DFB-Elf mit gemischten Gefühlen nach Katar | Sport | DW | 27.09.2022
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Nations League

DFB-Elf mit gemischten Gefühlen nach Katar

Im letzten Spiel der Nations League schafft die DFB-Elf gegen England erneut keinen Sieg. Das Team von Bundestrainer Hansi Flick geht nun mit gemischten Gefühlen in die letzten Wochen bis zur WM in Katar.

Mit grimmiger Miene lief Joshua Kimmich nach dem 3:3 (0:0)-Unentschieden gegen England an den wartenden Journalisten vorbei. Kein Wort des Kapitäns zum Spiel, der sichtlich genervt in den wartenden Bus stieg. Niklas Süle dagegen blieb stehen und resümierte: "Ich finde, dass wir heute viele einfache Ballverluste hatten", sagte der Innenverteidiger. "Wir haben das bis zum 2:0 richtig gut gemacht, aber dann darf das so nicht passieren."

Die DFB-Elf hatte das Spiel nach der Führung wieder aus der Hand gegeben und sich am Ende doch noch ein Unentschieden erkämpfen können. "Der Ärger überwiegt", sagte DFB-Direktor Oliver Bierhoff. "Am Ende sind wir aber wieder zurück gekommen und haben Moral gezeigt. Aber wir hätten mehr nach Hause bringen müssen."

Nach einer von wenigen Chancen und einigen teils plan- und ideenlosen Angriffsversuchen der DFB-Elf in der ersten Halbzeit geprägten Spiel, hatte sich das Team von Bundestrainer Hansi Flick im zweiten Durchgang eine 2:0-Führung erkämpft. Ein folgenschwerer Fehler von Englands Verteidiger Harry Maguire hatte dafür gesorgt, dass Ilkay Gündogan in der 53. Minute den Ball auf den Elfmeterpunkt legen und ihn danach ins Tor befördern durfte. Maguire hatte Jamal Musiala den Ball zuvor in die Füße gespielt und ihn anschließend elfmeterwürdig zu Fall gebracht.

Flick: "Müssen noch vieles besser machen"

Kai Havertz sorgt mit seinen beiden Toren für die zwischenzeitliche Führung der DFB-Elf

Kai Havertz sorgt mit seinen beiden Toren für die zwischenzeitliche Führung der DFB-Elf

Mit der Führung im Rücken agierte die DFB-Elf in der Folge etwas mutiger. Vor allem Musiala wirbelte mit seinen schnellen Dribblings die englische Defensive durcheinander. Der 19-Jährige knüpfte an seine guten Leistungen der vergangenen Wochen an, belebte das deutsche Spiel und leitete mit seiner Balleroberung am eigenen Strafraum den zweiten Treffer der Flick-Elf ein. Über den eingewechselten Timo Werner landete der Ball bei Kai Havertz, der das Spielgerät aus 20 Metern mit viel Gefühl im linken Eck versenkte. "Es war ein sensationell schönes Tor", lobte Flick seinen Angreifer und ergänzte: "Es ist wichtig, dass wir solche Momente haben. Vieles war heute gut, aber es gibt auch noch viele Sachen, die wir besser machen müssen."

Denn der Versuch den Vorsprung mit nach Hause zu nehmen misslang und zeigte wie zerbrechlich das deutsche Gefüge derzeit ist. Erst wurde Luke Shaw beim Anschlusstor auf der linken englischen Seite sträflich allein gelassen. Dann spazierte Bukayo Saka ungehindert durch das deutsche Mittelfeld und legte dem ebenfalls eingewechselten Mason Mount zum Ausgleichstreffer auf.

Der Engländer Mason Mount (l.) erzielt den 2:2-Ausgleichstreffer gegen Deutschland

Der Engländer Mason Mount (l.) erzielt den 2:2-Ausgleichstreffer gegen Deutschland

Und es kam noch schlimmer: Nach einem Foul von Nico Schlotterbeck an den BVB-Kollegen Jude Bellingham, gab es Elfmeter, den Harry Kane ganz sicher verwandelte. In elf Minuten hatte Deutschland alles verspielt. "Wir haben nicht gut verteidigt und haben hier drei Tore gefressen, die so nicht fallen dürfen", sagte Süle. Die drohende Niederlage verhinderte dann wieder Havertz, der neben Musiala zu den besseren Spielern an diesem Abend gehörte.

Müller: "Gefühl ist mir egal"

Es sind noch knapp sechs Wochen bis zum Start der Weltmeisterschaft in Katar. Die Hoffnungen von Flick und seinem Trainerteam liegen nun auch auf den Klubmannschaften. Denn dort müssen sich die Spieler bis zum Start der WM das nötige Selbstbewusstsein holen und sich in Form bringen.

Flick wird diesen Prozess beobachten, vielmehr bleibt dem Bundestrainer nicht übrig. "Wir wissen, wo wir stehen, weil wir eine sehr geile Mannschaft haben. Jeder einzelne aber noch an sich arbeiten muss", so Süle. Für Thomas Müller, der an diesem Abend in der zweiten Halbzeit eingewechselt wurde, war klar: "Die Gefühle, die wir jetzt heute haben, die werden nicht entscheidend sein, wie wir in das erste WM-Spiel gehen. Dementsprechend ist mir das Gefühl, was wir heute haben, völlig egal."

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