Deutschland startet erfolgreich in ″Mini-Turnier″ | Sport | DW | 21.02.2021
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Frauenfußball

Deutschland startet erfolgreich in "Mini-Turnier"

Die DFB-Frauen fahren im Testspiel gegen Belgien einen ungefährdeten Sieg ein. Da es für das Team von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg 2021 keine Pflichtspiele gibt, überwiegt der Erkenntnisgewinn.

Die Rollen waren auch dieses Mal klar verteilt: Die DFB-Frauen, hinter den Weltmeisterinnen aus den USA auf Rang zwei der FIFA-Weltrangliste, gingen gegen die auf Weltranglistenrang 17 rangierenden Belgierinnen als klare Favoritinnen ins Spiel vor leeren Rängen auf dem Aachener Tivoli. Der Spielort war bewusst gewählt: Das Mini-Freundschaftsturnier im Dreiländereck zwischen Deutschland, Belgien und den Niederlanden wird in allen drei Ländern ausgespielt: Neben Aachen wird im belgischen Brüssel und im niederländischen Venlo gespielt. In Brüssel musste sich Belgien den Vizeweltmeisterinnen aus den Niederlanden bereits mit 1:6 geschlagen geben.

Ganz so hoch fiel die Niederlage am Sonntagabend gegen Deutschland nicht aus. 0:2 (0:1) hieß es am Ende aus Sicht der Außenseiterinnen aus Belgien. Aus deutscher Sicht war es ein solider Auftritt und ein verdienter Sieg, aber kein Grund zum überbordenden Jubel. Doch darum ging es Martina Voss-Tecklenburg und ihrem Team vielleicht auch gar nicht. Vielmehr wollte die Bundestrainerin im ersten Länderspiel des Jahres, exakt 500 Tage vor Beginn der Frauenfußball-EM 2022 in England, neue Spielerinnen testen.

Ärger um Hygienekonzepte 

Daraus wäre allerdings fast nichts geworden, denn das Mini-Turnier im Dreiländereck stand zuvor auf der Kippe. Der Grund - wie könnte es dieser Tage anders sein - war der Umgang mit der Corona-Pandemie, bzw. die unterschiedlichen Hygienekonzepte der Städteregion Aachen auf der einen und dem DFB auf der anderen Seite. "Hier gelten unsere Regeln und nicht die des DFB", hatte Michael Ziemons, Gesundheitsdezernent beim Gesundheitsamt der Städteregion Aachen, im Vorfeld der Partie der "ARD Sportschau" gesagt und ging damit auf Konfrontationskurs. 

Streitpunkt waren die unterschiedlichen Quarantäne-Regelungen der Konzepte von Ziemons und dem DFB. "Ich finde es unmöglich, dass der DFB hingeht und uns eine Liste mit verschiedenen Fallkonstellationen schickt. Und dahinter steht dann immer 'keine Quarantäne'", sagte der Gesundheitsdezernent zum Zwist mit dem Verband. "Wenn ich Mannschaftssport betreibe und hinterher wird einer positiv getestet, dann muss die ganze Gruppe in Quarantäne. Das gilt hier in der Region zum Beispiel für die Schulen. Und auch für den DFB. Da machen wir keine Ausnahme." 

DFB-Präsident Keller im Stadion

Eine andere Ausnahme machte allerdings der DFB: Spielerinnen aus Risikogebieten wie England oder Spanien wurden für das Mini-Turnier nicht nominiert. Das betraf Melanie Leupolz, Ann-Katrin Berger und Leonie Maier, die in England spielen, sowie Turid Knaak (Madrid) und Lena Petermann (Montpellier). Im Gegensatz zu den Gegnerinnen, die wie im Fall der Niederländerinnen Spielerinnen aus England per Zug durch den Eurotunnel anreisen ließen, reisten die Spielerinnen von Martina Voss-Tecklenburg einzeln mit dem Auto im Teamhotel in Düsseldorf an. Mit dem Mannschaftsbus ging es von dort aus dann gemeinsam nach Aachen und wieder zurück. 

Fußball Damen | Länderspiel | Deutschland - Belgien I DFB-Präsident Fritz Keller

Freude beim DFB-Präsidenten: Fritz Keller jubelte auf der leeren Tribüne mit

Da das Mini-Turnier ganz im Zeichen der gemeinsamen Bewerbung der drei Länder um die Frauen-WM 2027 steht, saß DFB-Präsident Fritz Keller als Spitze einer hochrangigen Delegation beim Geisterspiel in Aachen auf der Tribüne. Und der DFB-Präsident musste nur 88 Sekunden auf den ersten Treffer warten. Nach schöner Vorarbeit der dribbelstarken Klara Bühl auf links schloss Svenja Huth, die in Vertretung von Vereinskollegin Alexandra Popp die Kapitänsbinde trug, aus kurzer Distanz überlegt zum 1:0 ab.

Zwei Spielerinnen debütieren 

Fußball Damen | Länderspiel | Deutschland - Belgien

Ein Tor, eine Vorlage: Svenja Huth war an beiden Toren gegen Belgien direkt beteiligt

Insgesamt agierte die DFB-Auswahl in der Anfangsphase variabel und wie von Voss-Tecklenburg gefordert mit viel Spielfreude. Die auf Gegenstöße lauernden Belgierinnen konnten sich erst nach 25 Minuten sichtlich befreien. Zur zweiten Hälfte brachte die Bundestrainerin Lena Oberdorf und Linda Dallmann für Marina Hegering und Sydney Lohmann.

Wieder begann die DFB-Auswahl druckvoll und fokussiert, diesmal fiel dann der Treffer über die rechte Seite. Die sehr präsente Huth flankte mustergültig in den Strafraum, Lea Schüller vollstreckte sehenswert per Direktabnahme (55. Minute). Für die Stürmerin von Bayern München war es bereits das 13. Tor im 14. Länderspiel. 

Ihr jeweils erstes Länderspiel durften mit der Führung im Rücken dann Nicole Anyomi  von der SGS Essen und Sjoeke Nüsken von Eintracht Frankfurt machen. Am kommenden Mittwoch trifft das DFB-Team dann in Venlo auf die Niederländerinnen.

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