lernen kann."

Pressekonferenz der deutschen Nationalmannschaft in der Oberschule Leipzig (picture-alliance/M. Gilliar)

Volles Haus in der Leipziger Schule: Die Aula wird zum Pressesaal der Nationalmannschaft

Ansonsten genossen es Sané und seine Mitspieler sichtlich, beim Schulbesuch nicht mehr über das bisher so desaströse Jahr 2018 gefragt zu werden, sondern über die nun noch anstehenden Aufgaben. "Wir wollen natürlich das nicht positive Jahr gut zu Ende bringen. Wir wollen zwei Spiele gewinnen, das ist das klare Ziel", verkündete Neuer kämpferisch.

Am Abend ging mit Thomas Müller, Leon Goretzka, Sebastian Rudy, Kevin Trapp, Serge Gnabry und Nico Schulz eine weitere Gruppe von Nationalspielern auf die jungen Fans zu. Sie statteten in Leipzig den Nachwuchskickern den SV Lindenau einen Besuch ab. In einer Sporthalle absolvierten Müller und Co. ebenso wie die rund 50 Kinder einen aufgebauten Parcours mit Ball. Im Anschluss gaben die DFB-Stars geduldig Autogramme und posierten für ein Gruppenfoto.

 

Löw erwartet Leidenschaft und Einsatz

Trainiert wurde zuvor allerdings auch, denn schließlich soll am Ende der Sport im Vordergrund stehen. Löw verlangt von seinem Personal zum Abschluss des verkorksten WM-Jahres am Donnerstag gegen Russland und vier Tage später gegen die Niederlande Leidenschaft und Einsatzwillen wie zuletzt gegen Weltmeister Frankreich. "Das kann man schon erwarten", sagte Löw. Ausgerechnet der formstarke Marco Reus von Borussia Dortmund bereitet dem Weltmeistercoach von 2014 wieder einmal Kummer: Der zuletzt blendend aufgelegte BVB-Kapitän leidet an einer Fußprellung und konnte am Dienstag auf dem Übungsgelände von RB Leipzig nicht mittrainieren.

Bundestrainer Joachim Löw beim Training der deutschen Nationalmannschaft in Leipzig (picture-alliance/M. Gilliar)

Joachim Löw hätte lieber einen fitten Marco Reus

Details darüber, ob Reus das Testspiel gegen die Russen oder gar das mögliche Abstiegs-Endspiel in der Nations League am kommenden Montag gegen die Niederlande (Hinspiel 0:3) verpassen könnte, gab es nicht. Löw hat für den 29 Jahre alten Reus, der bei seinem Klub "endlich wieder eine starke Phase" hat, eigentlich eine Hauptrolle reserviert: "In dieser Verfassung kann er auch der Nationalmannschaft Rückenwind geben. Das erhoffe ich mir auch von ihm. Ich wünsche ihm, dass diese Phase nun auch länger bei ihm anhält."

In der Vergangenheit hatte der DFB-Chefcoach schon öfter die bittere Erfahrung machen müssen, dass Reus größeren Belastungen körperlichen Tribut zollen musste und längere Zeit ausfiel. Ohne Reus sowie Real-Madrid-Star Toni Kroos (Erholungspause) und Julian Draxler von Paris Saint-Germain (Trauerfall in der Familie) waren beim ersten Training 17 Feldspieler und drei Torhüter dabei.

Bierhoff: "Leistung und toller Fußball"

"Es sind zwei schöne Spiele. Das wichtigere ist gegen Holland, aber das gegen Russland sollte uns ein bisschen Aufschwung geben, dass wir ein gutes Spiel machen für Montag", sagte Leipzigs Angreifer Timo Werner vor seinem Länderspiel-Heimauftritt. Werner hofft noch darauf, dass sich die Fans kurzfristig für einen Besuch im Stadion entscheiden. Bislang sind erst rund drei Viertel der 42.000 Eintrittskarten für die Partie in der Red-Bull-Arena verkauft.

"Es gibt sicher viele Komponenten, am Ende hängt es mit uns zusammen", sagte Manager Oliver Bierhoff zu den drohenden leeren Plätzen: "Es gilt, mit Leistung und tollem Fußball wieder Freude auf die Nationalmannschaft zu machen. Dann werden wieder mehr Zuschauer kommen." Vielleicht sollte der DFB ein paar Freikarten an Schüler verteilen, schließlich hat die Nationalelf ihre jungen Anhänger in der 94. Oberschule Leipzig neu begeistert.

asz/sn (dpa, sid)

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