Deutschland versorgt rumänische Corona-Patienten | Aktuell Europa | DW | 01.11.2021
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COVID-19

Deutschland versorgt rumänische Corona-Patienten

Die Corona-Lage in Rumänien ist weiter dramatisch. Nun will die Bundeswehr insgesamt 18 Erkrankte ausfliegen und in deutschen Kliniken behandeln. Die erste Maschine ist bereits unterwegs.

Rumänien Coronavirus - eine Intensivstation in einem rumänischen Krankenhaus

Sechs schwer an Covid-19 erkrankte Patienten werden in Deutschland und nicht in Rumänien behandelt

Die Bundeswehr fliegt schwer erkrankte Corona-Patienten aus Rumänien zur Behandlung nach Deutschland. Ein Spezialflugzeug wird bis Mittwoch insgesamt drei Mal mit je sechs Patienten an Bord erwartet. Bei dem Airbus A310 "AirMedEvac" handelt sich um eine fliegende Intensivstation mit rund 20 Sanitätsfachkräften. Alle Auszufliegenden benötigen laut Bundeswehr intensivmedizinische Beatmung.

"Deutschland und Rumänien stehen in diesen schwierigen Zeiten zusammen", sagte der deutsche Botschafter Dr. Peer Gebauer in Bukarest der DW. "In diesen dunklen Tagen ist die gute Kooperation zwischen unseren Ländern ein echter Hoffnungsstrahl. Jedes einzelne Leben zählt."

Die sechs Patienten des ersten Flugs sollen nach ihrer Ankunft am Montagabend in Kliniken in den westdeutschen Städten Bochum, Krefeld und Bergisch Gladbach sowie ins Bundeswehr-Krankenhaus in Koblenz gebracht werden. Der neue Ministerpräsident des bevölkerungsreichen Bundeslands Nordrhein-Westfalen, Hendrik Wüst, erklärte hierzu: "Nordrhein-Westfalen steht solidarisch zu seinen europäischen Freunden."

Patienten ausfliegen statt Intensivkräfte einfliegen

Über die Aktion hatte das Portal "The Pioneer" zuerst berichtet. Dem Bericht zufolge hatte Rumänien ursprünglich medizinische Intensivteams der Bundeswehr zur Unterstützung vor Ort angefordert. Diesem Wunsch habe die Bundeswehr jedoch nicht nachkommen können.

Video ansehen 02:47

In Rumänien herrscht Impfskepsis

Ein Sprecher des Sanitätsdiensts der Bundeswehr wies darauf hin, dass die Bundeswehr gemäß einem Auftrag der Bundesregierung tätig werde. Ziel der nun angelaufenen Aktion sei "die Entlastung des rumänischen Gesundheitssystems durch Übernahme intensivpflichtiger, invasiv beatmeter Patienten mit COVID-19". Rumänien verzeichnete zuletzt mehr als 1000 neue Infektionen je 100.000 Einwohner binnen 14 Tagen. Nur knapp ein Drittel der Bevölkerung ist vollständig geimpft. Das chronisch unterfinanzierte Gesundheitssystem ist angesichts der Zahl der akut behandlungsbedürftigen Patienten derzeit teils massiv überfordert.

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Ausrüstung auch nach Lettland

Noch höhere Fallzahlen vermeldet Lettland: Dort lag die 14-Tage-Inzidenz den nationalen Behörden zufolge zuletzt bei 1745. Das baltische Land hat über den EU-Katastrophenschutz medizinische Ausrüstung aus Finnland, Ungarn, Schweden und den Niederlanden erhalten. In Lettland liegt die Impfquote mit 59 Prozent der Erwachsenen ebenfalls unter dem EU-Schnitt von rund 75 Prozent.

ehl/hf (dpa, afp, rtr)

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